Herzstück sind die Tarife

Ammer-Loisach-Energie: Der 3000. Kunde in Sicht

Seit fast vier Jahren versorgt die Ammer-Loisach-Energie, der zehn Gemeinden angehören, Kunden mit Ökostrom. Der Kurs ist weiter auf Expansion ausgerichtet.

Jürgen Hitz gehört zur Geschäftsführung der Ammer-Loisach-Energie.

Landkreis – Es gibt Dinge, die gilt es auf lange Zeit zu planen. Das hat sich im Ettaler Gemeinderat gezeigt, als es um die Vergabe eines Konzessionsvertrages fürs Stromnetz ging. Die Kommune hat ihren Vertrag mit dem Bayernwerk verlängert. Das Unternehmen ist derzeit der einzige Anbieter, wenn es darum geht, für öffentliche Verkehrswege Strom anzubieten. Die Verträge laufen in der Regel über mehrere Jahrzehnte. Ettal geht nun aber einen anderen Weg: Der neue Kontrakt enthält eine Ausstiegsklausel. Wie Bürgermeister Josef Pössinger erklärte, gibt es nun die Möglichkeit, dass der Ort den Vertrag mit Bayernwerk zum 30. Juni 2025 kündigen kann. Nach und nach würden so auch die anderen Ammertal-Gemeinden vorgehen. „Wir synchronisieren uns“, erklärte Pössinger. Ziel: So soll die Option offenbleiben, dass der Stromversorger Ammer-Loisach-Energie, zu deren Gesellschaftern Ettal gehört, selbst ins Stromnetz investieren könnte.

Im Juli ist es bereits vier Jahren her, dass Ettal, Ober- und Unterammergau, Bad Kohlgrub, Saulgrub und Bad Bayersoien zusammen mit Eschenlohe, Grainau, Oberau sowie der Energie Südbayern die neue Gesellschaft gegründet haben. Herzstück des Ökostrom-Angebots, das auf Wasserkraft basiert, sind die Alois-Tarife. Die Zahl der Abnehmer ist stetig gestiegen. „Wir steuern in 2017 den 3000. Kunden an“, erklärte Jürgen Hitz von der Geschäftsführung auf Tagblatt-Anfrage. Mehr noch: Im laufenden Jahr werden es wohl über 3000 Kunden werden. 90 Prozent davon kommen Hitz zufolge aus dem privaten Bereich. Die restlichen zehn Prozent aus der Wirtschaft.

Die Ammer-Loisach-Energie wird aber nicht nur im Kundenbereich immer größer: Auch der Kreis der Gesellschafter hat sich 2016 erweitert: Seitdem gehört die Gemeinde Schwaigen dazu.

Mit Blick in die Zukunft gibt es, wie Hitz erklärt, mehrere interessante Punkte für das überwiegend kommunale Unternehmen. Etwa das Thema Elektromobilität. Oder auch Investitionen in die regionale Energie-Erzeugung. Die Gesellschaft geht schon seit Längerem mit dem Gedanken schwanger, ein Wasserkraftwerk an der Halbammer bei Altenau zu errichten. Ein Projekt, das eine aufwendige Planung und Prüfung erfordert.

Im Strom-Business denkt man eben nicht von heute auf morgen. Zum Beispiel auch bei der Infrastruktur. Hitz macht deutlich, dass derzeit alle Netze in den Gesellschaftergemeinden in Besitz des Bayernwerks sind. Um daran etwas zu ändern, müsste sich ein Unternehmen wie die Ammer-Loisach-Energie um die Konzession des Stromnetzes bewerben. Ob dies überhaupt geschieht, ist völlig offen. Ettal hat nun lediglich dafür gesorgt, dass ein solcher Schritt möglicher wird.

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