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„Ein herausragendes Ausflugsziel“: Suche nach Betreiber für Schlosshotel Linderhof läuft

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Von: Tanja Brinkmann

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Ein Standort mit Zukunft: Der Freistaat will das Schlosshotel samt Gastronomie erhalten.
Ein Standort mit Zukunft: Der Freistaat will das Schlosshotel samt Gastronomie erhalten. © Schwaninger

Die Suche läuft. Um das Schlosshotel Linderhof wieder zu eröffnen, muss ein Betreiber gefunden werden. Einen, der das historische Gebäude mindestens saniert. Damit ist der Beherbergungsbetrieb wohl gesichert. Jetzt gilt es noch, Synergien mit dem Naturpark Ammergauer Alpen zu nutzen.

Linderhof – Noch prangen an den Türen des Schlosshotels Geschlossen-Schilder. Das soll sich ändern. Darin sind sich mittlerweile alle Beteiligten einig. Die Idee, dort im Rahmen der 2015 angekündigten Behördenverlagerung ein innerbetriebliches Depot für die bayerischen Schlösser zu etablieren, ist somit vom Tisch. Linderhof – der historische Bau und der umliegende Park – „sind herausragende Denkmäler, für deren Betrieb auch adäquate Besuchereinrichtungen erforderlich sind“, sagt Franziska Wimberger, Sprecherin der Bayerischen Schlösserverwaltung. Deshalb „hat sich der Freistaat bereits unmittelbar nach der Kündigung durch den ehemaligen Pächter mit den Möglichkeiten einer Modernisierung des Schlosshotels auseinandergesetzt“. Es sei angedacht, die Sanierung und den Betrieb einem Betreiber im Wege des Erbbaurechts zu übertragen.

In diese Entscheidung hat Finanzminister Albert Füracker (CSU) auch die örtlichen Landtagsabgeordneten eingebunden. Die anvisierte Lösung findet Florian Streibl (Freie Wähler) „optimal, dann könnte eine renommierte Hotelkette das Haus übernehmen“. Und das Objekt nach ihrem Gusto sanieren, „das wäre der Idealfall“. Zur Erleichterung des Oberammergauers, der sich im Vorfeld massiv dafür eingesetzt hat, den Hotel- und Gastronomiebetrieb in Linderhof zu erhalten, herrscht nun breiter Konsens für dieses Vorgehen.

Landtagsabgeordnete machen sich für Linderhof stark

Dass der Erhalt dieses Angebots aus regionaler Sicht „sehr wünschenswert“ ist, hat auch Harald Kühn (CSU) gegenüber Füracker deutlich gemacht. „Bei so einem herausragenden Ausflugsziel ist eine vernünftige Gastronomie unbedingt erforderlich“, betont der Murnauer. Dem kann sich Vanessa Voit nur anschließen. „Ein Gewerbebetrieb mit dieser Bedeutung ist für meine Gemeinde und die gesamte Region außerordentlich wichtig“, sagt die Ettaler Bürgermeisterin (parteifrei). Er könne als Teil eines großen Ausflugserlebnisses mit dem Schloss wahrgenommen werden. Ein weiterer Pluspunkt: „Durch den Beherbergungsbetrieb halten wir Besucher im Ort.“

Argumente, die auch die beiden Landtagsabgeordneten ins Feld geführt haben. Und die Frank Peters, Geschäftsführer der Ammergauer Alpen, ebenfalls nennt. Allein eine Sanierung hält er allerdings für nicht zielführend. „Das Objekt ist aus unserer Sicht zu klein.“ Daher plädiert der Tourismus-Experte zumindest für einen teilweisen Neubau. Auch um weitere qualitativ hochwertige Betten zu erhalten. „Dafür müssen wir kämpfen.“ Wie andere Destinationen verlieren auch die sechs Gemeinden im Ammertal Übernachtungsmöglichkeiten. Den Weiterbetrieb des Schlosshotels würde er gerne eng mit dem Standort, mitten im Naturpark Ammergauer Alpen, verbinden. „Wir haben angeboten, da kreativ mitzuarbeiten“, sagt Peters. Jetzt sei es an der Zeit, dort etwas Zukunftssicheres zu gestalten, etwas das die nächsten 20 Jahre überdauert, zu gestalten.

Ziel: Synergien mit Naturpark Ammergauer Alpen nutzen

Damit spricht er Voit aus der Seele. „Vom Betreiber würde ich mir wünschen, dass er den Naturpark und das Schutzgebiet drumherum in das Hotel-Konzept mit einfließen lässt“, unterstreicht die Bürgermeisterin. „So könnten wertvolle Synergien geschaffen werden“. Ähnliche Vorstellungen äußert Peters: „Ich sehe die Chance, da etwas Attraktives von hohem Stellenwert zu schaffen, das vielseitig nutzbar ist.“ Zunächst aber, ist er erleichtert, dass der Freistaat von seiner Idee, das Gebäude als Depot zu nutzen, abgekommen ist. „Das ist eine gute Nachricht.“ Euphorischer zeigt sich die Ettaler Bürgermeisterin: „Das wäre der Hammer, wenn uns das Schlosshotel Linderhof erhalten bleibt.“

Das Areal, auf dem König Ludwig II. zwischen 1870 bis 1886 ein Schloss im Stil des Neorokoko errichten ließ, ist „ein Aushängeschild für ganz Bayern“, sagt Peters. Darin sind sich alle Beteiligten einig. „Der Freistaat Bayern trägt als Eigentümer historischer Bauwerke, wie auch dem Schloss Linderhof, eine besondere Verantwortung“, bestätigt Wimberger. Dazu gehöre neben der Verwaltung, der Pflege und dem Erhalt dieser Sehenswürdigkeiten, dass solche Kulturgüter auch in Zukunft für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Insbesondere ein gastronomisches Angebot sei dabei eine Möglichkeit, um den Aufenthalt für Besucher noch attraktiver zu machen.

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