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Erster und zweiter Spielleiter der Passion: Gemeinsam saßen Christian Stückl (li.) und Abdullah Karaca im Auto, als es in Ettal zu einem Unfall kam. Der landete nun vor Gericht.

Verklagt

Bekannter Regisseur vor Gericht - Autofahrerin will 30.000 Euro Schadensersatz

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Christian Stückl, der derzeit die Oberammergauer Passionsspiele 2020 vorbereitet, musste am Mittwoch vor Gericht erscheinen. Nach einem Unfall in Ettal hat ihn eine Autofahrerin auf 30.000 Euro Schadenersatz verklagt. 

Ettal – Regisseur Christian Stückl (57) ist Spektakel auf der Bühne gewohnt – da knallt, kracht und raucht es schon mal. Doch am Morgen des 3. Juli 2017 knallte es im echten Leben. Nachdem sich Stückl in einer Bäckerei in Ettal (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) sein Frühstück gekauft hatte, kollidierte er mit seinem Golf leicht mit dem Mercedes einer 56-jährigen Ettalerin. Die schoss noch weiter und donnerte in die Terrassenverglasung der Bäckerei. Der Schaden: 30.000 Euro.

Ist Regisseur Christian Stückl Schuld an dem Unfall?

Die Ettalerin ist der Ansicht, dass Stückl Schuld an dem Unfall ist. Deshalb hat ihr Mann den 57-Jährigen, Spielleiter der Oberammergauer Passionsspiele und Intendant des Münchner Volkstheaters, vor dem Landgericht München II verklagt. Gestern war die zweite Verhandlung vor Gericht, bei der die Unfallbeteiligten ihre Erinnerungen schilderten.

Stückl berichtete, dass er langsam vom Parkplatz aus rückwärts auf die Hauptstraße einbog. In dem Moment sei hinter ihm ein Mercedes vorbei und auf den Parkplatz gefahren. „Es war ein Sekundenbruchteil“, sagte Stückl vor Gericht. „Erst hat was gekratzt, dann habe ich einen riesigen Schlag gehört. Einen Riesen-Knall. Wegen des Aufpralls auf der Terrassenwand.“ Die Kollision am Heck habe er gar nicht wahrgenommen.

Das sagt der Zeuge auf dem Beifahrersitz

Mit im Auto saß Regisseur Abdullah Karaca (30), zweiter Leiter der Oberammergauer Passionsspiele 2020. Stückl und er hatten am Vorabend noch gemeinsam gearbeitet und waren in der Früh auf dem Weg nach München. „Ich kann mich nur noch erinnern, dass es einen Knall gegeben hat“, sagte er. Dann habe er gesehen, dass das Auto in der Glasfassade steckte. Er habe zwar einen „ganz leichten Ruck am Auto gespürt, aber es war eher der Knall.“ Die Mercedes-Fahrerin schilderte den Fall anders. „Der kam immer näher zu mir“, sagte sie über Stückl. Er sei so weit rückwärts gefahren, obwohl er längst schon wieder geradeaus fahren habe können. „Ich dachte, wenn der weiter rückwärts fährt, fährt er mir rein.“ Deshalb habe sie noch mal Gas gegeben – und landete in der Fensterscheibe der Bäckerei.

Hat die Klage gegen Stückl Erfolg?

In der Klageschrift der Ettaler heißt es, dass Stückl „plötzlich und nicht vorhersehbar auf die Fahrbahn gefahren“ sei. Das bestätigte sich jedoch bei den Zeugenaussagen nicht. Deshalb rechnete die Richterin in einer ersten Einschätzung der Klage keine guten Chancen ein: „Die Chancen, dass Sie hier mit 100 zu 0 rausgehen, ist nicht hoch.“ Damit stellt sich die Frage, wer zu welchen Teilen Schuld ist. Nun soll ein Verkehrsgutachten helfen.

Die Vorbereitungen für die Oberammergauer Passionsspiele 2020 laufen. Seit dem März gilt nun der Haar- und Barterlass. Demzufolge müssen sich alle Mitwirkenden der Passionsspiele 2020 Haare und Bärte wachsen lassen. 200.000 Einzelkarten gehen für die nächsten Passionsspiele in den Verkauf. Doch eine Schweizer Ticket-Börse macht Phantomgeschäfte mit der Passion und verkauft die Karten zu Horrorpreisen.

Nina Gut

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