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Ammergauer Alpen: Segelflieger stürzt ab und Pilot stirbt - Bergung dauert viele Stunden

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Von: Josef Hornsteiner, Veronika Mahnkopf

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In den Ammergauer Alpen ist ein Segelflugzeug abgestürzt.
In den Ammergauer Alpen ist ein Segelflugzeug abgestürzt. © Polizei OBS

Ein 60-jähriger Pilot aus dem Landkreis ist am Mittwoch mit seinem Kleinflugzeug an einer Felswand im Bereich des Kuchelberggrates tödlich verunglückt. Die Bergung des Verstorbenen gestaltete sich als äußerst schwierig. Warum der Flieger abstürzte, ermittelt nun die Kriminalpolizei.

Ettal – Jetzt herrscht traurige Gewissheit. Der seit Mittwochabend vermisste 60-jährige Motorsegler aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen ist tot. Sein Flugzeug zerschellte im nördlichen Bereich des Kuchelberggrates in den Ammergauer Alpen. Die Polizei fand das Wrack des Segelfliegers am Donnerstag-vormittag. Für den Piloten kam jede Hilfe zu spät. Die Kriminalpolizei in Garmisch-Partenkirchen ermittelt nun.

Segelflieger stürzt in Ammergauer Alpen ab: Suche dauert Stunden

Am Mittwoch um 12.45 Uhr machte sich der Einheimische mit einem Kleinflugzeug in Ohlstadt zu einem Rundflug auf. Am Abend kehrte er nicht mehr zurück. Jeglicher Kontaktversuch verlief ins Leere. Um 22 Uhr blieb dem Flugbetriebsleiter des Flugplatzes Ohlstadt-Pömetsried nichts anderes mehr übrig, als via Notruf bei der Integrierten Leitstelle den Segelflieger als vermisst zu melden. Sofort suchten der Polizeihubschrauber Edelweiß 3 und ein SAR-63-Helikopter nach dem verschollenen Fluggerät. Sie rechneten den letzten Standort aus: In den Ammergauer Alpen in der Nähe des Kuchelbergkopfes. Bis Donnerstag, 2 Uhr morgens, blieb die Fahndung erfolglos.

Ammergauer Alpen: Pilot des Segelfliegers kann lang nicht geborgen werden

Im Laufe des Donnerstagvormittags setzten die Einsatzkräfte die Suche im hochalpinen Gelände sowohl auf bayerischer als auch auf Tiroler Seite mit drei Hubschraubern fort. Um kurz nach 11 Uhr entdeckte die Besatzung des Polizeihelikopters Edelweiß 8 das verunfallte Wrack des vermissten Motorseglers im nördlichen Bereich des Kuchelberggrates. In unmittelbarer Nähe zum Wrack sichtete sie auch den leblosen Körper des Piloten. 

Ein Vordringen zur Absturzstelle und zur Leiche war selbst für die beiden Polizeibergführer und die drei Einsatzkräfte der Bergwacht Oberammergau aufgrund des extrem steilen und brüchigen Felsgeländes zunächst nicht möglich. Zudem brach der Polizeihubschrauber mehrere Anflugversuche unmittelbar zum Wrack wegen widriger Witterungsbedingungen ab. Eine Rettungstruppe aus fünf Personen musste deshalb vorerst auf dem Grat ausharren. Erst gegen 16 Uhr ließ es das Wetter für kurze Zeit zu, einen Polizeibergführer an einem 50 Meter langen Seil per Rettungswinde vom Hubschrauber aus abzusetzen. Dann konnte endlich die Leiche geborgen werden.

Zur Klärung der Unfallursache hat die Kriminalpolizei Garmisch-Partenkirchen mit Unterstützung von Luftfahrtsachverständigen die Ermittlungen übernommen. Noch ist die Absturzursache völlig unklar, teilt Polizeipressesprecher Martin Emig vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd mit.

Segelflieger geraten immer wieder in Schwierigkeit, müssen notlanden. So geschehen in jüngster Vergangenheit zum Beispiel in Schäftlarn und in Kirchbichl im Landkreis Miesbach. In Seefeld sorgte der Segelflieger-Absturz eines Gemeinderatsmitglieds vergangenes Jahr für Entsetzen.

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