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Streben Veränderungen an: (v.l.) Roland Jurgeleit, Abt Barnabas Bögle und Schulleiter Hubert Hering. Zum neuen Führungstrio gehört auch Pater Emmeram Walter.

Alte Werte, neue Wege

Benediktinergymnasium reagiert auf sinkende Schülerzahlen 

Die aktuellen Schülerzahlen zeigen den Verantwortlichen in Ettal, dass etwas passieren muss. Mit einer veränderten Führungsriege soll das Gymnasium ganz neu aufgestellt werden.

Ettal – Ein tiefgehender Veränderungsprozess ist im Benediktinergymnasium Ettal angestoßen worden. „Wir wollen unsere Schule neu aufstellen und attraktiver machen“, gibt Abt Barnabas Bögle den ehrgeizigen Weg vor, den die Traditionseinrichtung nehmen soll. Seit 300 Jahren schon gibt es das Internat in Ettal. 60 Buben und neuerdings fünf Mädchen leben dort. 130 waren es noch im Jahr 2000. Deutlich auch die Entwicklung im Gymnasium: 257 Heranwachsende bereiten sich dort auf lange Sicht das Abitur vor. Vor zehn Jahren waren es noch 400 Schüler.

„Die aktuellen Zahlen zeigen uns, dass wir aktiv werden müssen“, unterstreicht Bögle. Erster Schritt dazu: eine Strukturreform im Rektorat. Diese bietet sich zum neuen Schuljahr, sprich zum 1. August an, weil die bisherige Vize-Leiterin Stefanie Maier ihren Weggang verkündet hat. Angesichts des angestrebten Erneuerungsprozesses sollen nicht alle Aufgaben auf den Schultern von Schulleiter Hubert Hering liegen. Künftig wird die Führungsarbeit auf drei Personen verteilt: An Herings Seite stehen dabei der langjährige Lehrer Roland Jurgeleit und als Mitglied des Konvents Pater Emmeran Walter. „Unsere Alleinstellungsmerkmale werden neu definiert und erarbeitet“, erklärt Bögle. „Dafür braucht es viel Energie, die im Team einfach besser aufzubringen ist.“ Den drei soll genug Zeit bleiben, sich den Zukunftsthemen zu widmen und weiter unterrichten zu können. Eine Entscheidung, die in enger Abstimmung mit den Gremien des Klosters getroffen worden sei. Die Erneuerung wird von diesen mitgetragen.

In den nächsten Jahren soll nun, wie es in einer Mitteilung des Klosters heißt, die „Neudeutung der Ettaler Schultraditionen“ im Mittelpunkt stehen. Alte biblische und humanistische Werte müssen vereinfacht gesagt in die heutige Sprache übersetzt und in modernen Zeiten verankert werden.

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