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Die künftige Heimat des Kindergartens: Dort, wo gerade noch die Camper parken, wird die Einrichtung entstehen.

Kloster und Gemeinde führten erfolgreiche Verhandlungen

Schlechte Bausubstanz: Ettal errichtet neuen Kindergarten

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Die „Pfarrstrolche“ ziehen um. Die Gemeinde wird einen neuen Kindergarten bauen. Mitte oder Ende 2020 könnte es losgehen mit dem Projekt.

Ettal – Josef Pössinger steht die Freude ins Gesicht geschrieben. „Es ist ein schönes Projekt“, sagt Ettals Bürgermeister. Eines, das er zwar noch selbst auf den Weg gebracht hat, aber nicht mehr während seiner Regentschaft beendet. Pössinger kandidiert bei den Kommunalwahlen 2020 nicht mehr für das Amt des Rathauschefs. Den Neubau des Kindergartens, sagt er, „kann auch mein Nachfolger machen“.

Die Basis für das Vorhaben schafft der Gemeindechef noch selbst. Weil die Zeit reif ist, etwas an der aktuellen Situation zu ändern. Derzeit ist der Kindergarten Pfarrstrolche im Haupttrakt des Klosters untergebracht. Das Gebäude – „ziemlicht alt“. Aus den 1960-er Jahren, schätzt Pössinger. Noch dazu wurde es damals nicht speziell für eine solche Einrichtung geschaffen. Das zeigt sich immer wieder. Nicht nur die Bausubstanz verschlechtert sich, die Geländer und Treppen seien nicht kindgerecht.

Vor allem im vergangenen Winter hatte Pössinger ein „schlechtes Bauchgefühl“. Man hatte mit dem vielen Dachschnee zu kämpfen. Immer stellte sich die Frage, wann der Zugang zu sperren ist. Für ein paar Wochen mussten Eltern und ihr Nachwuchs schließlich einen anderen Weg nehmen, um in den Kindergarten zu gelangen. „Durch die Katakomben ist’s zwar spannend“, betont Pössinger, aber eben nicht mehr wirklich sicher.

Immer wieder gab es Probleme. Zum Beispiel mit der Außentreppe im Winter. Zuletzt beim Angebot. Für August liegen zehn Anmeldungen von unter Dreijährigen vor, die Pfarrei, die mit der Diözese den Kindergarten betreibt, kann aber maximal fünf Plätze vergeben. Bitter, wie der Bürgermeister findet. Schließlich seien Kinder die Zukunft der Gemeinde, erst recht in einem kleinen Ort wie Ettal.

Kloster stellt Grundstück auf Erbpacht zur Verfügung

Um ein „Krisengespräch“ kamen die Beteiligten nicht herum. Ein neuer Kindergarten – ja, aber wo? Die Kommune ist bekanntlich nicht reich gesegnet mit eigenen Grundstücken. Verhandlungen mit Pater Johannes Bauer, Cellerar des Klosters und Gemeinderat, folgten. Auch ein Antrag ans Kloster wurde gestellt – samt der präferierten Variante. Das Ergebnis: gut für die Gemeinde. Das Kloster stellt das gewünschte Grundstück im Umfeld des Wertstoffhofs auf Erbpacht zur Verfügung. Die ideale Fläche, meint Pössinger. Sonnig, ruhig, nahe am Wald. Der Standort bringt viele Vorteile mit sich. Er sei ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen, die Kleinen müssen die B2 nicht überqueren, und der Hang kann als Spielbereich dienen.

Der Gemeinderat steht voll und ganz hinter dem Projekt, fasste sukzessive die nötigen Beschlüsse. Einstimmig, betont Pössinger. Ein Architektenbüro ist mit der Planung beauftragt. Im August soll der Förderantrag gestellt werden. Die Zeit drängt, weil das entsprechende Sonderinvestitionsprogramm Ende des Monats ausläuft. „Wir wollen es aber unbedingt nutzen“, sagt Pössinger. Für das Vorhaben müssen zudem der Flächennutzungsplan geändert und ein Bebauungsplan aufgestellt werden. „Das läuft schon.“

Die wichtigsten Schritte sind eingeleitet. Die Kosten aber ohne fertige Planung noch schwer einzuschätzen. Der Bürgermeister kalkuliert grob mit einer Million Euro, die die Gemeinde zu schultern hat. Wann der Startschuss für das Projekt fällt? Kann Pössinger auch noch nicht prophezeiten, er meint aber Mitte/Ende 2020.

Feststeht dafür, dass es im Neubau statt bisher maximal 30 Plätze künftig 32 geben wird. Eingrüppig und gemischt wie bisher. „Damit wir flexibel reagieren können.“ Betreiber bleiben Diözese und Pfarrei.

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