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Kontrolliert die Klimadaten: Linda Brüggemann.
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Neue Bücher für den Klosterladen bekommt Pater Markus.
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Hat viele Aufgaben: Regina Straub. 
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Ein gutes Team: (2.v.r.) Carolin Schäfer leitet das Kloster-Café. Gemeinsam mit ihren Servicekräften kümmert sich um die Wünsche der Gäste.
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Bewässert: Anton Burkhart im Gewächshaus.

Abseits des Scheinwerferlichts

Hinter den Kulissen der Landesausstellung: Diese Erfahrungen haben die Mitarbeiter bisher gemacht

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Die Landesausstellung im Kloster Ettal begeisterte bis dato 67.000 Besucher. Doch was passiert hinter den Kulissen? SechsMenschen erzählen von ihrer Arbeit.

Ettal – Langsam wird es dunkel in dem kreisrunden Raum. Das Netz aus Gittern, das über die künstlichen Berggipfel wabert, wird deutlicher zu erkennen. 13 Menschen sitzen auf Holzbänken und Klappstühlen, den Blick auf einen Mann gerichtet, der sich mitten in diesem Kino-ähnlichen Rondell räuspert, um Aufmerksamkeit zu bekommen. „Sie sehen hier wahrheitsgetreu die Gebirgszüge vom Schachen über das Graswangtal bis hin zum Tegelberg“, sagt ein rüstiger Herr mit grau-melierten Haaren und Schnauzbart. Er deutet dabei auf die künstlichen Berge. „Diese Höhenlinien haben wir von der NASA zur Verfügung gestellt bekommen“, erzählt Guide Karl-Heinz Kröniger.

Er steht im so genannten Pavillon im Klosterhof, inmitten einer imposanten Multimedia-Show, die in leuchtenden Farben und mit brachialer Musik die Schlösser des Märchenkönigs Ludwig II. präsentiert. Zuerst ist nur ein zaghaftes Türmchen zu sehen, wo später einmal Schloss Neuschwanstein errichtet wird. Eine unsichtbare Hand skizziert daneben die Baupläne für das Schachenhaus. Zwischen den heute bekannten Protzbauten taucht plötzlich eine unbekannte Silhouette auf. „Das ist der byzantinische Palast“, erläutert Kröniger. „Der war im Graswangtal geplant, dieser Entwurf ruht aber schon sehr lange.“

Manche im Publikum lachen, viele blicken erstaunt. „Er hat ein weiteres Schloss geplant?“, fragt eine Besucherin aus dem Allgäu. „Gleich mehrere“, bekräftigt der Guide. Sofort beginnt er, fachkundig zu erzählen. Seinen Spickzettel mit Infos in seiner Hosentasche braucht er schon lange nicht mehr.

Er ist einer von über 100 Freiwilligen, die mit ihrem Wissen durch die Landesausstellung führen. Der ehemalige Schulleiter aus Unterammergau hat jeden Tag seine Freude daran. Am liebsten arbeitet er im Pavillon, der „im Inneren an eine Schneekugel erinnern soll“.

Klosterladen sehr gut besucht

Eingeteilt wurde er von Regina Straub. Sie sitzt in einer Kammer am Rande der Ausstellung vor einem Computer. Sie beantwortet E-Mails. Meist fragen Gäste nach Tickets oder ordern eine Gruppenreise. „Eigentlich ist das gar nicht meine Aufgabe“, sagt sie schmunzelnd. Sie ist für die zahlreichen Führer auf dem Klostergelände verantwortlich. Jede der rund 90 Touren am Tag werden von ihr geplant. Meist seien es Schulklassen. Zur Organisation gehört es auch, den passenden Guide für die Gruppen zu finden. „Es sind sehr viele Franzosen bei uns“, sagt sie. Der Guide muss die Sprache sprechen. 130 haben sich insgesamt als Begleiter für die Ausstellung angeboten, „sogar welche aus Coburg“.

Im gleichen Raum neben Straub befindet sich der Schreibtisch von Linda Brüggemann. Dort sitzt die Museumspädagogin aber so gut wie nie. Sie ist die Fachfrau für die wichtigen Details der Ausstellung. Das beginnt beim Austauschen einer durchgebrannten Glühbirne und hört beim Messen der Temperatur zum Intakthalten der Exponate auf. „Ein wenig das Mädchen für alles“, beschreibt die Mitarbeiterin vom Haus der Bayerischen Geschichte ihre Arbeit.

Um in ihr Büro zu gelangen, muss Brüggemann durch den Klosterladen gehen. Dort begrüßt sie jeden Morgen Frater Markus. In seinem Ordensgewand steht der gut gelaunte Mönch hinter der Kasse und heißt jeden Gast willkommen. Normalerweise ist das kein Problem – das kleine Geschäft ist in der Regel recht überschaubar besucht. „Wenn halt keine Landesausstellung ist“, sagt er und lacht. „Das hat sich jetzt geändert.“ Bereits am frühen Vormittag wimmelt es vor Menschen. Die Verkaufsschlager – Bücher. Die gehen zurzeit oft aus. Frater Markus bestellt rasch nach. „Fast jeden Tag bekommen wir neue Lieferungen.“

Dauerbrenner sind die klostereigenen Produkte wie Aperitifs oder Biere. Derzeit aber boomt das Geschäft noch mehr als sonst. Deshalb beginnt der Arbeitstag von ihm und Pater Michael wesentlich früher als sonst. Die leeren Regale wollen wieder aufgefüllt werden.

Das Ettaler Bier ist während der Landesausstellung auch im neuen Kloster-Café unter der Leitung von Carolin Schäfer begehrt. Seit 10. Mai hat die Hotelkauffrau die Lokalität fest im Griff. Kurz nach dem großen Staatsempfang mit sämtlicher Polit-Prominenz öffnete die Angestellte des Klosterhotels „Ludwig der Bayer“ die Pforten. Mit drei Angestellten bedient sie täglich ab 10 Uhr Besucher, Patres und Internatsschüler. Ihr Fazit zur Landesausstellung ist schon jetzt absolut positiv: „Sehr viele Gäste genießen unsere Terrasse“, sagt Schäfer. Dort scheint die Sonne bis zum Abend.

Dann hat auch Anton Burkhart Feierabend. Der Vorstand der Privatwaldbesitzer Oberammergau geht mit den Besuchern raus ins Grüne. Das Gewächshaus der Mönche beherbergt zurzeit hunderte Tannen-Setzlinge, die im Klosterwald gepflanzt werden. „Das freut die Schüler am meisten“, erzählt er. Wenn ein Sechsjähriger mit einem hüfthohen Stecher Löcher in den Boden macht und neues Leben einpflanzt. 1000 Bäume wurden so bisher gesetzt. Eine Hälfte stifteten die Bayerischen Staatsforsten, die andere die Forstverwaltung. Amüsiert ist Burkhart immer, wenn Stadt- und Dorfkinder nebeneinander stehen. „Das Kind aus München sieht den Baum eher als etwas Unantastbares“, sagt er. „Das Dorfkind hingegen als etwas zum Feuermachen.“ So wie es ihm der Opa beigebracht hat.

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