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Viel zu berichten hatten bei der Bürgerversammlung Rathaus-Chef Josef Pössinger sowie Gemeinderätin Vanessa Voit (l.) und die Projektleiterin der Bayerischen Landesausstellung Dr. Margot Hamm. 

Bürgerversammlung mit spannenden Themen

Landesausstellung: Ettal erzählt seine Geschichte

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Die Gemeinde Ettal bereitet sich auf besondere Weise auf die Landesausstellung vor. 

Ettal – Das ganze Dorf steht in den Startlöchern und rüstet sich für die Landesausstellung „Mythos Bayern“. Das war bei der Bürgerversammlung   deutlich zu spüren. Doch Ettal ist nicht nur ab dem 3. Mai Bühne für die überregionale Großveranstaltung, sondern blickt schließlich selbst auf eine interessante Geschichte zurück. Das hat Gemeinderätin Vanessa Voit auf die Idee gebracht, eine eigene Gemeinschaftsausstellung zur Ettaler Historie seit dem 19. Jahrhundert auf die Beine zu stellen und damit eine Verbindung zum „Mythos Bayern“ herzustellen.

„Ich habe die Archive abgeklappert, unter anderem war ich in Nürnberg, aber auch hier in der Gegend“, verriet Voit bei der Versammlung. Alsbald fand sie mehrere Mitstreiter im Dorf, die tatkräftig mitwirken. Zum Beispiel bei den Grafiken, Folien und Drucken oder der Montage von Bildern und Texten auf Tafeln. Selbstverständlich alles ehrenamtlich. „Auch der Bauhof hilft mit, vielleicht unfreiwillig, aber ich hoffe, alles bleibt im Rahmen.“ Zustimmendes Gemurmel aus der Zuhörerschaft zerstreute ihre Sorgen.

Im Saal des Rathauses wird es also ab 16. Mai eine vielseitige Dokumentation der Ortsgeschichte geben. 14 Themenkomplexe hat Voit zusammengestellt und wird die Ergebnisse auf mobilen Modulen zeigen: Der Raum wird während der Landesausstellung ständig gebraucht.

Unter anderem geht es um die Häuser und wer jeweils darin gelebt hat. „Was ist passiert, als das Kloster aufgelöst wurde?“ hat sich Voit gefragt. Sie recherchierte über den Zieglerhof, über Dickelschwaig und das Forsthaus Linderhof. Letzteres war damals fast von der Welt abgeschnitten, denn es gab keine feste Straße. „Wie kam zum Beispiel die Hebamme dorthin?“ Voit rief die Ettaler auf, noch etwas zu der Ausstellung beizutragen. Vielleicht hat jemand alte Fotos oder weiß Geschichten von früher. Bis Oktober soll die Schau täglich von 8 bis 12 Uhr zu sehen sein. Für ihre Arbeit bekam die Gemeinderätin lang anhaltenden Applaus. Sie wird übrigens noch einen Vortrag zu dem Thema halten, und zwar am 7. Mai, 18 Uhr, im Ettaler Haus unter dem Titel „Neue Herrschaft – altes Erbe?“ Der Eintritt ist frei.

Über den Stand der Aufbauarbeiten zur Landesausstellung informierte Dr. Margot Hamm. „Wir sind gut in der Zeit“, versicherte die Projektleiterin. Und machte den Ettaler zugleich Lust auf die Schau. Bei der werde zum Beispiel ein Stück Holz vom Dachstuhl der Münchener Frauenkirche aus dem 15. Jahrhundert zu sehen sein. Aus anderen Überresten des abgerannten Dachstuhls habe man Geigen gebaut.

Während der Ausstellungszeit gibt es in Ettal eine Veränderung, was die Ortsdurchfahrt betrifft. Eigentlich darf entlang der Bundesstraße 23 geparkt werden. Von Mai bis November wird dort, wie Bürgermeister Josef Pössinger erklärte, ein durchgehendes Halteverbot gelten.

Der Rathaus-Chef blickte zudem auf Baumaßnahmen, die anstehen: etwa die Anlage eines Lagerplatzes beim Bauhof und weitere Kanalsanierungen. Für die Wasserversorgung stehe das Leitungsnetz in Graswang im Fokus. Das sei notwendig, um Ausfälle zu vermeiden. In den vergangenen Jahren habe es mehrere Rohbrüche in dem Bereich gegeben.

„Während der Landesausstellung wollen wir keine Baustellen haben“, sagte Pössinger. Deshalb würden alle Maßnahmen im Ortsbereich zwar heuer geplant, aber erst 2019 umgesetzt. Worüber sich auch Gäste freuen dürften.  Grundsätzlich haben sich die Übernachtungszahlen, wie Pössinger ausführte, in Ettal positiv entwickelt: Es gab 110 000 Übernachtungen im Jahr 2017, was eine Steigerung von fast 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dabei ist vor allem die Zahl der ausländischen Gäste von 24 000 auf 33 000 gestiegen.

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