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Leben den Königstraum: die Schachen-Wirtin Marianne Leitenbauer (r.) und ihre Tochter Steffi.

Lockmittel Mensch

Die Gesichter der Landesausstellung

100.000 bis 200.000 Besucher werden 2018 zur Landesausstellung „Wald, Gebirg und Königstraum – Mythos Bayern“ im Kloster Ettal erwartet. Bewohner der Zugspitzregion, von der Hüttenwirtin über den Bergführer bis zur Geigenbauerin, sollen schon jetzt neugierig auf ein reich gesegnetes Fleckerl Erde machen.

Landkreis – Die Ausstellung ist das eine. Der Besuchermagnet. Es gibt daneben aber noch unzählige andere Möglichkeiten, den Reiz Bayerns im Landkreis Garmisch-Partenkirchen zu erleben. Zum Beispiel, indem man die Menschen hier kennenlernt, ihren Alltag, ihre Träume. Diese Idee haben die Touristiker Christian Lackner und Aljona Pimakova von der Zugspitz Region entwickelt. Wer im Internet unter dem Suchwort „Landesausstellung Ettal“ den Link „Mythos Bayern“ anklickt, sieht gleich, was sie meinen. Da lassen drei Menschen den Leser an ihrem Leben teilhaben, und der bekommt sofort Lust auf mehr. „Wir haben uns überlegt, wie wir unseren Landkreis mit allen Licht- und Schattenseiten entdeckbar machen, nicht museal und wissenschaftlich, sondern populär“, erläutert Lackner. Nach und nach werden 15 Landkreisbewohner porträtiert, vom Unternehmer bis zum Holzer, der noch mit der Axt und dem Ross in den Forst ging. „Es soll sich lohnen, auf die Seiten zurückzukehren“, sagt Lackner: „Für uns wäre es optimal, wenn einer sagt, er möchte diese Leuten persönlich treffen.“

Mythos Wald

Bringt den Wald zum Klingen: Geigenbaumeisterin Maria Sandner.

Den Mythos Wald repräsentiert die Geigenbauerin Maria Sandner. Sie steht eigentlich nicht gern in der Öffentlichkeit, aber Christian Lackner zuliebe hat sie mitgemacht. „Kunden haben mich schon auf den Artikel angesprochen“, sagt sie, nach der Skepsis jetzt auch ein bisschen stolz. Ihre Geschichte, wie sie von der Ostseeküste nach Mittenwald kam und da Frau eines Geigenbauers wurde, dessen Vater ihre Schwester unterrichtet hatte, klingt wie ein Märchen. Maria Sandner bringt das Holz zum Klingen. Auch besondere Aufträge nimmt sie gern an. Einmal hat sie einer Violinistin, die durch einen Unfall das Gefühl in der rechten Hand verlor, eine spiegelverkehrte Geige angefertigt.

Mythos Gebirg

Macht den Mythos Gebirg erlebbar: Bergführer Christian Hessing stellt den Nordwandsteig auf der Zugspitze vor und erzählt von seinem Beruf.

Der Bergführer Christian Hessing verkörpert den Mythos Gebirg. Der Garmisch-Partenkirchner nimmt den Leser mit auf die Zugspitze, und zwar auf den Durchstieg der Nordwand über den neuen Steig „Eisenzeit“. Hessing will den Landkreis als Bergerlebnis zeigen und das moderne Berufsbild des Bergführers darstellen: „Viele wissen nicht, dass wir Fachsportlehrer sein müssen.“ Ein interessanter Mann, der viel erzählen kann. Von seinen Studienzeiten, in denen er bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften Gletscherforschung betrieb und die Messstationen auf dem Verhagtferner betreute. Wie da, um leichter an EU-Fördergelder für ein Projekt in Tadschikistan heranzukommen, die Idee geboren wurde, ihn zum Bergführer auszubilden. Und wie entspannend es sogar für sportliche Gäste ist, auf einer Tour einen Profi an ihrer Seite zu wissen: „Man braucht sich keinen Kopf machen. Und muss dadurch Erlebnisse nicht verschenken.“

Mythos Königstraum

Den Mythos Königstraum lebt die Schachen-Wirtin Marianne Leitenbauer und will diesen den Internet-Besuchern nahebringen. Wie sie von ihrem „traumhaften“ Arbeitsplatz schwärmt, vom Geruch der Zirben, von netten Gästen wie dem Brauereibesitzer von den Bahamas oder von der Ruhe, die sie überkommt, wenn sie bei Vollmond das königliche Schachenhaus oder an Johanni die Bergfeuer betrachtet – das kann einen schon animieren, sich auf den Weg zum Schachen zu machen. „Oben im Saal, wenn da die Sonne reinscheint, das glaubt man nicht“, erzählt sie begeistert. „Viele sagen ja, dass der König Ludwig gesponnen hat. Wenn das stimmt, dann hat er gut gesponnen. Er hat Orte aufgetan, auf die kein anderer geschaut hat.“ Ab 1. Juni nimmt sie wieder mit ihrer Familie die Gäste in Empfang.

Dr. Nikolaus Faulstroh koordiniert vom Landratsamt aus die bayernweite Landesausstellung, die der Landkreis gemeinsam mit dem Haus der Bayerischen Geschichte und dem Kloster Ettal von Mai bis November 2018 stemmt. Ganz klar, sagt er, soll die Region von dem Ereignis profitieren. Die Internet-Porträts findet er gut und arbeitet selber an einem vielseitigen Rahmenprogramm mit. So werden Schüler vom Staffelsee-Gymnasium Murnau und vom Gymnasium Reutte/Tirol ab Herbst sämtliche bewirteten Hütten auf der Internetseite vorstellen.

Eva Stöckerl

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