Noch viel Schnee muss am Brunnenkopf in den Ammergauer Alpen vergehen, bis die Hütte geöffnet werden kann.

Alpenvereinssektion Bergland trifft Entscheidung: Künftiger Pächter in Garmisch-Partenkirchen daheim

Neuer Hüttenwirt am Brunnenkopf steht fest

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Auf der Meilerhütte im Wettersteingebirge ist das Feuer entfacht worden: Jetzt erfüllt sich Luis Baudrexl einen Lebenstraum.

Graswang – Er bezeichnet sich selber als „Berg’ler durch und durch“, als einer, „der gern draußen in der Natur ist und die Arbeit nicht scheut“. Das sind schon mal nicht die schlechtesten Voraussetzungen, um eine Berghütte zu führen. Bereits bei der Vergabe der Tannenhütte (früher Gamshütte) oberhalb von Partenkirchen schrammte Luis Baudrexl nur ganz knapp an Zuteilung vorbei. Jetzt hat er’s geschafft – obwohl er eigentlich schon zu spät dran war . . .

Der Garmisch-Partenkirchner, der seit zwölf Jahren als Selbstständiger einen eigenen Betrieb (Natur- & Kunststeinarbeiten) im Kreisort führt, übernimmt zum 1. Mai die Brunnenkopfhütte in den Ammergauer Alpen. Damit erfüllt sich für Baudrexl nach eigener Aussage „ein Traum“, denn: „So was wollte ich immer schon machen.“

Die erste Bewerbungsfrist der DAV-Sektion Bergland, die die Hütte nach dem Rückzug der beliebten Hüttenwirte Norbert und Irmi Misniks neu ausgeschrieben hatte, verpasste der Luis noch. Nach einem kurzen Gespräch in der Familie entschloss sich „der Berg- und Naturmensch“, seine Unterlagen doch noch abzuschicken. Wenig später ein Anruf, dann ein Treffen mit den Verantwortlichen des Alpenvereins in München und – die Zusage: „Es ist ganz schnell gegangen. Die Sektion hat wohl gemerkt, dass ich voll dahinter stehe und mein Konzept durchdacht ist.“ Vorerst auf ein Jahr ist der Vertrag befristet. Wenn’s danach für beide Seiten passt, verlängert sich der Kontrakt um drei weitere Jahre. Die Freude, dass er zum Zuge gekommen ist, merkt man Luis Baudrexl an: „Des is’ scho a bärige Sach’, i g’frei mi richtig drauf.“

Voller Leidenschaft und mit Herzblut will Luis Baudrexl seine neue Aufgabe am Berg angehen.

Der Werdenfelser findet am Brunnenkopf nach eigenen Einschätzungen beste Voraussetzungen vor: „Die Hütte ist in einem Top-Zustand und hat einen sehr guten Ruf bei den Wanderern und Bergsteigern. Irmi und Norbert haben des super gemacht, das hat man immer wieder gehört.“ Baudrexl will das Unternehmen Brunnenkopfhütte zusammen mit seiner Familie stemmen: „D’Mama kocht, da Vater ist mit oben, und meine Cousine auch.“ Daneben kommt am Wochenende auch seine Frau Franziska, die in Garmisch-Partenkirchen ein Blumengeschäft betreibt, mit den beiden Kindern Leni (9) und Moritz (2) mit rauf. Außerdem kann Luis jederzeit auf seine beiden Brüder Bernhard und Matthias zählen.

Wie es auf einer Hütte im Gebirge zugeht, hat Baudrexl auf der Meilerhütte im Wettersteingebirge („Mein Lieblingsplatzerl“) erfahren, wo er viele Jahre mitgeholfen hat: „Da drobn ist irgendwie des Feuer entfacht worden, dass i sowas mal selbst machen könnt’.“ Große Dinge verändern will der künftige Hüttenwirt mit einem Faible fürs Bergsteigen, Skitourengehen und Gleitschirmfliegen am Brunnenkopf nicht. Mit „kleinen Sachen und ein paar Ideen“ will er einen neuen Schlanz’ reinbringen. So wird er künftig auf Bedienung, sprich Service am Tisch umstellen: „Dadurch wird’s nicht so unruhig.“ Die Speisekarte will er mit gesunden, frischen und regionalen Gerichten traditionell, aber mit Pfiff gestalten. Die Zutaten kommen direkt vom Hofladen in Garmisch, den die Frau seines Bruders führt. Den Aufstieg will Luis in einen kleinen Walderlebnisweg umgestalten und oben an der Hütte auch ein kleinen Spielplatz anlegen. Als Transportfahrzeug hat er einen Pinzgauer im Auge.

Geselligkeit zu pflegen, mit Tagesgästen, aber vor allem auch mit den Einheimischen, das ist ein weiteres Anliegen des Garmisch-Partenkirchners: „Die Leut’ soll’n sich bei mir heroben wohlfühlen und gern wiederkemma. Mehr braucht’s eigentlich ned.“ Ein schlichter Wunsch, der viel aussagt.

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