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Profi-Musiker: Die Professorin Ana Chumachenco (l.) und ihre Meisterschülerin Naoka Aoki proben mit Professor Adrian Oetiker für die Abschlussgala 2016. 

Festival der Internationalen Sommerakademie

Musikgenuss aus der Schweiz im Kloster Ettal

Die Internationale Sommerakademie – bestehend aus Musikprofessoren und deren Studenten – wurde vor 40 Jahren in der Schweiz gegründet. Wegen Unstimmigkeiten ist sie nun nach Ettal umgezogen. Dort ist man nun um einen kulturellen Höhepunkt reicher.

Ettal – 39 Jahre lang fand die Internationale Sommerakademie (Soak) in der Schweiz, im Berner Oberland – in Lenk (Simmental) – statt. Jetzt sind die Musikprofessoren mit ihren begabten Studenten wegen Unstimmigkeiten mit dem Stiftungsrat der Kulturförderung Lenk weitergezogen. Der 40. Geburtstag, das Jubiläum, wird nicht mehr im Gründungsort in der Schweiz, sondern in Bayern gefeiert.

Im Klosterdorf Ettal gibt es vom 21. August bis 1. September die Fortsetzung und sogleich den Neustart des renommierten Festivals. Hier soll die internationale Sommerakademie langfristig etabliert werden. „Wir sind auf der Suche nach einem neuen Standort im Kloster Ettal mit offenen Armen empfangen worden“, sagt Lukas Höfner, Vorstand des veranstaltenden Münchner Vereins „Klanglichter“. Der Organisator betont: „Einfach ideal, dass unsere Studenten hier wohnen und üben können. Die perfekte Atmosphäre.“

Für die Konzerte stehen die Rosner-Aula und bei schönem Wetter der Innenhof vor der Basilika zur Verfügung. Mit bewährtem Konzept: zwei Wochen offene Meisterkurse, allabendliche Studentenkonzerte bei freiem Eintritt und einem vielseitigen Konzertprogramm möchten der Künstlerische Leiter Professor Adrian Oetiker (Klavier) und sein Team das 40-jährige Bestehen der Sommerakademie zusammen mit einem Neustart feiern. Seine Professorenriege weiß er an seiner Seite. In Ettal unterrichten neben ihm Anke Dill, Adelina Oprean (beide Violine), Troels Svane, Conradin Brotbek (beide Cello) und Silvia Simionescu (Bratsche). Alle sind renommierte und gefragte Musiker, die in großen Konzertsälen mit erstklassigen Orchestern auftreten.

Kein Wunder, dass sich circa 50 Musikstudenten aus dem asiatischen Raum, Israel, Russland, Österreich, England, der Schweiz und Deutschland für ihre Meisterkurse angemeldet haben. „Nirgendwo haben diese Nachwuchstalente die Möglichkeit, sich so oft in der Öffentlichkeit vorzustellen“, sagt Höfler. Die 1977 von Professor Kurt Pahlen gegründeten Studentenkonzerte sind ein weiteres Alleinstellungsmerkmal. Die Grundidee der Akademie lieferte der österreichische Dirigent, Komponist und Musikwissenschaftler Professor Dr. Kurt Pahlen. Zusammen mit seinem Freund, dem Geiger und Pädagogen Sandor Vegh und der Sängerin Sena Jurinac versammelte er weitere Dozenten zu einem Lehrkörper.

Dieser bot 60 Studenten aus verschiedenen Ländern die Möglichkeit, sich zwei Wochen in der Oberberner Bergwelt künstlerisch zu vervollkommnen. Die Internationale Sommerakademie war geboren. Namen wie Ana Chumachenco, Nora Chastain und Adelina Oprean trugen zum weiteren Renommee bei. Schweizer Musiker wie Peter Lukas Graf, Edouard Brunner, Homero Francesch – von 2004 bis 2009 Künstlerischer Leiter – und Adrian Oetiker (Künstlerischer Leiter) prägten die Akademie. Jetzt darf sich das Publikum in Ettal auf diesen Genuss freuen, ebenso wie auf das Festival (Kasten). Eine Bereicherung der kulturellen Vielfalt in der Region.

Margot Schäfer

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