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Der Bürgermeister spricht: Rund drei Stunden informiert Anton Kölbl über die Ortspolitik.

Bürgermeister stellt Projekte vor

Wohnungsbau-Offensive in Eschenlohe

Die Gemeinde Eschenlohe will, wie viele andere Orte auch, Wohnraum schaffen. Doch der Baustart für das angepeilte Vorhaben an der Murnauer Straße wird vermutlich erst 2019 sein.

Eschenlohe Der Mangel an Wohnraum beschäftigt landauf landab Städte und Kommunen. Auch in Eschenlohe steht das Thema auf der Agenda. Die Gemeinde hat vor, östlich der Murnauer Straße aktiv zu werden. Rathauschef Anton Kölbl (CSU) informierte nun im Rahmen der Bürgerversammlung im Brückenwirt über den aktuellen Stand der Dinge.

„Wir wollten eigentlich schon viel weiter sein.“ Auf einer benachbarten Privatfläche entdeckte man jedoch Altlasten. Das Projekt verzögert sich dadurch. Der Bebauungsplan ist noch nicht in trockenen Tüchern. Der aktuelle Entwurf für die zwei Gebäude sieht eine L-förmige Anordnung vor. Barrierefreiheit ist auch angesagt. Man will einen Aufzug installieren, der beide Immobilien erschließt. Diese Planung möchte Kölbl demnächst der Regierung von Oberbayern vorstellen. Die ist involviert, weil die Gemeinde bei diesem Vorhaben ein kommunales Wohnbauförderprogramm nutzen will. Dabei stehen 30 Prozent Zuschuss in Aussicht.

Die Gesamtkosten sind aktuell noch unklar. Jedenfalls sollen auf diesem Weg 14 bis 16 neue Wohnungen für finanziell Schwächere entstehen. Der derzeit vorliegende Plan sei allerdings „noch nicht das Evangelium“, betonte der Bürgermeister. Die vorhandenen Gemeinde-Wohnblöcke, die auf der anderen Straßenseite stehen, sollen saniert werden. Auch dort gibt es 14 Einheiten. Kölbl hofft, dass mit dem Neubau heuer noch begonnen werden kann. Realistisch ist allerdings Frühjahr 2019.

Ein weiteres Vorhaben ist der anvisierte Solarpark westlich der Autobahn. Eine Firma will diesen realisieren. Das Thema ist nicht unumstritten. Bedenken kamen aus der Landwirtschaft. Derzeit läuft die nochmalige Auslegung der Pläne. Da „keine gravierenden Argumente in den Stellungnahmen“ präsentiert wurden, geht Kölbl davon aus, dass der Bebauungsplan demnächst genehmigt wird.

„Einige Personen sehen dies mit Skepsis. Und manche machen leider derzeit mit Halbwahrheiten Stimmung gegen Gemeinderat und Bürgermeister.“ Kölbl versteht’s nicht. „Denn hätte jemand schlagkräftige und nachvollziehbare Argumente gegen den Solarpark vorgebracht, wären sie in den Abwägungen logischerweise berücksichtigt worden.“

Der Gemeinderat machte sich die Entscheidung nicht leicht. Er habe die Abwägungen „mit einem eindeutigen Mehrheitsbeschluss gebilligt“. Kölbl hofft, „dass sich die Gemüter wieder beruhigen“. Der Solarpark soll auf einer fünf Hektar großen Fläche errichtet werden. Bisher wird das Areal als Weide genutzt.

Finanziell steht die Gemeinde gut da. Ende 2017 hatte sie rund 232 000 Euro Schulden (pro Kopf etwa 147 Euro). Der Durchschnittswert bayerischer Kommunen dieser Größe liegt deutlich höher, nämlich bei 605 Euro. Der historische Tiefststand bei der Verschuldung sei jedoch nur eine „Momentaufnahme“, betonte Kölbl. Eschenlohe hat laut Christoph Gratz, Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Ohlstadt, „gewaltige Investitionen vor sich“. Eine, die ansteht, ist eine neue Wasserleitung nach Höllenstein und der entsprechende Straßenbau auf dieser Strecke. Geschätzte Kosten: mehr als eine Million Euro.

Nach den Osterferien soll der Haushalt für 2018 beschlossen werden. Kölbl versprach, dass er und der Gemeinderat weiterhin darauf achten werden, „dass trotz vieler vorgesehener und auch notwendiger Investitionen der Schuldenstand in einem passablen Bereich bleibt“. Die Kommune tue gut daran, „unsere Erwartungshaltung im Normalbereich zu belassen und keine Luftschlösser bauen zu wollen“.

Zur Erinnerung: Vor rund zehn Jahren stand der Kommune das Wasser finanziell bis zum Hals. Aufgrund der Hochwasserverbauung wuchs der Schuldenberg damals auf rund 1,9 Millionen Euro an. Mehr als 1,5 Millionen Euro wurden seitdem abgebaut.

Roland Lory

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