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Gut aufgestellt sind die Initiatoren des Naturparkforums Ammergauer Alpen: (v. l.) Markus Hildebrandt, Josef Pössinger, Monika Arzberger (Moderation), Klaus Pukall (Naturparkkoordinator), Anne Stöger und Arno Nunn.

Naturparkforum Ammergauer Alpen

Wie sich die Ammertaler vor dem Klimawandel wappnen

Wie kann man sich künftig in Zeiten des Klimawandels vor Naturgefahren wappnen? Diese Frage soll das Naturparkforum Ammerauer Alpen beantworten.

EttalGroße Projekte zur Stabilisierung der natürlichen Infrastruktur hatte es in den Gemeinden Oberammergau und Ettal schon gegeben. Durch die dreijährige Bergwaldoffensive (BWO) 2008 und die Entwicklung des Naturparks seit 2014 konnten viele Erkenntnisse über den Zustand der Region und den Handlungsbedarf gewonnen und umgesetzt werden.

Dies will man nun vor allem mit dem Fokus auf einen zukunftsorientierten Schutz vor Naturgefahren nutzen. Die Konzepte sollen hierzu in das europäische Interreg-Projekt „Greenrisk 4 Alps“ integriert werden. In diesem Sinne organisierten die Initiatoren – das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (ALF), der Naturpark-Verein und die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) – das erste Naturparkforum der Ammergauer Alpen. Dieses fand im Sitzungssaal des Ettaler Rathauses statt.

Alle Beteiligten sollen in den Gestaltungsprozess miteinbezogen werden. Deshalb waren sowohl die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden Oberammergau und Ettal, als auch Forstamtsmitarbeiter, Landnutzer und Touristiker eingeladen worden. „Wir wollen bekannte Knackpunkte mit neuen Erkenntnissen füttern, um die Umsetzung sinnvoller Maßnahmen auf Dauer zu gestalten“, erklärte Anne Stöger, Projektbegleiterin von „Greenrisk 4 Alps“. Ihr Ziel ist die Entwicklung von waldbasierten Konzepten zum zukünftigen Schutz vor Naturgefahren und Klimafolgen.

Vor allem ein spezielles Modellierungsverfahren, welches Partner in Slowenien entwickelten, kommt dabei zum Einsatz. „Mit Hilfe dieser Technik können wir exakt auswerten, wo wir einen Schutzwald pflanzen müssen, um Mensch, Tier und Gebäude vor Muren, Steinschlägen, Lawinen und anderen Gefahren dauerhaft zu schützen.“ Unter Miteinbeziehung der Bedürfnisse des Naturparks und der Bergwaldoffensive werden aber noch viele weitere Aspekte berücksichtigt. Sei es das Vorkommen schützenswerter Arten oder Schädlinge, geschwächte Waldbestände oder die Lösung des Wildfraßproblems.

Konkrete Maßnahmen wie das Errichten von nötigen Ruhezonen und das Lenken des Freizeittourismus’ sind dabei einige von vielen möglichen Lösungen. Weitere Aspekte wie die Ausbildung des Umweltbewusstseins der nächsten Generation, die Berücksichtigung diverser Vermarktungsstrategien oder die Rolle der Jagd sollen ebenfalls eine Rolle spielen.

Natürlich gab es von Seiten der Anwesenden viele Fragen und Anregungen. „Wir haben bereits bestehende Pflege- und Entwicklungspläne. Sollen wir das jetzt etwa noch mal durchkauen?“, trug Klement Fend, der Vorsitzende der Kolben GmbH, Landwirt sowie Altbürgermeister aus Oberammergau, seine Sorge vor. So soll es natürlich nicht sein. Vielmehr will man auf dem vorhandenen Wissen aufbauen und mit den Erkenntnissen aus „Greenrisk 4 Alps“ kombinieren, um die vorhandenen Pläne bestmöglich umzusetzen.

Ein Vorschlag, der hierzu gleich von mehreren Seiten kam, ist die Bildung von Expertenkreisen. „Dazu brauchen wir eine sinnvolle Reihung und einen steten Abgleich“, schlug etwa Anton Burkhart, Vorsitzender der Privatwaldgemeinschaft Oberammergau, vor.

Im zukünftigen Naturparkforum gilt es, viele Interessen und Erwartungen unter einen Hut zu kriegen. Für das Projekt ist nun an eine Laufzeit von zwei Jahren gedacht. Eine erste Auswertung der Daten setzt Stöger voraussichtlich für den kommenden Juli an. Diverse Fachdaten will sie schon bei den nächsten Treffen im März vorlegen.

Beate Berger

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