Auf dem Weg durch den Tiefschnee: die Bergretter auf ihrem ATV.
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Auf dem Weg durch den Tiefschnee: Die Bergretter auf ihrem ATV bahnen sich ihren Weg durchs Eschenlainetal.

Bergwacht mit speziellem Einsatz

Wanderung findet eiskaltes Ende: 36-Jähriger steckt teilweise bis zur Brust im Schnee

  • Christian Fellner
    vonChristian Fellner
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Was für ein kühner Plan: Ein 36-jähriger Wanderer wollte von Eschenlohe zum Walchensee gehen - durch das tief verschneite Eschenlainetal. Dort blieb er nach zwei Dritteln der Strecke stecken und musste von der Bergwacht aus seiner misslichen Lage befreit werden.

Eschenlohe – Es war ein wagemutiger Plan: im Winter zu Fuß durchs Eschenlainetal an den Walchensee. Im Sommer: kein Problem. Doch jetzt, am vergangenen Samstag? Unmöglich. Das stellte sich im Fall eines 36-jährigen Ausflüglers heraus, der diese Wanderung anpackte, nach rund zwei Dritteln der Strecke aber buchstäblich im Schnee stecken blieb. Letztlich waren es zwei Mann der Bergwacht-Bereitschaften aus Oberau und Ohlstadt, die ausrückten und den Wanderer aus seiner misslichen Lage befreiten.

„Mei, was soll man ihm für einen großen Vorwurf machen“, sagt Hannes Frey, der stellvertretende Leiter der Bergwacht in Ohlstadt. „Er hatte gedacht, dass er das packt und die Situation total unterschätzt.“ Frey selbst staunte nicht schlecht, als er und Kollege Josef Lohr, der Chef der Oberauer Bergretter, sich mit Quad später dem Raupenfahrzeug ihren Weg durch den Tiefschnee ins Tal bahnten. „Dass es dort so viel Schnee hat, hätte ich nicht gedacht. Sicher 1,20 Meter und da, wo es reingeweht hat, sind es sogar 1,50 Meter gewesen“, betont Frey. Da gab es auch für sein Quad kein Weiterkommen mehr.

Nur gut, dass das Handy des Osteuropäers noch funktionierte. „Da hinten ist nämlich nicht viel Empfang.“ So konnten die Bergwachtmänner ihn ausfindig machen. „Er hatte nicht mehr gewusst, wie weit er war, wie weit es bis Einsiedl ist. Teilweise ist er bis zur Brust hoch im Schnee eingesunken.“ Am Ende seiner Kräfte rief er schließlich die Retter. Die holten ihn zurück, versorgten ihn mit Tee und trockenen Socken. Mit dem Zug fuhr der Mann letztlich ohne medizinische Versorgung wieder heim.

Frey warnt vor solchen Ausflügen: „Die Leute sollen sich vorher informieren, wie es vor Ort ausschaut. Durch den Wintereinbruch braucht man dringend Schneeschuhe oder Tourenskier, wir haben noch keine sommerlichen Verhältnisse.“

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