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Die Zeichen der Zeit

Umschwung in den Ammertaler Gemeinderäten: „Alte Hasen“ danken ab, Frauenpower in Kohlgrub

  • Ludwig Hutter
    vonLudwig Hutter
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Die Gemeinderatsmitglieder sind gewählt. Einige Änderungen gibt es - samt neuer Gesichter.

Ammertal – Übt ein politisches Amt keinen Reiz mehr aus? Ist die Motivation gesunken, sich in seiner Heimatgemeinde politisch zu engagieren? Oder ist einfach der Zeitaufwand zu groß geworden? Thesen, die wohl alle irgendwie zutreffen. Hinzu kommt noch, dass die persönliche Freizeit für den Einzelnen immer wichtiger wird und oft über dem ehrenamtlichen Engagement steht. Das Bild im Ammertal lässt sich an Zahlen konkret ablesen.

Bei der Kommunalwahl am 15. März stellten sich in den sechs Gemeinden nur acht Bürgermeisterkandidaten zur Wahl. Auch die Anzahl der Bewerber für den Gemeinderat ging in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurück. Vor 18 Jahren waren es noch 412 Kandidaten, vor zwölf Jahren 398, vor sechs Jahren 334 und diesmal gar nur 280. 

Ein aktueller Überblick:

Ettal: Acht Gemeinderatskollegen darf die neue Bürgermeisterin Vanessa Voit zur konstituierenden Sitzung Anfang Mai begrüßen. Vier sind neu im Gremium, nämlich Bernhard Crusius, „Stimmenkönig“ Martin Heigl, Quirin Weber und Bettina Oischinger. Nicht mehr vertreten sind Korbinian Ostler, Silvia Moser und Stephan Vogt. Vanessa Voit wechselt vom Gemeinderatsstuhl auf den Bürgermeistersessel, von dem sich Sepp Pössinger verabschiedet. Er kandidierte nicht mehr.

Oberammergau: Keine allzu großen Veränderungen brachte die Gemeinderatswahl in Oberammergau – das „Stühlerücken“ hielt sich in Grenzen. Viele Etablierte traten wieder an, und wurden auch gewählt, wie Karl-Heinz Götz, Wolfgang Proksch oder Maria Hochenleitner. Dennoch wird es im künftigen Gremium sechs neue Gesichter geben – gleich drei bei der CSU (Luca Diroma, Monika Kasseckert-Müksch, Dominikus Wolf), dazu noch Florian Lang, Anton Burkhart und Marina Kirchmayr.

Unterammergau: Deutlich verjüngen wird sich das Gesicht des Gemeinderates in Unterammergau. Nicht mehr kandidiert haben Johannes Schärfl, Nicoletta Mitterer, Manuela Schmid und Angelika Schönhuber, daneben steigt Bürgermeister Michael Gansler aus der Kommunalpolitik aus. Ebenfalls ausscheiden wird Peter Speer nach 24 Jahren. Dafür rücken folgende sechs Neue nach: Anton Speer jr., Bettina Reindl, Maximilian Lindauer, Bernhard Wiedl, Peter Würsch und Julia Mayser.

Saulgrub/Altenau: Erfahrene Gemeinderäte hören in Saulgrub auf, Leute wie Josef Gratz, Sepp Bauer, Peter Gut und Bernhard Brandmeier. Auch die beiden Damen (Lisa Benedikt, Heidi Kutzbauer) verabschieden sich. Das ist schlecht für die Frauenquote. Die sinkt im künftigen Saulgruber Gremium nämlich auf Null Prozent. Die neuen jungen Gesichter sind Alfred Wurm, Tobias Mangold (beide Saulgrub), Florian Filser, Manuel Hibler (Altenau) sowie Stefan Herterich und Markus Langmayer (Wurmansau).

Bad Kohlgrub: Einen großen Wechsel gab es in Bad Kohlgrub, nur der Bürgermeister (Franz Degele) bleibt gleich. Sieben (!) Frauen sitzen neu im Rat. Erfahrene und verdiente Mitglieder wie Nikolaus Onnich (30 Jahre Gemeinderat), Albert Stichaner und Otto Fussenegger ziehen sich zurück. Weiter scheiden aus: Robert Baumgartl, Gilbert Ullmann, Michaela Frank, Sebastian Freisl, Michael Gindhart. Die Namen der Neuen: Silvia Wörmann, Hans-Peter Lory, Kathrin Kleiner, Barbara Rauch, Robert Elgas, Annegret Wintz, Josef Fischer und Andrea Fend.

Bad Bayersoien: Viel Fachwissen geht auch in Bad Bayersoien durch das Ausscheiden langjähriger Gemeinderäte wie Georg Haseidl, Franz Doll und Anton Saal verloren. Ebenfalls nicht mehr vertreten sind in dem Gremium Andrea Bauer, Reiner Frühschütz-Grüning, Andreas Jörg, Hans Klöck, Josef Weingand jr. Dafür nunmehr in der Verantwortung – diese acht neuen Räte: Maximilian Drexler, Marina Thurner, Andreas Saal, Michael Ruhland, Franz Speiser, Kathrin Schäfer, Andreas Baar und Peter Weingand.

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