Nur ein kleiner Teil des Mülls, der von den Loipen-Mitarbeitern aufgesammelt werden muss.
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Nur ein kleiner Teil des Mülls, der von den Loipen-Mitarbeitern aufgesammelt werden muss.

Abfall macht das Präparieren schwierig

Ettal: Loipe vermüllt - Mitarbeiter appellieren an Vernunft der Sportler

  • Josef Hornsteiner
    vonJosef Hornsteiner
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Langläufer hinterlassen auf den Loipen zwischen Oberammergau und Ettal ihren Unrat. Für die Mitarbeiter, die gebrauchte Taschentücher und ähnliches wieder einsammeln müssen, ist das besonders zu Corona-Zeiten bisweilen nicht nur eklig.

Ettal/Oberammergau – Es ist ohne Frage ärgerlich, wenn Müll in der Natur entsorgt wird. Doch hat dieser Frevel unter dem aktuellen Gesichtspunkt Corona nochmals eine ganz andere Bedeutung erlangt. Gebrauchte Taschentücher einzusammeln, ist für Loipenchef Josef Pongratz und seine Mitarbeiter nicht nur ärgerlich, sondern bisweilen auch nicht ganz ungefährlich: Keiner will sich mit Viren anstecken.

Umso mehr ärgert es Pongratz, dass er bei fast jeder Runde, die er auf dem 65 Kilometer langen Loipennetz zwischen Oberammergau und Ettal mit seinem Pistenbully dreht, alles Mögliche findet: gebrauchte Taschentücher, Guttipapier, Müsliriegel-Verpackungen, Gesichtsmasken. Vieles dürfte aus Versehen aus den Hosentaschen der Langläufer gefallen sein. Doch auch einiges ist wohl absichtlich entsorgt worden, vermutet Pongratz. Dort, wo eigentlich jährlich der große König-Ludwig-Lauf stattfindet, liegt vermehrt Müll auf den Loipen, mitten in der Natur.

Das ist nicht nur unschön anzuschauen und schlecht für die Umwelt, es behindert auch die Präparierung. Der Unrat wird von der Fräse des Pistenbully in tausend kleine Teile zerhäckselt. Die Fahrer müssen dann in mühsamer Kleinarbeit den Müll aus der Maschine fieseln und von der Loipe sammeln. Wie viel Abfall tatsächlich in der Natur bleibt, kann man nur erahnen: „Ein nachträgliches Einsammeln ist sehr schwierig, aber selbstverständlich für uns“, sagt Pongratz.

Überhand nimmt es noch nicht. „Wir haben hier glücklicherweise noch kein riesiges Müllproblem.“ Doch dass er und seine Mitarbeiter angeschnäuzte Tempotaschentücher per Hand von der Loipe und aus den Geräten fischen müssen, stimmt ihn zurzeit wegen der Corona-Pandemie äußerst nachdenklich.

Auch die Loipen- und Landschaftspflege leidet unter dem Müllfrevel. Derweil geben Pongratz und seine Kollegen gerade alles dafür, dass trotz der prekären Corona-Krise Langläufer kommen können und perfekte Loipen vorfinden. Um das auch künftig zu gewährleisten, appelliert auch Marc Schauberger an die Vernunft der Sportler. „Bitte verlasst die Loipe genau so, wie ihr sie vorgefunden habt“, sagt der Vorsitzende des Vereins „König Ludwig Skilanglauf“ in Oberammergau. „Bitte nehmt Euren Müll wieder mit.“ Zumal an den Parkplätzen sowieso genügend Mülleimer zur Verfügung stehen. Für Schauberger eigentlich eine Selbstverständlichkeit. „Müll gehört in die Tonne – zu jeder Jahreszeit.“ Denn nur einer sollte seine Spuren auf der Loipe hinterlassen: der Pistenbulli.

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