Erzbistum weist Vertuschungsvorwürfe zurück

Ettal - Nach Vertuschungsvorwürfen gegen den Münchner Erzbischof und Kardinal Reinhard Marx bei einem Fall von sexuellem Missbrauch hat sich nun auch das betroffene oberbayerische Kloster Ettal zu Wort gemeldet.

Auch die Benediktinerabtei sei erst drei Monate nach Bekanntwerden der Vorwürfe im Erzbischöflichen Ordinariat informiert worden, teilte der Orden am Donnerstag mit.

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Der Erzieher - kein Priester - sei daraufhin sofort vom Dienst freigestellt worden. Von dem mutmaßlichen Täter hat das Kloster laut Mitteilung erst Monate später erfahren, dass die Vorwürfe in der Bistumsleitung bereits seit April 2010 bekannt waren, aber erst im Juli darauf angezeigt wurden.

Eine offizielle Erklärung blieb das Erzbistum bislang schuldig

Dies ist deshalb von Bedeutung, weil der Erzieher noch drei Monate Kontakt mit Schülern des Ettaler Klosters hatte. Allerdings gebe es nicht ein Anzeichen, dass der Pädagoge in dieser Zeit erneut straffällig geworden sein könnte. “Wir haben genau nachgeforscht“, schreibt das Kloster. “Aber es gab während der gesamten Zeit seiner Tätigkeit an unserem Internat keinen einzigen Hinweis auf derartiges Verhalten.“ Dennoch bleibe der Beschuldigte bis zur Klärung der Vorwürfe vom Dienst suspendiert.

Eine offizielle Erklärung, warum der Fall nicht sofort angezeigt wurde, blieb das Erzbistum bislang schuldig. Wie es aber hieß, sei dies aus Gründen des Opferschutzes nicht möglich gewesen. Das Erzbistum München und Freising wies Vertuschungsvorwürfe in dem Zusammenhang jedenfalls scharf zurück.

Nach einem Bericht der Tageszeitung “Die Welt“ hatte sich ein mutmaßliches Opfer beim Missbrauchsbeauftragten des Erzbistums gemeldet und angegeben, vor rund 25 Jahren im Kloster Scheyern von dem später nach Ettal gewechselten Erzieher sexuell missbraucht worden zu sein.

dpa

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