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Bayerische Landesausstellung

Drei Worte, ein Mythos: „Mia san mia“

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Bilderbuch-Werbung zum Nulltarif: Das Bayerische Fernsehen zeichnete im Kloster Ettal im Rahmen der Bayerischen Landesausstellung eine neue Folge seiner Reihe „Auf geht’s!“ auf.

Ettal – Hunderte Meter von Kabeln, Kameras, Strahler, Lautsprecherboxen, Mikrophone, mobile Kabinen, Gerüstaufbauten und was man sonst noch so alles braucht für eine Fernsehsendung. „Mann, ist das ein gewaltiger Aufwand“, staunt der Besucher aus Köln, der mit seiner Frau gerade zum Urlaub in Oberammergau weilt und „aus der Zeitung“ von der TV-Aufzeichnung erfahren hat.

Nach den Klassikkonzerten im Rahmen der Richard-Strauss-Festspiele war der prächtige Innenhof des Benediktinerklosters Ettal am Samstagabend ein weiteres Mal Schauplatz einer Veranstaltung im Rahmen der Bayerischen Landesausstellung: Das Bayerische Fernsehen zeichnete dort eine neue Folge seiner Reihe „Auf geht’s!“ auf, die gestern Abend im III. Programm ausgestrahlt wurde. Zwei Stunden Bilderbuch-Werbung für die Region, zum Nulltarif, serviert auf dem Silbertablett. Da kann man nicht meckern.

Bevor es losging und eine große Wolke über der Notkarspitze sich weiter verfinsterte – gottlob blieb es während der Sendung beim optischen Drohszenario –, wurden die rund 200 Besucher (viele Gäste, wenig Einheimische) vor der Bühne noch über eine Lautsprecherstimme gebrieft: „Bitte machen Sie Ihre Handys aus, nicht in die Kamera schauen, nicht winken . . .“. Dann legten die beiden souveränen und sympatischen Moderatoren Eva Mähl und Michael Harles los, wobei letzterer gleich mit einem Kompliment aufwartete: „Es gibt wohl keinen schöneren Ort für eine solche Sendung wie diesen.“ Von den Stufen der Basilika marschierte die Bayersoier Blaskapelle unter Leitung von Sepp Felix hinunter auf die Bühne, wo nach dem Verklingen des letzten Tons Michael Harles das Lebensgefühl Bayerns und den Mythos, der den Freistaat umgibt, auf die drei Worte „Mia san mia“ reduzierte: „Die sagen alles aus.“ Auch wurde die Frage aufgeworfen, warum die Welt Bayern so sexy findet. Na ja . . .

Es folgte anschließend eine Fülle von Beiträgen und Geschichten über Land und Leute, unterhaltsam verpackt und musikalisch umrahmt. Interviews mit prominenten Talk-Gästen, unter anderem Magdalena Neuner, Rosi und Christian Neureuther, Markus Wasmeier und Paul Breitner, sowie mit Vertretern traditioneller Handwerksberufe wechselten mit Musik- und Filmbeiträgen ab. So erfuhren die Zuschauer unter anderem, dass Magdalena Neuner sich noch an die Leibspeise ihrer Oma erinnert („Howa“), wie Paul Breitner und Kollegen bei der Fußball-WM 1974 Weißbier ins Team-Quartier schmuggelten, und dass Rosi Mittermaier an den ersten Hosenträgern für ihren Christian „mindestens acht Jahre“ gestickt hat. Ein besonderer Clou gegen Ende der Sendung hin war noch die Zuschaltung von König Ludwig II. (Helmut Schleich), der an den aktuellen politischen Vertretern des Freistaats kein gutes Haar ließ. Auch die Well-Buam kratzten mit ihren Liedern ein bisserl am bayerischen Postkarten-Idyll.

Das Fazit dieser Fernsehaufzeichnung in Ettal: Viele schöne Bilder, wohlklingende Musikbeiträge und harmonische Gespräche – frei nach dem Motto „So schön ist’s in Bayern“. Für ein bisschen mehr Realität war an diesem Abend kein Platz. Leider.

Info

Wer die Sendung gestern Abend im Bayerischen Fernsehen verpasst hat, kann sich den Beitrag noch in der BR-Mediathek im Internet anschauen.

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