Das Schachenschloss im Miniaturformat: (v. l.) Michael Maurer junior, Josef Gillmeyer, Christian Salfner und Roland Gaß bereiten das Modell vor. 

Reibungsloser Ablauf ist „eine Imagefrage“ für die Polizei

Landesausstellung in Ettal: Beim Festzug geht die Sicherheit über alles

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Ein halbes Jahr dauert die Landesausstellung in Ettal samt Rahmenprogramm im ganzen Landkreis. Das Verkehrs- und Sicherheitskonzept stellt eine Mammutaufgabe für Blaulicht-Organisationen und Behörden dar. Insbesondere der Festzug am Pfingstsonntag ist ein Thema.

Ettal/Garmisch-Partenkirchen – Neujahrsspringen, BMW Motorrad Days, Weltcup-Rennen auf der Kandahar – nur einige der Großveranstaltungen, die regelmäßig in Garmisch-Partenkirchen stattfinden. Die Gemeinde und die Blaulicht-Organisationen vor Ort kennen sich folglich damit aus, wenn Menschenmassen in den Markt am Fuß der Alpspitze strömen. Der große Festzug im Rahmen der Landesausstellung „Wald, Gebirg und Königstraum – Mythos Bayern“, die Ministerpräsident Markus Söder am 2. Mai in Ettal eröffnet, wird aber eine andere Hausnummer.

46 Wagen und etwa 1000 Teilnehmer formieren sich am 20. Mai an der Hauptstraße, um durch die historische Ludwigstraße zum Rathausplatz, weiter über Bahnhof-, St.-Martin- und Alpspitzstraße zum Marienplatz und schließlich durch die Fußgängerzone zum Richard-Strauss-Platz zu ziehen. Präsentiert wird ein Abriss der 100-jährigen Geschichte des Freistaats. Ein Thema, das sicher gut ankommt. Davon ist Thomas Kirchleitner, Leiter der Polizeiinspektion (PI) Garmisch-Partenkirchen, schon jetzt überzeugt. „Wir rechnen mit 20 000 bis 25 000 Zuschauern“, sagt er. Dazu kommt der Durchgangsverkehr, der am Pfingst-Wochenende sicher enorm sein wird. Ähnliche Voraussetzungen wie beim Neujahrsspringen also. „Da klappt es mit dem Parkkonzept und dem Shuttleservice sehr gut“, betont der Polizeichef. „Ich gehe davon aus, dass es beim Festzug ähnlich läuft.“ Damit rechnet auch Rathaus-Sprecherin Ute Leitner. „Die Umleitungen wurden längst ausgetüftelt“, sagt sie. Zudem wird an den Bundesstraßen und auf der Autobahn informiert, dass am 20. Mai – bei schlechtem Wetter am Pfingstmontag, 21. Mai, – in Garmisch-Partenkirchen mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen ist.

Eine „Mammutaufgabe“ für alle Blaulicht-Organisationen

Kirchleitner freilich hat nicht nur diesen Termin auf dem Schirm. Ihn beschäftigt die Landesausstellung an sich, die bis 4. November dauert und Veranstaltungen in fast allen Landkreis-Gemeinden mit sich bringt. „Eine Mammutaufgabe“ nennt er das Ganze – für die Polizei, aber auch alle anderen Rettungskräfte. „Die Besprechungen mit allen Beteiligten laufen, und wir sind optimistisch, dass wir das gleiche professionelle Level erreichen wie bei anderen Großveranstaltungen.“ Außer Frage steht, „dass es eine große Ehre ist, die Bayerische Landesausstellung im Landkreis zu haben“. Der reibungslose Ablauf – „für uns ist das eine Imagefrage“ – liegt nicht nur dem Team der PI am Herzen.

Entsprechend der Vereinbarung zwischen dem Haus der Bayerischen Geschichte (HdBG), der Benediktinerabtei Ettal und dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen – den drei Veranstaltern – habe das HdBG ein Konzept über Art und Umfang der Aufsicht in der Ausstellung und bei der Einlasskontrolle erstellt, erklärt Landratsamtssprecher Stephan Scharf. „Der Landkreis organisiert, beauftragt und bezahlt den nach diesem Konzept erforderlichen Aufsichtsdienst.“ Dafür rechne man mit Kosten von über 300 000 Euro. Für die Termine im Rahmenprogramm gelten zusätzliche Anforderungen – „jeweils in Abstimmung mit der zuständigen Gemeinde muss der Veranstalter für Ordnungskräfte, in bestimmten Fällen auch für eine Brandschutzwache und einen Sanitätsdienst, sorgen“.

300 zusätzliche Parkplätze in Ettal

Daneben haben sich die Organisatoren auch Gedanken gemacht, wie die Besucherströme in Ettal geleitet werden. „Für die Dauer der Landesausstellung haben allein die Benediktinerabtei Ettal und die Gemeinde 300 zusätzliche Parkplätze geschaffen“, unterstreicht Scharf. Somit stehen auf sieben Flächen 460 Parkplätze zur Verfügung. Kurzfristig gebe es sogar noch weitere rund 100 – allerdings mit etwas längerer Gehzeit zum Kloster. Das Parkleitsystem hängt bereits, weitere Schilder, etwa Halteverbote an der B 23, sind längst vorbereitet. „Um für die Besucher einen Anreiz zu schaffen, mit dem Zug anzureisen, hat der Landkreis an allen Wochenenden ab dem Bahnhof Oberau einen kostenlosen Shuttle-Bus-Verkehr eingerichtet“, kündigt Scharf an. „Diese fahren zu den Stoßzeiten stündlich von Oberau nach Ettal und zurück.“

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