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Höhepunkt: Bei der König-Ludwig-Nacht sind die Schlossanlagen stets voller Besucher.

Tourismus im Ammertal

Linderhof: Besucherzahlen gehen zurück

Fünf Jahre lang bleibt auf Schloss Linderhof die Vensugrotte und damit eine der herausragenden Anlagen geschlossen. Spannend wird, wie sich das auf die Besucherzahlen auswirkt. Sie sind schon jetzt rückläufig.

Linderhof - Bereits in dem Jahr, als Bayerns Märchenkönig Ludwig II. gestorben ist, waren Besichtigungen von Schloss Linderhof möglich. Damals, 1886, verirrten sich ganze 619 Besucher in das royale Kleinod im Graswangtal. Eine Zahl, die seitdem enorm gestiegen ist: Ein Blick in die Statistiken der Bayerischen Schlösserverwaltung zeigt eine Gesamtbesucherzahl von 41,186 Millionen.

Davon kamen im vergangenen Jahr 429 459, im Jahr davor waren es noch 434 164. Zum zweiten Mal in Folge ein Rückgang. Ein Trend, der bei der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen jedoch nicht für Unruhe sorgt. Im Gegenteil: Sprecherin Franziska Hölzle erinnert daran, dass die Kernaufgaben der Behörde die denkmalpflegerische Bewahrung des Kulturellen Erbes ist. „In diesem Sinne tun leichte Besucherrückgänge dem Schloss durchaus gut.“

Ursachen dafür sieht die Schlösserverwaltung im rückläufigen ausländischen Tourismus. Viele Besucher würden auf Routen wie zum Beispiel der „Romantischen Straße“ in Linderhof Station machen. Das wirke sich dann auch vor Ort aus. „Die Zahl der in deutscher Sprache angebotenen Führungen nimmt dagegen wieder zu“, erklärt Hölzle. Das passt zu der Entwicklung, dass in jüngster Zeit vor allem deutsche Touristen in den Landkreis gekommen sind.

Für alle Besucher bleibt ein Wermutstropfen in Linderhof: Dort hat  2016 die Sanierung der Venusgrotte begonnen. Fünf Jahre und Investitionen von 25 Millionen Euro braucht es, um die beeindruckende Anlage für die Zukunft zu sichern. In dieser Zeit sind Besichtigungen nicht möglich. Ob dieser Umstand weitere negative Auswirkungen auf die Gästezahlen haben wird, muss sich zeigen.

Im Oktober 2017 kommen jedenfalls besondere Besucher extra wegen der Grotte nach Linderhof. Vier Tage findet dann eine internationale wissenschaftliche Fachtagung unter dem Titel „Illusionskunst und High-Tech im 19. Jahrhundert“ statt. Zum einen geht es dabei um Forschungsergebnisse, zum anderen um die Restaurierungsmethoden bei den laufenden Arbeiten. Wie groß der Kreis der Experten sein wird, konnte Hölzle zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.

2018 dürften die Besucherzahlen in Linderhof trotz der Baustelle nicht so schlecht ausfallen. Schließlich findet dann in Ettal die Landesausstellung statt. Das beste Jahr hatte das Schloss übrigens 1990: Damals kamen 982 649 Gäste.

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