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Recht futuristisch soll das Hotel Blaue Gams in Zukunft aussehen. 

Fundament zu schwach für Holzhaube

Ettals Blaue Gams: Teil-Abriss nötig

Der Baugrund ist zu schlecht – deshalb muss jetzt umgeplant werden, damit das Ettaler Hotel eine Holzhaube bekommen kann. Einmal mehr stand die Zufahrt für die Feuerwehr in der Kritik.

Ettal – Eigentlich sollte bereits im Herbst der Umbau der Blauen Gams in Ettal beginnen. Vorgesehen war, über den alten, linken Bereich des Drei-Sterne-Superior-Hotels eine futuristisch anmutende Holzhaube zu stülpen. Nun lag jedoch ein neuer Bauantrag im Gemeinderat auf den Tisch. „Der alte Teil soll abgerissen werden“, erklärte Bürgermeister Josef Pössinger. Es habe sich gezeigt, dass die Fundamente den Aufbau nicht tragen würden.

Da die Gams nicht denkmalgeschützt ist, fanden die Architekten Michael Dressler und Axel Stein leicht eine Lösung. Die Haube bleibt. Nur mit einem Neubau darunter. Dabei orientieren sich die Verantwortlichen an dem, was war. Und den Plänen aus der Bauvoranfrage, die der Gemeinderat im April vergangenen Jahres abgesegnet hat.

So soll es laut Dressler im Erdgeschoss wieder mehrere Stuben geben. Außerdem werden dort die Rezeption samt Büro, eine kleine Bar und der Küchenbereich entstehen. In den darüberliegen beiden Stockwerken sind die 24 Zimmer und Suiten vorgesehen. Im Dachgeschoss soll ein großer Konferenzraum mit Glasdach Platz finden. Alle Etagen sind mit einem Fahrstuhl verbunden, der etwas mehr Raum benötigt. Deshalb ist eine Dachgaube auf der Bergseite nötig. Die sehe man vom Parkplatz aus fast nicht.

Dieser ist, wie Pössinger in Erinnerung rief, oft nicht voll besetzt. Stattdessen würden die Besucher ihre Autos, um Fußwege zu vermeiden, entlang der Hangstraße abstellen. Dort gibt es aber kaum Platz. Die Folge: Stehen die Fahrzeuge nicht akurat innerhalb der Markierung, verengt sich die Straße. Und zwar so sehr, dass es für ein Feuerwehr-Fahrzeug kein Durchkommen geben würde. Die gleiche Situation entsteht, wenn Autos auf dem Parkplatz zu nah an der kurvigen Zufahrt stehen. Die Löschfahrzeuge könnten nicht rangieren. „Das gibt das totale Chaos“, sagte der Bürgermeister mit Blick auf einen Brand. Nicht auszumalen, wenn sich Personen im Gebäude aufhalten, und die Feuerwehr ihnen nicht zu Hilfe eilen könnte. Pössinger belegte seine Ausführungen mit aktuellen Bildern von der Situation am Wochenende.

Und sprach Otto Kastenhuber an, der die Geschäfte für die Hotel-Eigentümer Sergej und Tatiana Bedelev aus Russland führt. Es gelte, an der Hotel-Zufahrt Halteverbotsbereiche zu installieren. „Das muss sofort gemacht werden.“ Von einem Zuhörer wurde dann die Löschwasser-Versorgung angesprochen. Der „Russenweiher“ kann laut Kommandant Georg Gall nicht mehr benutzt werden. Von Architekt Stein wurde dann auf das anstehende Brandschutz-Gutachten verwiesen, für das Sachverständige herangezogen werden.

Der Gemeinderat stimmte den neuen Plänen – dagegen war nur Korbinian Ostler – zu. Das letzte Wort hat aber das Landratsamt. Das hatte bislang zur baurechtlichen Zulässigkeit Stellung genommen. Nicht zur Fassade. „Sie polarisiert“, sagte Pössinger. Aber auch, dass sich über Geschmack streiten lässt.

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