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Ettaler Originale präsentiert Brauereichef Johannes Bauer. Und wo "Ettaler" draufsteht, ist auch Bier aus Ettal drin. Auf dem Weißbier steht das extra nicht.

Sendung "Quer" sorgt für Furore

Benediktiner Weißbier eine Mogelpackung?

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Ettal - "Eine Unverschämtheit" findet der Chef der Ettaler Klosterbrauerei den Bericht, den der BR am Donnerstag zeigt. Darin wird dem Benediktiner Weißbier auf den Zahn gefühlt.

"Bayerische Mogelpackung: Ettaler Klosterbier in Hessen gebraut“. Die Ankündigung des Bayerischen Fernsehens birgt Zündstoff. In der Satire-Sendung „Quer“ widmet sich Christoph Süß am Donnerstag (ab 20.15 Uhr) der heimischen Brauerei. Und das nicht unbedingt wohlwollend.

Im Fokus steht das Benediktiner Weißbier, das die Licher Privatbrauerei in Hessen in Kooperation mit dem Kloster herstellt. „Wir kritisieren, dass es wie ein bayerisches Bier daherkommt und sich mit Bergen und dem Kloster im Internet bayerischer Eyecatcher bedient“, sagt die zuständige Redakteurin Julia Suplie, obwohl das Produkt aus Hessen stammt. Auch, wenn das „nichts Widerrechtliches“ ist und juristisch einwandfrei.

„Eine Unverschämtheit“ findet der Chef der Klosterbrauerei, Pater Johannes Bauer, diesen Beitrag dennoch. Er kann seinen Ärger kaum verbergen. „Eine ganz üble Geschichte, ich lass mich nicht öffentlich wie ein Idiot darstellen“, sagt er und verweigerte dem BR-Team nach eigener Aussage ein Interview sowie eine Drehgenehmigung fürs Kloster. „Auf jedem Flyer, auf jeder Flasche steht deutlich drauf, wo das Bier gebraut wird“, betont er. „Wir gehen damit ganz offensiv um und haben nichts zu verbergen.“

Tatsächlich ist auf der Internetseite der Brauerei beim Benediktiner Weißbier, das nicht mit dem Namen Ettaler wirbt und hinter dem die Benediktiner Weißbräu GmbH – eine Kooperation der Licher und der Klosterbrauerei – steht, deutlich zu lesen, wo es hergestellt wird. „Da das Benediktiner Weißbier so beliebt war, dass die Braukapazitäten in Ettal nicht mehr ausreichten, haben wir uns im Jahr 2011 dazu entschlossen, unter unserer Aufsicht und nach unserem Originalrezept das Bier auch mit unserem Kooperationspartner in der Licher Privatbrauerei Jhring Melchior brauen zu lassen“, erfährt der Leser auf der Homepage.

Zudem „brauen wir einen Teil des Weißbiers bei uns im Kloster“, betont Bauer. Das Hefeweizen, das aus Fässern beispielsweise beim Partenkirchner Bierzelt ausgeschenkt wird, stamme aus dem Ammertal.

Für Ärger sorgt „Quer“ auch beim Bayerischen Brauerbund. Denn in der Beitragsankündigung ist zu lesen, dass dieser den Fall als „dreisten Etikettenschwindel“ verpönt. Auf Nachfrage findet Geschäftsführer Walter König diese Formulierung „sehr verzerrt. Wir haben uns nicht aufs Etikett bezogen“ beim Interview für den Beitrag. Diese Produktion sei „absolut nicht angreifbar“. Viele Brauerein würden mit Partnern arbeiten. „Das ist vollkommen ok, der Verband würde sich dabei nie einmischen."

Janine Tokarski

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