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Geplanter Standort: Das Selbstbedienungs-Café soll im Nordflügel, schräg rechts gegenüber der Basilika entstehen. 

Landesausstellung 2018

Ein Sommer-Café für Kloster Ettal

Die Zeit drängt: Doch bis zum Start der Landesausstellung im Mai soll im Nordflügel von Kloster Ettal ein Café entstehen. Der Gemeinderat hat bereits seine Zustimmung gegeben.

Ettal – In den vergangenen Jahren hat sich im Kloster Ettal einiges getan: Die Basilika ist nun barrierefrei zu erreichen, es gibt eine moderne Toiletten-Anlage, und auch der Klosterladen präsentiert sich größer und zeitgemäßer. Was bislang noch für die vielen Tagesbesucher fehlt, ist eine gemütliche Einkehrmöglichkeit. Das soll sich in diesem Jahr ändern. Der Gemeindrat hat grünes Licht für den Bau eines Cafés im Nordflügel der Anlage gegeben. Fertig werden soll es im Idealfall bis Anfang Mai.

„Die Landesausstellung wirft ihre Schatten voraus“, sagte Bürgermeister Josef Pössinger zu dem Projekt. Vorgestellt hat es in der Sitzung vor allem Architekt Wolfgang Utz aus Grainau. Er zeigte anhand von alten Plänen, dass der anvisierte Standort ideal sei. „Dort gab es früher einmal einen Durchgang.“

Die Rede ist vom Nordflügel des Klosters, dem Bereich neben dem Speisesaal des Internats. Dort waren vor vielen Jahrzehnten einmal ein Schweinestall und ein „Luxus“-Stall für Pferde untergebracht. „Wir werden das historisch wieder herrichten“, sagte Utz über die alte Aufteilung der Wände.

Demnach ist vorgesehen, dass Besucher über das historische Tor („ein optimaler Zugang“) in eine Art Café-Vorhalle kommen. Dort soll es bereits einen Tresen für diejenigen geben, die nur schnell einen Kaffee oder Espresso zu sich nehmen wollen. Wie Gemeinderat Pater Johannes Bauer auf Nachfrage von Vanessa Voit erklärte, will das Kloster aber nicht die neumodische „To-go“-Kultur unterstützen. „Es wird keine Pappbecher geben, die dann in unseren Mülleimern landen.“

Im Inneren der Einkehr soll es entlang der vier großen Fenster Bankreihen geben. Insgesamt sind 38 Plätze vorgesehen, weitere 30 werden draußen auf der Holzterrasse angeboten. Wobei es sich um einen Selbstbedienungsbetrieb handelt. Die Gäste gehen selbst an die Theke, bestellen sich Getränke, Brezen, Kuchen oder kleine Snacks.

Im hinteren Bereich werden eine Vorbereitungs- und eine Spülküche – beides sauber voneinander getrennt – eingerichtet. Außerdem sind Toiletten für die Besucher wie für das Personal geplant. Letzteres bekommt wie vorgeschrieben einen kleinen Aufenthaltsraum. Nicht einfach war bei der Konzeption, erklärte Utz, alle Brandschutz-Auflagen in dem Gebäude einzuhalten.

Die entstandenen Pläne, für die der Gemeinderat bei der Enthaltung Bauers einstimmig seinen Segen gab, gehen nun ans Landratsamt. „Sobald wird die Genehmigung bekommen, soll der Bau beginnen“, verdeutlichte der Pater auf Anfrage. Schließlich ist der Zeitplan für das 200 000-Euro-Projekt eng gestrickt. Die Landesausstellung, die das Kloster zusammen mit dem Haus der Bayerischen Geschichte organisiert, feiert am 3. Mai Eröffnung. Bis November dreht sich in Ettal dann alles um das Thema „Wald, Gebirg’ und Königstraum – Mythos Bayern“. 150 000 Besucher und mehr werden dazu im Ammertal erwartet.

Zwar freue sich das Haus der Bayerischen Geschichte, wenn das Kloster in diesem Rahmen ein Café anbieten kann. „Zuschüsse gibt es aber keine.“ Das Lokal entsteht auch nicht nur für die Landesausstellung: Es soll künftig ebenfalls seine Pforten öffnen. Allerdings nur – wie Bauer betonte – in den Sommermonaten. 2018 sind die Öffnungszeiten auf 10 bis 17 Uhr festgelegt. „Wie es nächste Jahr weitergeht“, sagte der Pater, „schauen wir dann mal.“

Die Landesausstellung

findet vom 3. Mai bis 4. November im Kloster Ettal statt. Mit rund 80 Veranstaltungen ist aber auch der gesamte Landkreis eingebunden. Alle Infos auf www.landes ausstellung-ettal.de

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