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Der Freistaat feiert – die Klöster gratulieren: Heimatminister Albert Füracker (5.v.l.) bei der Präsentation der Sonderedition mit Vertretern der Klosterbrauereien und lokalen Politikern; links Pater Lukas aus Scheyern. 

Sogar die Etiketts sind besonders

Bier-Geschenk der Klöster: Ein Prosit auf den Freistaat

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Der Freistaat wird 100 Jahre alt: Die bayerischen Klosterbrauereien gratulieren zum Geburtstag mit einer eigenen Sonderedition. 

Ettal – Harald Kühn, ehemaliger Landrat im Kreis, ist leidenschaftlicher Milchtrinker. Konsum von Gerstensaft ist nicht so sein Ding. Was er auch offen zugibt. Wie am Mittwochabend in der Klosterbrauerei Ettal, als er mit einem Schmunzeln den vor ihm stehenden Sechserpack Bier wie folgt kommentierte: „Das ist ja weit mehr als mein Jahresverbrauch.“ Um dann hinzuzufügen: „Aber probieren werde ich’s schon.“ Es sind ja auch sechs ganz besondere Sorten „Hopfentee“, die da erstmals präsentiert wurden und wozu sich sogar Finanz- und Heimatminister Albert Füracker in das Klosterdorf chauffieren ließ.

Im Rahmen der Landesausstellung haben sich sieben bayerische Klosterbrauereien zusammengetan, um mit einer Sonderedition dem Jubiläum „100 Jahre Freistaat“ zu huldigen. Neben einem Aufdruck in Form einer Gratulation auf jeder Flasche prägt eine Zahl die Optik des Etiketts – diese symbolisiert das Alter, um wieviel älter als der Freistaat die jeweilige Klosterbrauerei ist. Auf diese Weise soll – mit einem Augenzwinkern – daran erinnert werden, dass es die Tradition der bierbrauenden Mönche schon wesentlich länger gibt als es die Geschichte über den Freistaat Bayern aussagt. Auf dem Ettaler Flascherl steht zum Beispiel die Zahl 309.

In früherer Zeit existierten in Bayern einmal rund 200 Klosterbrauereien, deren Zahl ist mittlerweile auf ein Dutzend zurückgegangen. Bei einem Treffen auf der letztjährigen Landesausstellung in Aldersbach beschlossen die Vertreter der Klöster, einen Förderverein „Die Bayerischen Klosterbrauereien“ ins Leben zu rufen, um die gemeinsamen Interessen zu stärken. Dessen Sprecher, Pater Lukas Wirth vom Kloster Scheyern, sowie Hausherr Abt Barnabas Bögle hießen am Mittwoch die Gäste zu einer kleinen Feier in der Ettaler Brauerei willkommen. Pater Lukas verdeutlichte: „Die Klosterbrauereien sind ein Stück Identität in Bayern. Wir sind nachhaltig, regional aufgestellt und mit unseren Bieren treffen wir irgendwie auch die Sehnsüchte der bayerischen Bevölkerung.“

Folgende Brauereien beteiligen sich an der Jubiläums-Sonderedition: Aldersbach in Niederbayern mit einem naturtrüben Zwickelbier, Baumburg am Chiemsee mit einem dunklen Bock, Ettal mit einem hellen Bock, Scheyern mit einem Weißbier, Weltenburg mit einem dunklen Doppelbock sowie Weißenohe in Oberfranken mit einem Märzen. Mit dabei ist noch die Klosterbrauerei Kreuzberg in Unterfranken, die zwar kein Bier in Flaschen abfüllt, dafür aber mit einem Gutschein auf den „heiligen Berg der Franken“ in die Rhön lockt.

Der Hauptgast der Zeremonie, Minister Füracker, bewies in seiner kurzen Rede durchaus Humor, als er sagte, froh darüber zu sein, das Bier mal trinken zu dürfen anstatt es zu verschütten. Damit spielte er auf sein peinliches Malheur beim Maibockanstich im April im Münchner Hofbräuhaus an, als das Bier nur so spritzte und er es auch mit vier Schlägen nicht schaffte, den Hahn ins Fass zu treiben. Albert Füracker rühmte die lange Tradition der Bierbraukunst in den bayerischen Klöstern und die Qualität der Biere und bezeichnete die Mönche als „Urväter“ des bayerischen Biers. Sie hätten als Erste auf Hopfen als Gewürz gesetzt, und das noch bevor das Reinheitsgebot in Kraft trat.

Vertrieb und Preis

Sechs Flaschen à 0,5 Liter (eine Halbe) umfasst der Karton mit den sechs verschiedenen Bieren der Klosterbrauereien. Besonders markant sind die Etiketten mit den Jahreszahlen – sie weisen darauf hin, um wie viele Jahre älter als der Freistaat die jeweilige Klosterbrauerei ist. In den Handel kommt das Bier Anfang Juni. Erhältlich ist es nicht in Getränke- oder Supermärkten, sondern nur bei den Klosterbrauereien – in Ettal ab dem 6. Juni im Klosterladen sowie im Klostermarkt. Ein Sechserpack wird 8,90 Euro kosten.

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