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Der erste Laib vom Murnau-Werdenfelser Käse wird angeschnitten: Landrat Anton Speer (li.) und Klement Fend (r.), Vorstand der Schaukäserei Ettal, dazwischen Barnabas Bögle, Abt des Klosters. 

Eine Herzensangelegenheit

Weltweit einzigartig: Käse vom „bayerischen Urvieh“

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Essen und damit Gutes tun: Das ist jetzt möglich - mit der neuen Käsesorte „Der Murnau-Werdenfelser“. 20.000 Liter Milch werden dafür im Jahr von Schaukäserei verarbeitet.

Ettal – Buttergelb, mild, zart-würzig, sahnig: So schmeckt die neueste Errungenschaft der Schaukäserei Ettal. Wer davon isst, verzehrt nicht nur ein hochwertiges, natürliches und regionales Lebensmittel, das weltweit einzigartig ist, sondern tut auch noch etwas Gutes – indem er zum Erhalt einer vom Aussterben bedrohten Rinderrasse beiträgt. Kurzum: „Etwas ganz Besonderes“, wie sich Klement Fend als geschäftsführender Vorstand der Schaukäserei ausdrückte, ist jetzt im Klosterdorf vorgestellt worden – der neue Murnau-Werdenfelser Käse, hergestellt aus der Milch der gleichnamigen Rinderrasse, die früher in der kleinstrukturierten bäuerlichen Landwirtschaft im Landkreis heimisch war, inzwischen aber deutlich abgenommen hat. Nur noch 1000 Tiere gibt es von diesem „bayerischen Urvieh“, wie es auf der Homepage des Fördervereins zur Erhaltung des Murnau-Werdenfelser Rindes (www.zugspitz-rind.de) beschrieben ist.

Vor eineinhalb Jahren hat die Ettaler Schaukäserei schon einmal einen Versuch unternommen, mit der Milch dieses Rindes einen Käse herzustellen. „Die positiven Reaktionen damals“, so Klement Fend, „haben uns ermutigt, an der Sache dranzubleiben.“ Zwischenzeitlich mussten etliche hohen Hürden überwunden werden, jetzt gibt es die neue Käsesorte tatsächlich zu kaufen – in der Käserei selbst und in den gängigen Geschäften, die Produkte der Schaukäserei im Sortiment haben.

Bisher wurden in Ettal rund 100.000 Liter Milch im Jahr verarbeitet, jetzt kommen nochmal 20 000 Liter von den Murnau-Werdenfelser Rindern hinzu. Die Abholung der Milch musste extra organisiert werden, neun Landwirte machen mit – wie etwa Josef Schmid aus Riegsee, Josef Seitz aus Mittenwald und Gabi und Roman Bertl aus Altenau. 15 Cent pro Liter Milch an Mehrkosten kommen laut Fend auf die Schaukäserei zu, während die Bauern, die strenge Kriterien zur Produktion erfüllen müssen (Zuchtbescheinigung, Lieferverordnung und andere), 40 Cent je Liter erhalten. Weitere 20 Cent obendrauf sind Fördermittel.

Nach der Fleischvermarktung des Murnau-Werdenfelser Rinds gibt es nun also auch aus der Milch den entsprechenden Käse. Landrat Anton Speer, vor seiner politischen Tätigkeit ja Vertriebsleiter der Schaukäserei, bezeichnete den Termin der offiziellen Vorstellung als „einen Festtag, weil wir damit wieder ein Stück weiter sind mit der Regionalvermarktung, an der mein Herz hängt.“ Speer hob dabei die Bedeutung und Zertifizierung des Kreisschlachthofs hervor, wo auch die Murnau-Werdenfelser geschlachtet würden. Wohl auch deswegen konnten zuletzt wieder Schlachtzahlen erzielt werden wie vor acht Jahren.

Abt Barnabas Bögle vom Kloster oblag es vor dem offiziellen Anschnitt des ersten Laibs, den Käse zu segnen. Dazu sagte er: „Zwischen den Klöstern und den Bauern gab es immer eine gedeihliche Zusammenarbeit, auch bei uns. Als unser Kloster gegründet wurde, war die Landwirtschaft unser erster Betrieb.“ Menschen, so der Abt zum Schluss, dürften nie ihre Verbundenheit zu dem Boden, von dem sie leben, vergessen: „Dann wird Gott auch seine schützende Hand über uns halten.“

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