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Auf Schautafeln sind die geplanten, aber nicht umgesetzten Bauvorhaben des Königs für die Besucher dargestellt.

Manche Pläne scheiterten am frühen Tod des Monarchen

Linderhof: Schautafeln zeigen des Königs unerfüllte Träume 

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Chinesischer Sommerpalast am Plansee oder Theater auf dem Linderbichl: König Ludwig II. hatte noch viele illustre Ideen für Bauprojekte. Umgesetzt wurden sie nie. Im Park von Schloss Linderhof werden zumindest die Pläne des Monarchen jetzt gezeigt.

Linderhof– Er zählt zu den bekanntesten Monarchen weltweit. Nicht etwa wegen seiner politischen Durchschlagskraft. Vielmehr weil König Ludwig II. einer der kreativsten Auftraggeber unter Europas Herrschern war. Mit seinen Prunkbauten wie Schloss Neuschwanstein oder Herrenchiemsee hat er ein unermessliches kulturelles Erbe für ganz Bayern hinterlassen. Und dabei wurde eine Vielzahl seiner Pläne gar nicht umgesetzt. Auch in Schloss Linderhof und dessen Umgebung. Auf diese Projekte weisen nun neue Schautafeln im Park hin.

Fünf Stück hat die Bayerische Schlösserverwaltung aufstellen lassen. Die bebilderten Schilder entlang des Waldwegs vom Venustempel zur Einsiedelei des Gurnemanz erzählen unter dem Motto „Vom Liebestempel zur Einsiedelei: Erträumte Bauten – erbaute Träume“ von den anvisierten und vergessenen Bauvorhaben des Märchenkönigs. „Es ist eine schöne Sache“, sagt Sprecherin Franziska Hölzle. Neben dem Ist-Zustand sieht der Besucher ihr zufolge unter anderem Planskizzen, wie des „Kinis“ unerfüllte Visionen ausschauen hätten können.

Eines der neuen Installationen steht zum Beispiel am Linderbichl. Der „Kini“, der schon in seiner Kindheit eine Leidenschaft für die Welt der Bühne entwickelte, wollte dort 1874 ursprünglich ein Theater errichten lassen. Nach mehreren Entwürfen aber wurde das Vorhaben vier Jahre später aufgegeben – des Geldes wegen. Damals geriet die königliche Kabinettskasse erstmals in ernsthafte Zahlungsschwierigkeiten. Der Platz blieb aber trotzdem nicht ungenutzt. „Heute steht dort der Venustempel“, sagt Hölzle.

Über die Sanierung der Venusgrotte können sich Linderhof-Gäste neben der Eingangskasse informieren.

Bereits in die Bauphase eingetreten waren die Arbeiter beim Hubertuspavillon, den Ludwig II. nach dem Vorbild der Amalienburg im Park von Schloss Nymphenburg im Ammerwald umsetzen wollte. Seine eigene Unentschlossenheit aber kam dem König in die Quere, sodass sich der Fertigstellungstermin im Oktober 1885 nicht halten ließ. Wenige Monate später starb der Monarch. Wie es von Seiten der Schlösserverwaltung heißt, scheiterte mancher seiner Pläne durch den frühen Tod.

Ein zu Lebzeiten wahr gewordener Traum dagegen ist die Venusgrotte, welche derzeit für geschätzte 25 Millionen Euro restauriert wird und für Besucher deshalb bis 2022 nicht zugänglich ist. Um nicht vollständig auf das Bauwerk verzichten zu müssen, gibt’s nun einen Infopoint neben der Eingangskasse. Dort können sich Linderhof-Gäste über die aufwändigen Arbeiten schlaumachen. Zudem gewährt ein kurzweiliger 3D-Film – produziert von Professor Gerd Hirzinger und seiner Crew der Firma Time_in_the_Box – Blicke in die künstlichen Tropfsteinhöhle. „Für die passende musikalische Einstimmung sorgt ein Mitschnitt aus dem ersten Akt der Oper Tannhäuser von Richard Wagner“, teilt die Schlösserverwaltung mit. Aufgenommen vor mehr als 75 Jahren in New York. Ganz nach dem Geschmack des Königs.

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