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Vor der Roseninsel im Starnberger See wurde das alte Stück ausgegraben.

Relikt aus der Zeit der Kelten

Das wird das älteste Objekt bei der Landesausstellung sein

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Zum ersten Mal wird er bei der Landesausstellung öffentlich zu sehen sein: Ein 3000 Jahre alter Einbaum, der vor der Roseninsel im Starnberger See ausgegraben wurde.

Ettal – Es wird das größte und zugleich älteste Objekt der Bayerischen Landesausstellung 2018 in Ettal sein – ein keltischer Einbaum, über 13 Meter lang und sage und schreibe 3000 Jahre (!) alt. Diesen archäologischen und kulturhistorischen Schatz hat Hubert Beer von der Bayerischen Gesellschaft für Unterwasserarchäologie mit seinem Team in den Jahren 1987 bis 1990 im Flachwasserareal vor dem Westufer der Roseninsel im Starnberger See ausgegraben. Der aus Eichenholz gefertigte Einbaum konnte bei nachfolgenden Untersuchungen in das Jahr 900 vor Christus, das heißt in die späte Urnenfelderzeit datiert werden. Seit seiner Entdeckung ist dieses aus einem Baumstamm gebaute Kanu übrigens noch nie in der Öffentlichkeit vorgestellt worden.

In der kommenden Woche ändert sich dies nun, wenn der keltische Einbaum im Rahmen eines Pressetermins am Donnerstag, 23. November, im Kloster Ettal im Beisein von Ehrengästen feierlich enthüllt wird. Dabei werden auch der Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte, Dr. Richard Loibl, sowie der Leitende Direktor der Archäologischen Staatssammlung München, Prof. Dr. Rupert Gebhard, zugegen sein.

Das Exponat wird sicherlich, so darf man schon jetzt annehmen, ein großer Anziehungspunkt für das Publikum der Landesausstellung „Wald, Gebirg und Königstraum – Mythos Bayern“ werden. Gelegenheit zur Besichtigung bietet sich den Besuchern – erwartet werden um die 150 000 Menschen – vom 3. Mai bis 4. November nächsten Jahres. Ebenfalls ein Hingucker dürfte der zehn Meter hohe und mit einem Durchmesser von 22 Metern ausgestattete Panoramapavillon am Südflügel des Klosters sein. Im Innern dieses Rundbaus aus Holz können die Gäste dann in einem 360-Grad-Panorama „die gebauten und ungebauten Träume Ludwigs II.“ erleben. Der Pavillon soll im Januar aufgestellt werden und über eine halbe Million Euro kosten. Die Ausgaben teilen sich je zur Hälfte die Bayerischen Staatsforsten und das Landwirtschaftsministerium.

Ein weiterer, dritter Blickfang der Landesausstellung ist der Alpenklimagarten, der von einem heimischen Gartenbaubetrieb bereits im südlichen Teil des Klosters angelegt wurde. In den 1930er Jahren existierte hier schon mal ein Kräutergarten, in dem die Ettaler Mönche einen Querschnitt der wichtigsten Alpenpflanzen darstellten und diese auch erforschten. Das Juwel, um das sich einst besonders Pater Albert Kratzer angenommen hatte, verlor mit dessen Tod im Jahr 1975 an Bedeutung. Die Wiederbelebung des Alpinums wurde über das Leaderprogramm des Freistaats mit 58 000 Euro gefördert.

Die Landesausstellung in Ettal wird von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet. Geplant sind unter anderem ein FC-Bayern-Abend mit Zeitzeugen-Berichten und zwei große historische Festzüge in Garmisch-Partenkirchen, die am 20./21. Mai stattfinden.

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