Unmengen von Schnee türmen sich am Alpenhotel Ammerwald, das derzeit nur von der deutschen Seite aus zu erreichen ist.

Staatsstraße 2060 ist noch offen: Lawinenkommission sieht derzeit keine akute Veranlassung für eine Sperrung 

Alpenhotel Ammerwald versinkt im Schnee

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Die Neuschneefälle haben auch im deutsch-österreichischen Grenzgebiet Ammerwald für eine Extremsituation gesorgt - mit Folgen für das dortige Alpenhotel.

Linderhof – Früher, da waren Reutte in Tirol und das Kloster Ettal nur über einen schmalen Weg für Lasttiere miteinander verbunden. Erst König Maximilian II. von Bayern ließ 1851 zur Erschließung der Jagd eine Straße über den Ammerwald und den Plansee anlegen. Heute genießen die Menschen die Ruhe, Idylle und Abgeschiedenheit in diesem Landstrich mit kanadischem Flair. In der kalten, dunklen Jahreszeit indes, da herrscht im Ammerwald nicht selten tiefster Winter. Ein leichtes „Am-Ende-der-Welt-Gefühl“ stellt sich ein. Gerade jetzt hängt der Kontakt zur Außenwelt – mal wieder – an einem seidenen Faden. Doch im Jahr 2009 neu errichteten Alpenhotel Ammerwald bleibt man gelassen. Norbert Wallinger, seit 2003 Hoteldirektor: „Wir haben ja schon öfter extreme Wettersituationen hier erlebt und sind einiges gewohnt. Wir werden auch dieses Szenario meistern.“

Seit vergangenen Sonntag ist die Verbindung von Reutte her über den Plansee gekappt: Die Straße wurde von den österreichischen Behörden wegen Lawinengefahr gesperrt. Ob dieser Fall auch über die deutsche Seite, also die Staatssraße 2060 aus Richtung Linderhof, eintritt, steht derzeit nicht fest. Doch wenn die Schneefälle nicht aufhören, ist die zuständige Lawinenkommission Ammertal eventuell dazu gezwungen. Die kritischte Stelle ist der Stockgraben, in dessen Einzugsgebiet sich Unmengen von Schnee angesammelt haben. Kommt es zur Sperrung der Straße, wäre das Hotel Ammerwald, das auf 1090 Metern Höhe liegt und als Seminar- und Ferienhotel zur BMW Group gehört, tatsächlich von der Außenwelt abgeschnitten. Eingeschneit.

Hotelgäste wären davon freilich nicht betroffen, denn inzwischen ist der Betrieb eingestellt worden. Direktor Wallinger: „Nach den Feiertagen sind die meisten Gäste ohnehin abgereist. Wir hatten nur eine sehr geringe Auslastung, deswegen haben wir auch zur Sicherheit der Gäste das Hotel bis auf weiteres geschlossen.“ Mit einer kleinen Notmannschaft von acht Mitarbeitern hält man derzeit die Stellung in dem Hotel, das über 93 Zimmer und rund 180 Betten verfügt.

Wenn der Fall der Fälle eintritt, und auch die deutsche Seite gesperrt wird, ist Norbert Wallinger nicht bange: „Dann ist es eben so. Wir sind gut versorgt hier, haben einen Räumdienst vor Ort und wissen durchaus, wie wir die Zeit verbringen müssen. Jeder hat seine Aufgabe.“ Michael Vogl, zuständig unter anderem für die Veranstaltungsbetreuung im Hotel, schätzt, „dass in den letzten beiden Tagen rund 1,50 Meter Neuschnee gefallen sind“. Der Ostallgäuer, der normal jeden Tag nach der Arbeit heimfährt, muss nun ebenfalls wie seine Kollegen in Ammerwald übernachten. Zimmer stehen ja reichlich zur Verfügung: „Das ist kein Problem. Und ganz vom Schuss sind wir auch nicht, es gibt ja Internet.“

Hotelchef Wallinger will die weitere Entwicklung abwarten, und dann zusammen mit den Verantwortlichen von BMW in München entscheiden, wann das Hotel wieder aufmacht. Angedacht ist vorerst mal der Sonntag. Immer vorausgesetzt, das Wetter beruhigt sich und es hört endlich auf zu schneien.

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