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Ab Mai 2020 wieder neu zu verpachten: die Hütte am Brunnenkopf in den Ammergauer Alpen.

Mehr als 700 Wanderer pro Tag

„Regelrechter Ansturm!“ - Hüttenwirt hört nach einem Jahr schon wieder auf

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Die vermeintliche Berghütten-Idylle kann manchmal auch täuschen: Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen hört Brunnenkopf-Wirt Luis Baudrexl nach einem Jahr wieder auf.

  • Der Hüttenwirt der Berghütte am Brunnenkopf hört nach einem Jahr wieder auf. 
  • Im Sommer sei die Hütte regelrecht überrannt worden.
  • Doch das ist nicht der Hauptgrund für die Entscheidung des Wirtes. 

Graswang – Die Zeiten, als die idyllische Berghütte am Brunnenkopf (1602 m) in den Ammergauer Alpen noch so etwas wie ein Geheimtipp war, sind vorbei. Vor allem an schönen Wochenenden im Sommer und Herbst setzt – wie überall in der Region – ein regelrechter Run von Naherholern aus dem Münchner und Augsburger Umland in die Berge ein. 700 und mehr Wanderer (pro Tag!) hat Hüttenwirt Luis Baudrexl in der vergangenen Saison teilweise bewirtet. „Grenzwertig für so eine kleine Hütte“ nennt das der 41-Jährige. Nun hört er auf.

Dass die Anforderungen, diesen Hochbetrieb in einer zehn Quadratmeter kleinen Küche zu stemmen, zu groß wurden, ist für den Garmisch-Partenkirchner ein Grund, warum er das Pachtverhältnis mit der Sektion Bergland des Alpenvereins beendet. Der zweite, für ihn viel wichtigere, betrifft seine Familie: „Wir bekommen bald Nachwuchs. Meine Frau führt im Kreisort ein großes Blumengeschäft, dann haben wir noch zwei Kinder. Da kann ich nicht nur auf mich schauen, Franziska braucht jetzt meine Unterstützung.“

Video: Immer mehr Touristen wollen in die Berge

Berghütte am Brunnenkopf: Mehr als 700 Wanderer pro Tag - Zu Spitzenzeiten bis zu zehn Helfer

Baudrexl beteuert, dass er total gerne am Brunnenkopf Wirt war: „Man kann sich dort oben echt entfalten und kreativ sein. Bis zu einem gewissen Punkt, wenn die Leut’ zuviel werden und ein regelrechter Ansturm einsetzt. Wir sind an unsere Grenzen gestoßen.“ Überaus froh zeigt sich der Steinmetz, dass er bei seiner Tätigkeit auf dem Berg so von seiner ganzen Familie unterstützt worden ist, „vor allem von der Mama und vom Papa“. Doch mit der Bedienung der Gäste benötige man an den Hauptwochenenden bis zu zehn Helfer: „Die zu bekommen, ist nicht ganz so einfach.“ Als „perfekt“ bewertet Baudrexl die Zusammenarbeit mit den heimischen Lieferanten und der Klosterbrauerei Ettal.

Der enorme Zuspruch am Brunnenkopf mag auch daher gerührt haben, dass der Bayerische Rundfunk in zwölf Folgen über Luis Baudrexl und sein Leben als Hüttenwirt berichtet hat, und somit Bergsteiger wie ein Magnet anzog.

Hüttenwirt Luis Baudrexl hört auf - Ende des Pachtverhältnisses kam für Alpenverein unerwartet

Die Beendigung des Pachtverhältnisses traf die Sektion Bergland nach Aussage des Zweiten Vorsitzenden Alex Huber „überraschend“. Anfang Dezember habe man von Baudrexl davon erfahren. „Über die Gründe kann ich nichts sagen, die würden mich auch interessieren.“ Dem widerspricht der Garmisch-Partenkirchner: „Wir haben dem Alpenverein die Gründe ganz klar genannt. Sie wissen, dass es bei mir familiäre Veränderungen gibt und ich auch gesundheitlich angeschlagen bin.“ Auf die Frage, wie man von Seiten des AV mit der Arbeit des Pächters zufrieden gewesen sei, beantwortet Huber knapp: „Es gab keine großen Beschwerden von Gästen.“

Nun ist man von Seiten der Sektion auf der Suche nach einem neuen Wirt, „idealerweise ein Paar, das die Hütte möglichst langfristig bewirtschaften möchte“. Laut Ausschreibung muss der künftige Pächter „durchsetzungsfähig, kommunikationsstark und belastbar“ sein. Weiter heißt es: „Sie verstehen Ihre Gäste als Grundlage für Ihren unternehmerischen Erfolg und behandeln sie entsprechend ...“ Und wie sieht die Zukunft von Luis Baudrexl aus: „Ich werde mich in Schulungen weiterbilden und versuchen, in meinem früheren Beruf eine Stelle zu finden.“

Gut besucht ist auch die Reintalangerhütte im Wettersteingebirge - sie ist ein besonders schönes Haus. Was Bitcoins, Latte Macchiato und ein Metzgermeister mit der Hütte zu tun haben.

Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen machte ein englischer Tourist außerdem einen ungewöhnlichen Fund - und das auf dem Gipfel der Zugspitze.

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