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Geschmackssache – das Foto-Poster am Holzpavillon. Auf jeden Fall wird die Mega-Schneekugel ein echter Blickfang der Landesausstellung sein.
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Dass er mit der Wiagsog’ umzugehen versteht, beweist hier Markus Wasmeier in der Ausstellung. Pater Johannes vom Kloster Ettal schaut genau hin.
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Aufgezwickt: (v.l.) Pater Johannes Bauer (Kloster Ettal), Dr. Richard Loibl (Haus der Bayerischen Geschichte), Landrat Anton Speer, Martin Neumeyer (Bayerische Staatsforsten), Markus Wasmeier und Georg Windisch (Bayerische Forstverwaltung).

Zwischen Kitsch und Königsstolz

Landesausstellung: Ettal hat ein neues Wahrzeichen

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Er ist ein Blickfang: der Panorama-Pavillon im Kloster Ettal. Jetzt wurde er offiziell an das Haus der Bayerischen Geschichte übergeben.

Ettal – Kein zahlender Besucher hat bislang den Fuß in die Bayerische Landesausstellung gesetzt. Mindestens 150 000 sollen es ja werden bis Anfang November. Und doch hat dieses Ereignis im geschichtsträchtigen Ettaler Bergtal, das dem Mythos Bayern huldigen soll und das Ministerpräsident Markus Söder am nächsten Mittwoch, 2. Mai, mit einem Staatsempfang offiziell eröffnet, bereits sein Gesicht. In Form einer riesigen Schneekugel mit König Ludwig II., Schloss Neuschwanstein – und einem weißen Schwan. Dieses Mega-Poster prangt elf Meter hoch auf der Stirnseite des Panorama-Pavillons, dem Herzstück dieser Landesschau.

Auch am Donnerstag bei der offiziellen Übergabe des 550 000 Euro teuren Giganten mit einer Schale aus Lärchenholz richteten sich die Foto-Objektive und Kameras der Presse- und Fernsehleute auf dieses Postkarten-Motiv zwischen Kitsch und Königsstolz. Doch solche Bilder sind es, die im Gedächtnis der Besucher haften bleiben, und von daher hat der Ideengeber dieses Blickfangs einen Volltreffer gelandet. Über 130 Jahre nach seinem geheimnisumwitterten Tod kehrt der Märchenkönig also wieder zurück ins Graswangtal. Für alle Freunde und Fans Ludwigs II. ein Freudentag. Was er geschaffen hat und was er noch alles vor hatte, nämlich einen gewaltigen Schlösserpark, das konnte zur Übergabe des Holzpavillons gestern nur erahnt werden: An der eindrucksvollen Multi-Media-Show im Innern des 20-Eck-Gebäudes mit dem ovalen, bis zu 13,20 Meter hohen Pultdach wird bis zum letzten Tag gearbeitet.

Ludwigs Träume in Multi-Media

Vor zahlreicher Medienschau zeigte sich Dr. Richard Loibl, Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte, stolz, „dass wir dieses außergewöhnliche Projekt im Garten des Klosters aufgrund der großzügigen Förderung unserer Partner verwirklichen konnten.“ An den Kosten beteiligten sich die Bayerischen Staatsforsten und die Bayerische Forstverwaltung. Der Holzbau soll dabei nicht nur das zentrale Element der Landesausstellung sein, „sondern auch die heutige Bedeutung von nachhaltiger Forstwirtschaft und der Holzverwendung aufzeigen“, wie Martin Neumeyer, Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Staatsforsten, betonte. Georg Windisch von der Bayerischen Forstverwaltung ergänzte, dass der Wald ein Teil des Mythos von Bayern sei und dementsprechend völlig zurecht im Motto dieser Landesausstellung vorkomme.

Und so machte gestern auch ein prominenter ehemaliger Skifahrer in Person von Markus Wasmeier seine Aufwartung. Als „Botschafter des Waldes“ ist der „Wasi“ immer wieder im Freistaat unterwegs, „um für den Wald zu werben, der für unsere Gesellschaft auf vielfache Weise von Bedeutung ist“. In seinem Freilichtmuseum am Schliersee, wo inzwischen 18 historische Gebäude stehen, habe er „tagtäglich mit Holz zu tun“. Großen Respekt nötigt es Wasmeier ab, unter welch’ beschwerlichen Bedingungen früher das Holz geschlagen und vom Berg ins Tal gebracht werden musste. Dass dieser Baustoff heute wieder eine Renaissance erlebe und geschätzt werde („Ein Holzhaus vermittelt viel Wärme und Geborgenheit“), das freut Wasmeier: „Auch wenn es 500 Jahre und älter ist, kann Holz noch eine hohe Qualität haben.“

Da ist es beruhigend, wenn man an einer Infotafel in der Ausstellung liest, dass jede Sekunde in den bayerischen Wäldern ein Kubikmeter Holz nachwächst und dass im Durchschnitt ein Baum im Freistaat 83 Jahre alt ist. Der Wald – ein Schatz, den es zu hüten gilt!

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