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Beliebte Einkehr: die Brunnenkopfhütte im Graswangtal befindet sich auf 1602 Metern . 

Wieder mehr Zeit für Privates

„Das kannst du nicht bis zur Rente machen“: Wirte der Brunnenkopfhütte im Graswangtal hören auf

Nach elf Sommern ist Schluss: Norbert und Irmi Misniks hören als Wirtsleute auf der beliebten Brunnenkopfhütte im Graswangtal auf. Die Schlüssel sind schon abgegeben. 

Neue Zeiten kommen auf Irmi und Norbert Misniks zu.

Graswang – Norbert Misniks muss ein bisschen über sich selbst schmunzeln. Drei Tage war es gerade mal her, dass er die Saison auf der Brunnenkopfhütte komplett abgeschlossen hat. An jedem der drei Tage ist er seitdem in die Berge gegangen. „Und mir tut alles weh. Ich bin nichts mehr gewohnt“, sagt er und lacht. Er freut sich, dass er ab sofort wieder Zeit für Bergtouren hat. Auch, wenn er dafür nicht weniger als einen Lebenstraum aufgeben musste. Nach elf Jahren hört der Graswanger zusammen mit seiner Familie als Wirt der Brunnenkopfhütte auf.

„Es war eine superschöne Zeit“, sagt er im Rückblick über eine intensive Erfahrung. 150 Tage pro Jahr hat er in der Einkehr im Graswangtal, die dem Deutschen Alpenverein gehört, gelebt. Seine Frau Irmi und die Kinder Franzi und Michel sind am Wochenende zur Hütte auf 1602 Metern gekommen, um dem Vater zu helfen. „Es gab immer sehr viel Arbeit“, sagt Misniks. Arbeit, „die Du nicht bis zur Rente machen kannst“. Deshalb habe sich die Familie nun für den Ausstieg entschieden. Nach einem unvergesslichen Sommer in den Ammergauer Bergen. Einem Sommer, „in dem alles gepasst hat. Es gab keine Probleme, nichts Negatives“. Im letzten Monat haben die Misniks beschlossen, dass das elfte Jahr das letzte ist. Seit drei Wochen weiß die Sektion Bescheid. Nach dem Saisonschluss Ende Oktober hat der 55-Jährige noch alles abgewickelt und dann die Hüttenschlüssel abgegeben.

Brunnenkopfhütte im Graswangtal: „Du musst ein Multitalent sein“

Nun wird wieder alles anders für ihn. Er lebt nicht mehr sechs Monate am Berg. Kümmert sich nicht mehr von 6 bis 23 Uhr um den Betrieb und meist 15 bis 18 Übernachtungsgäste. „Die Zahl der Übernachtungen hat sich verdoppelt“, sagt er rückblickend auf „seine Zeit“ und auch die viele Arbeit. Entsprechend dankbar ist Misniks über die Unterstützung seiner Frau und Kinder, aber auch der weiteren Familie und der Bekannten. Viele haben mitgeholfen, wenn es darum ging, die Wege herzurichten oder ins Holz zu gehen. Es habe immer etwas zu tun gegeben. „Du musst ein Multitalent sein“, sagt Misniks, der 2008 als Maler ein Quereinsteiger gewesen ist.

Nun ist er sicher, dass er etwas anderes finden wird. Und geht entspannt in die Zukunft. „Wir freuen uns auf die neue Zeit.“ Auf Privatleben. Auf freie Tage im Sommer. Elf Jahre lang sei er nicht zum Baden gegangen. Einfach abends draußen sitzen und mit der Familie den Grill anzuwerfen – es sind ganz einfache Dinge, die nun wieder möglich sind. Die Jahre auf der Brunnenkopfhütte wird er im Herzen behalten. Und daran zurückdenken, wenn er nun selbst wieder in den Bergen unterwegs ist. Sicher bald schon ohne Muskelkater. 

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