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Innerhalb dieses Suchkreises will die Telekom den Masten bauen.

Telekom plant 30 Meter hohe Anlage

Sendemast in Graswang: Hoffen auf Fristverlängerung

Der Ettaler Gemeinderat hat erneut intensiv über die Funkmast-Pläne der Telekom diskutiert. Dabei zeigt sich: Es gibt neue Entwicklungen.

Ettal – Die Pläne der Telekom, einen 30 Meter hohen Funkmasten aufzustellen, treiben die Graswanger weiter um. Die meisten Menschen im Dorf sind gegen eine Anlage am favorisierten Standort des Unternehmens – wie eine offizielle Umfrage gezeigt hat. Auch der Gemeinderat befürwortet eine Alternative. Doch diese durchzusetzen, wird schwieriger als gedacht. Und die Zeit läuft.

Eigentlich muss die Kommune bis Anfang März Stellung zu dem Telekomvorhaben beziehen, machte Bürgermeister Josef Pössinger im Gemeinderat deutlich. Das Gremium gab ihm deshalb den Auftrag, sich um eine Fristverlängerung zu bemühen. Außerdem soll der Kommunalbeauftragte des Mobilfunkanbieters, Frank-Peter Käßler, eingeladen werden. Soweit die Punkte, die nach der Sitzung klar waren.

Verworrener ist die Situation in Graswang an sich. Denn von dem Bürger, auf dessen Grund der Mast am Rauhbichel entstehen könnte, kommen unterschiedliche Signale. „Ich bin grundsätzlich dagegen“, sagte er in der Sitzung. Und auch, dass von Seiten der Telekom noch niemand mit ihm geredet habe. Zugleich wollte er sich aber nicht auf einen klaren Deal mit der Gemeinde einlassen.

Pössinger hatte ihm folgendes Szenario vorgeschlagen: Wenn er den Vertrag mit dem Unternehmen ablehnt, dann würde die Kommune von ihrer Seite nicht den Alternativ-Standort am Schießplatz vorschlagen. Denn diese Möglichkeit – dass der Mast auf Gemeindegrund gebaut werden könnte – sei dem Bürger gar nicht recht, erklärte Gemeinderat Korbinian Ostler in der Sitzung. „Er hat zu mir gesagt: ,Das Geld kann ich auch mitnehmen“, betonte Ostler. Eine Aussage, die für Unmut im Gremium sorgte. „Jetzt haben wir genau das, was wir nicht wollten“, sagte Korbinian Daisenberger. „Ich komme mir verarscht vor“, stellte Georg Gall klar. „Ein Bürger setzt sich über alle anderen hinweg“, meinte Pössinger kopfschüttelnd und mit Blick auf die Umfrage, die die Gemeinde initiiert hat. Dabei gingen Fragebögen an 194 Graswanger ab 16 Jahren. 158 wurden ausgefüllt, was einer Rücklaufquote von 81,4 Prozent entspricht. „Das ist stark“, befand Pössinger.

Deutlich ist das Ergebnis: Demnach sind 85 Prozent der Befragten gegen den Mast-Standort am Rauhbichel und 56 Prozent für die Alternative am Schießplatz. 77 Prozent lehnen grundsätzlich den Mobilfunk-Ausbau in ihrem Tal ab.

Tenor im Gremium ist aber, dass man diesen wohl nicht verhindern kann. Deshalb sei es so wichtig, bei der Standortbestimmung mitreden zu können. Man einigte sich darauf, mit den Bayerischen Staatsforsten Kontakt aufzunehmen, denen Waldflächen im Tal – etwa bei Dickelschwaig – gehören. Dort könnte der Mast – so die Befürchtung der Lokalpolitiker und des Grundbesitzers am Rauhbichel – auch entstehen. Ohne dass die Gemeinde Mitsprache-Recht hat. „Wir vergeben uns nichts, wenn wir nachfragen“, sagte Pater Johannes Bauer mit Blick auf die Staatsforsten. Und er fand deutliche Worte zu einem Brief, den Landtagsabgeordneter Florian Streibl (Freie Wähler) an seinen Parteikollegen Thorsten Glauber geschickt hat. Darin bittet er den Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz, sich für Ettal einzusetzen. „Aber wir haben leider nichts mehr gehört“, sagte Pössinger. Ein klarer Fall für Bauer. Weil die große Politik den Mobilfunk-Ausbau wolle. „Wir werden keine Hilfe bekommen.“

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