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Ungewohnte Töne: Mit einem Volksmusikstück auf seiner Ziach begrüßte Christian Hornsteiner die ausländischen Schüler, die dem Vortrag gebannt lauschten.

Schulen aus Griechenland, Rumänien und Slowenien sind beteiligt

EU-Projekt am Benediktinergymnasium

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„Erasmus+“ heißt ein Förderprojekt der EU für Schulen. Dafür auserwählt wurde nun auch das Ettaler Benediktinergymnasium. 

Ettal – Rauf und runter in den Nachrichten läuft derzeit die Brexit-Debatte im Vereinigten Königreich. Tritt der Inselstaat nun aus der EU aus, und wenn ja, was sind die Folgen? Oder kommt doch ein zweites Referendum? In diesen turbulenten Tagen setzt nun das kleine Benediktinergymnasium in Ettal ein großes Ausrufezeichen für Kooperation und Zusammenarbeit und einen grenzüberschreitenden Dialog in Europa. Schüler aus drei EU-Mitgliedsstaaten halten sich eine Woche lang im Kloster auf, um mit ihren deutschen Mitschülern an einem gemeinsamen Projekt zu arbeiten.

In den Genuss eines neuen EU-Programms „Erasmus+“ zur Förderung von allgemeiner und beruflicher Bildung kommen in den nächsten zwei Schuljahren 20 Ettaler Schüler der Klassen 7 bis 9 und erarbeiten dabei mit den erwähnten vier ausländischen Schulen aus Koper (Slowenien), Bukarest (Rumänien), Korfu und Nafplio (Griechenland) ein Thema. Abwechselnd halten sich die Teilnehmer für jeweils eine Woche in den jeweiligen Orten auf.

„Wir sind glücklich und froh, an diesem europäischen Projekt beteiligt zu sein“, meinte Roland Jurgeleit am Montag bei der Eröffnung in der Ettaler Internatskapelle, der zusammen mit seiner Lehrerkollegin Regine Graml die Kampagne für das Benediktinergymnasium organisiert hat. Auch Schulleiter Hubert Hering war die Freude anzumerken, als er im vollbesetzten Saal ans Mikro trat: „Wir wollen alle gute Gastgeber sein wie es Jesus Christus war.“ Hering erinnerte in diesem Zusammenhang auch an die Europawahl im Mai, der gerade jetzt vor dem Hintergrund von anti-europäischen Stimmungen in diversen EU-Staaten eine besondere Bedeutung zukomme.

Schon bei der Begrüßung staunten die jungen Gäste aus Koper, Bukarest und Korfu nicht schlecht: Bayerische Volksmusik werden sie bislang in ihrem Leben noch nicht so oft gehört haben. Christian Hornsteiner, Schüler am Benediktinergymnasium in Ettal, hatte seine Ziach ausgepackt und spielte schneidig auf – ein passenderes Willkommen hätte es nicht geben können.

Im Mittelpunkt der gemeinsamen Arbeit steht Ioannis Kapodistrias (1776-1831), der eine der bedeutendsten Politiker auf dem internationalen Parkett zu Beginn des 19. Jahrhunderts war. Er wurde 1827 zum ersten Präsidenten des modernen Griechenlands gewählt, aber schon vier Jahre später ermordet. Die Aufgabe der Ettaler Gymnasiasten wird darin bestehen, die Rolle von Kapodistrias in der europaweiten Sammelbewegung des Philhellenismus zu beleuchten. Er verstand es, Gebildete und Aristokraten für den griechischen Freizeitskampf zu gewinnen. Das Ergebnis der Zusammenarbeit der fünf Schulen wird ein eBook sein, in das auch neue Technologien wie Augmented Reality und QR-Code-Identifizierung Eingang finden sollen. Im Juli 2020 soll das fertige Produkt vorgestellt werden.

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