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Altes Motiv, neu gedruckt: Eine Postkarte von anno dazumal. Einst waren es Bilder wie dieses, die in die Welt trugen, wie es in Bayern aussieht. Auch so entstand der Mythos.

Landesausstellung 2018 

Ettals Traumwelt entsteht ab Januar

235 043 Besuche der Bayerischen Landesausstellung gab es heuer in Coburg. Eine Zahl, die erahnen lässt, was nächstes Jahr im Landkreis los ist. Immer mehr Details zu dem Großereignis werden bekannt. Die wichtigsten hat das Haus der Bayerischen Geschichte jetzt vorgestellt.

München/Ettal – In so genannten Mosaikbildern setzt sich das Hauptmotiv aus hunderten einzelnen Fotos zusammen. Mehr als 100 000 werden es bei dem Bild sein, das zwischen Mai und November 2018 in Ettal entsteht. Jeder Besucher der Landesausstellung, ist dann eingeladen, sich ablichten zu lassen. Jedes Foto wird Teil eines riesigen Wappens vom Freistaat. Weil Bayern seine Bewohner ausmachen, erklärte Margot Hamm vom Haus der Bayerischen Geschichte bei der Jahrespressekonferenz in München.

250 Exponate auf 1500 Quadratmetern

Für die Projektleiterin ist das Kloster Ettal der „ideale Ort“ für die Ausstellung unter dem Titel „Wald, Gebirg’ und Königstraum“. Weil es die Benediktiner-Tradition genauso gibt wie die Braukunst und Erfahrung mit dem Fremdenverkehr. Hamm ist voller Lob für ihren Ausstellungspartner. „Er leistet Unglaubliches“, sagt sie mit Blick auf die baulichen Herausforderungen. Der ganze Südflügel des Klosters bietet auf 1500 Quadratmetern Platz für 250 Exponate. Draußen geht es dann in ein „mächtiges, interessantes Gebäude“: einen runden Pavillon mit einem Durchmesser von 17 Metern und einer Höhe von sieben Metern. In ihm zeigen die Veranstalter das Graswangtal in 360-Grad-Optik. Und in der Form, wie es ausgesehen hätte, wenn König Ludwig II. nicht nur Schloss Linderhof, sondern alle seine Pläne Wirklichkeit hätte werden lassen. „Die Besucher können in seine Gedankenwelt gehen“, erklärte Hamm. Und seinen „Rausch mitträumen“. Der sagenumwobene Märchenkönig und sein rätselhafter Tod haben dem Mythos Bayern, wie Hamm es formulierte, „die Krone aufgesetzt“.

Einem Mythos auf der Spur

Warum man beim Freistaat sofort an die Schlösser und Berge, die wundervolle Landschaft, aber auch schuhplattelnde Biertrinker denkt, versucht die Ausstellung zu erklären. Zum Beispiel mit Gemälden, die Wirtshausszenen aus den vergangenen Jahrhunderten zeigen, Stücke wie einem Trinkbecher in Form eines umgedrehten Gamsbockkopfes oder alten Postkarten. Ihre Motive brachten in Zeiten, in denen Fotos noch nicht existent oder rar waren, das Bild Bayerns in die Welt. Hamm erinnerte daran, dass bereits im 19. Jahrhundert mehrere hunderttausende Besucher zu den Passionsspielen nach Oberammergau kamen. In dieser Zeit sind die Bayern „überwiegend katholisch, dem Jenseits verbunden, dem Diesseits aber zugeneigt.“ Der besondere bayerische Lebensstil wird mit dem Bier exportiert, umgekehrt wächst der Besucherstrom.

Gute Besucherzahlen heuer in Coburg

Es sind viele Themenfelder, die den Mythos ausmachen und sich in der Ausstellung wiederfinden. „Mit der Einrichtung beginnen wir im Januar“, sagte Richard Loibl, der Direktor im Haus der Bayerischen Geschichte. Er blickte nicht nur voraus, sondern auch zurück. Heuer fand die Landesausstellung zum Thema „Ritter, Bauern, Lutheraner“ in Coburg statt. Mit 235 043 Besuchern. „Das passt. Damit sind wir zufrieden.“ Coburg wohl auch. Loibl zufolge ging in der Stadt die Zahl der Gäste-Ankünfte um neun Prozent nach oben, bei den Übernachtungen waren es sieben Prozent. Eine Bilanz, die Gastgeber im Ammertal gern sehen werden. Dort kann vom 3. Mai bis 4. November während der Zeit der Ausstellung bereits wunderbar für das nächste Großereignis geworben werden. Schließlich findet zwei Jahre später die Passion in Oberammergau statt.

Damit 2018 Besucher problemlos nach Ettal kommen, hat die Gemeinde bereits die Parkplätze für Busse erweitert. Die Bahn weist schon jetzt darauf hin, dass es zwischen München und Ettal stündlich eine Verbindung per Zug nach Oberau und dann weiter mit dem Bus gibt.

Wie Loibl bei der Jahrespressekonferenz einräumte, sei die geplante Ausstellung in Ettal schon etwas „oberbayern-lastig“.

Freistaat feiert 100-jähriges Bestehen

Hier ist aber nicht nur die Landschaft, die den Mythos des Freistaats – er feiert 2018 sein 100-jähriges Bestehen – prägt. In der Region um München hat der Märchenkönig gelebt und seine Bauträume ausgelebt. „Wir können die Geschichte“, sagte Loibl, „ja nicht mehr ändern“.

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