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Bald wieder neunstufig? 

Weniger Nachmittagsunterricht im Visier

Positives Echo auf Rückkehr zum G9

Die Rückkehr zum neunstufigen Gymnasium strebt das Bayerische Kultusministerium an. Ein Schritt, den die Direktoren der vier Gymnasien im Landkreis Garmisch-Partenkirchen nur begrüßen.

Landkreis – Die vier Schulleiter der Gymnasien im Landkreis Garmisch-Partenkirchen sind sich einig: Sie befürworten ein neunjähriges Gymnasium. Zum Schuljahr 2003/2004 wurde eben dieses in Bayern abgeschafft und die Zeit an der weiterführenden Schule auf acht Jahre reduziert. Die Menge des Stoffs jedoch blieb nahezu die gleiche. Das bedeutete, dass die Zahl der Wochenstunden zunahm. Alles, „was der Lehrplan vorsieht, kann man in acht Jahren erlernen – wenn eine entsprechende Begabung vorliegt“, erklärt Tobias Schürmer, Direktor des Werdenfels-Gymnasiums in Garmisch-Partenkirchen. „Das Problem des G8 ist, dass viele Schüler sehr viel Zeit aufwenden, um sich den Unterrichtsinhalt anzueignen. Aber komplett verinnerlichen und begreifen können sie ihn nicht immer.“

Tobias Schürmer, Direktor des Werdenfels-Gymnasiums in Garmisch-Partenkirchen.

Das scheinen die Verantwortlichen im Kultusministerium wohl nun auch so zu sehen. Es soll für ganz Bayern wieder das G9 geben. „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Jedoch muss gut überlegt werden, wie genau man das Konzept in neuer Form umsetzt“, betont Otmar Würl, Direktor am St.-Irmengard-Gymnasium in Garmisch-Partenkirchen. Dem kann sich Josef Holzmann, Leiter des Staffelsee-Gymnasiums in Murnau, nur anschließen. Er steht der Entscheidung generell positiv gegenüber, mahnt aber: „Es darf keine Hauruck-Aktion wie bei der Einführung des G8 werden.“

Inwiefern sich die Umstellung auf die Schulen konkret auswirkt, können die Direktoren noch nicht abschätzen. Das sei in den kommenden Monaten noch zu klären, sagt Holzmann. „Unser Ziel ist es aber definitiv, den Nachmittagsunterricht zu kürzen“, stellt Schürmer klar. Mit weniger Stunden pro Woche bleibt Schülern mehr Zeit für Freizeitaktivitäten und ehrenamtliches Engagement. „Neben der Schulbildung ist so etwas genauso wichtig für eine ganzheitliche Entwicklung“, erklärt der Direktor des Werdenfels-Gymnasiums. „Wir haben an unserer Schule viele Leistungssportler, die mehrmals die Woche trainieren. Auch in diesem Fall kommt das neunjährige Gymnasium den Schülern sehr entgegen.“

Am Benediktiner-Gymnasium Ettal soll es im Fall einer Rückkehr ebenfalls Veränderungen geben. „Wenn das neunjährige Gymnasium wieder kommt, könnte es durchaus sein, dass bis zur siebten Klasse der Unterricht am Samstag wegfällt“, sagt Schulleiter Hubert Hering.

Dass die Umstellung einheitlich im ganzen Bundesland gelten soll, begrüßen die vier gleichermaßen. „Das verhindert die Konkurrenz zwischen den Gymnasien“, meint Holzmann. „Wenn jede Schule intern entscheiden kann, wie viele Jahre es bis zum Abitur sind, wäre das ein weiterer Aspekt, den Eltern und Kinder beim Übertritt abwägen müssen.“ Er geht davon aus, dass für Schüler, die trotzdem den schnelleren Weg zur Hochschulreife einschlagen wollen, eine Möglichkeit vom Kultusministerium entwickelt werde.

Sonja Hößl

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