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Der Meister der Liqueurherstellung im Kloster Ettal: Frater Vitalis.

Enge Zusammenarbeit der Benediktinerabtei mit dem Kreisklinikum Garmisch-Partenkirchen

In Zeiten von Corona: Kloster Ettal stellt jetzt Desinfektionsmittel her

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Ettal hilft: Angesichts des immensen Bedarfs an Desinfektionsmittel gibt es nun eine tolle lokale Initiative.

Ettal – Der Gelbe, der Grüne, Heidelbeere, Himbeer, Heulikör und zuletzt der Dry Gin 1596. Auf dieses Jahr geht die Herstellung von Liqueuren in der Ettaler Benediktinerabtei zurück, die auf der Entstehung der klösterlichen Heilkunde des Mittelalters basiert. 424 Jahre später beschreitet nun das Kloster einen ganz neuen Weg, der einer aktuellen Notsituation weltweit geschuldet ist: In Zeiten der hohen Gefährdung durch die neue Lungenkrankheit Covid-19 startet in Kürze in der Destillerie der Abtei die Herstellung von Desinfektionsmittel – dringend benötigt zum Schutz gegen das tödliche Virus.

Ein Mitarbeiter des Einkaufs am Klinikum Garmisch-Partenkirchen gab den Anstoß für diese Initiative, weil er angesichts des immensen Bedarfs Engpässe auf das Krankenhaus zukommen sah. Gespräche zwischen Klinikapotheke und Klosterdestillerie folgten, daneben mussten natürlich auch entsprechende Genehmigungen eingeholt werden wie etwa vom Landratsamt und dem Hauptzollamt in Rosenheim. Beide Stellen zeigten sich sehr kooperativ, so dass binnen kurzer Zeit alle administrativen Hürden bewältigt waren.

Klinikums-Geschäftsführer Bernward Schröter und Pater Johannes Bauer, Geschäftsführer der Ettaler Klosterbetriebe, freuen sich, dass die Kooperation so schnell zu Stande gekommen ist: „Es ist gut und wichtig, dass wir einander in dieser Krise unterstützen und wo es geht, regionale Lösungen finden. Besonders dankbar sind wir auch Landrat Anton Speer für die Unterstützung.“ Die Desinfektionsmittel erhalten neben dem Klinikum noch andere Kliniken in der Region.

Derzeit lagern im Kloster Ettal 8000 Liter hochkonzentrierter Alkohol, aus denen sich rund 9000 Liter Desinfektionsmittel herstellen lassen. In dieser Zeit wird aus der Klosterdestillerie temporär eine Außenstelle der Klinikapotheke. Die Voraussetzungen seien ideal, versichert Kloster-Sprecher Christian Loth, vor allem von den technischen Rahmenbedingungen her. Loth betont weiter: „Sobald alle noch fehlenden Bestandteile angeliefert sind, werden Elfriede Steinel von der Klinikapotheke und der Ettaler Klosterdestillateur Frater Vitalis mit der Produktion beginnen. Dies wird wahrscheinlich noch in dieser Woche der Fall sein.“

Auch der aktuelle Engpass für Behältnisse, die mit Desinfektionsmittel befüllt sind, konnte nach den Worten der Beteiligten „praxisorientiert“ gelöst werden. Zusammen mit den Kliniken ist ein Mehrwegsystem entwickelt worden, so dass zu jeder Zeit ausreichend Flaschen und Kanister zur Verfügung stehen werden. Die Belieferung übernehmen Fahrer der Ettaler Klosterbrauerei. Beide Seiten betonen abschließend, dass die Produktion des keimtötenden Mittels aus rechtlichen Gründen nur für die Kliniken und nicht für private Zwecke erfolgen könne. Man bittet, von entsprechenden Anfragen abzusehen.

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