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Ein wahrlich imposantes Gebäude - das Klosterhotel Ludwig der Bayer in der Ortsmitte von Ettal.

Großer Festabend mit 200 Ehrengästen in der Rosner-Aula

Ettal: Klosterhotel Ludwig der Bayer feiert 400-jähriges Jubiläum

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Mit lokaler Prominenz, Mitarbeitern, Geschäftspartnern, Freunden und Stammgästen feierte das Hotel Ludwig der Bayer im Kloster Ettal jetzt sein 400-jähriges Bestehen.

Ettal – Auf Seite 186 des Jubiläumsbuchs schildert Stammgast Marianne Bauer eine Episode, die ihr in guter Erinnerung geblieben ist. Deren inzwischen verstorbener Mann hatte vorm Pfingstfest 1961 in der Basilika bei einem Pater gebeichtet – „das war damals noch so“. Es dauerte eine Weile, bis der Gatte wieder aus dem Beichtstuhl kam. Mit einem breiten Grinsen verließ der Ehemann die Kirche, und klärte seine Frau umgehend auf: Der Mönch habe sich mit ihm so begeistert über Kolping und die Musik unterhalten, dass er am Ende beinahe die Lossprechung von den Sünden vergessen hätte . . . Marianne Bauer erzählt in dem Buch noch viel mehr aus ihren Erinnerungen an Ettal, „das zu meiner zweiten Heimat geworden ist“.

Ein dicker Schmöker ist’s geworden, 400 Jahre Geschichte des 4-Sterne-Klosterhotels Ludwig der Bayer sind auf 212 Seiten festgehalten und bleiben somit der Nachwelt erhalten. Ein außergewöhnliches Jubiläum, das da am Donnerstagabend in der festlich geschmückten und mit 200 Gästen besetzten Rosner-Aula festlich und mit Pomp begangen wurde. Wobei: Ganz genau könne man gar nicht mehr eruieren, wann es erstmals eine Herberge in dem Benediktinerkloster gegeben habe, betonte Cellerar Pater Johannes Bauer beim Jubiläums-Festabend: „Wir wissen nur, dass es um 1619 ein Kloster-Gasthaus hier gab.“ Demzufolge wurde nun gemeinsam mit Freunden, Gästen, Mitarbeitern und Partnern das 400-Jährige gefeiert: „Solch’ eine Zahl ist wohl ein Anlass, das Glas zu erheben“, fügte der Pater an, der für das Klosterhotel verantwortlich ist. Wobei „die heimliche Chefin“ eindeutig Stefanie von Külmer ist, ohne die – seit 26 Jahren – nichts läuft. Sie ist Motor, Managerin und Mädchen für alles, und hat sich in den vergangenen Jahren einen höchst motivierten und engagierten Mitarbeiterstab aufgebaut.

Ehrengäste des Festabends: (v.l.) Landrat Anton Speer, Cellerar Pater Johannes Bauer, Jürgen Lochbihler (Schatzmeister des Hotel- und Gaststättenverbandes Bayern), Abt Barnabas Bögle, Erzbischof Dr. Nikola Eterovic, Hotel-Chefin Stefanie von Külmer und Staatssekretär Roland Weigert.

Ein ganz besonderer Ort

Zurück zum Festabend: In seiner kurzen Begrüßung würdigt Abt Barnabas Bögle den hohen Einsatz vieler Hände bei der Vorbereitung des Festes, vor allem von Pater Johannes. Dem Klosterhotel wünscht er, dass es auch in Zukunft eine zuverlässige Adresse für Erholungssuchende und Wallfahrer sei. Wie schrieb einst schon der Hl. Benedikt in seiner Regel: „Alle Fremden, die ankommen, sollen wie Christus aufgenommen werden . . .“

„Ettal – ein ganz besonderer Ort, mit einer stolzen Benediktinerabtei und einer wunderschönen Landschaft“: Mit diesen Worten leitete Roland Weigert, Staatssekretär im Bayerischen Wirtschaftsministerium, sein Grußwort ein. Und erinnerte an den Namensgeber für das Hotel, Kaiser Ludwig den Bayern, einer von zwei Wittelsbacher Kaisern und Gründer des Klosters, als er am 28. April 1330 von seinem Italienfeldzug kommend hier Station machte, weil der Legende nach sein Pferd dreimal hintereinander an einem Baum niedersank. Ettal, meinte Weigert weiter, sei ein bayerisches Juwel.

Landrat: Eine Erfolgsgeschichte

In die Geschichte tauchte kurz Landrat Anton Speer ein, indem er daran erinnerte, dass der Gasthof („eine der ältesten Herbergen in ganz Deutschland“) 1619 in stürmischen Zeiten eröffnet worden sei, denn 1618 mit dem Prager Fenstersturz habe der Dreißigjährige Krieg begonnen. Das heutige Hotel Ludwig der Bayer mit seinem „freundlichen Personal“ rühmte der Landrat als „Aushängeschild und wichtigen Arbeitgeber“. In 400 Jahren sei eine Erfolgsgeschichte geschrieben worden. Der Hotel-Chefin von Külmer überreichte er ein Landkreiswappen, verbunden mit dem Wunsch, die Mönche mögen stets ihre Vorschläge gut heißen, worauf die Geschäftsführerin trocken konterte: „Immer hat der Konvent in der Vergangenheit ja nicht zugestimmt.“

Über 200 Festgäste füllten die Rosner-Aula.

Eine Willkommenskultur

Die Schlussrede blieb Jürgen Lochbihler, Schatzmeister des Hotel- und Gaststättenverbands Bayern, vorbehalten. Als ehemaliger Schüler in einem Benediktinerkloster (Schäftlarn) vermag er einzuschätzen, wie wichtig in Ettal die Bausteine Orden – Hotel – Brauerei – Internat seien. Zum „Ludwig der Bayer“ meinte Lochbihler: „Wichtig ist immer, dass Gäste herzlich willkommen sind. Das spürt man, wenn man ein Haus betritt.“ Im Falle Ettal seien Stammgäste vom hohen Norden bis in die Schweiz ein Beweis für hohe Qualität und Herzlichkeit.

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