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Graswang bekommt einen 30 Meter hohen Sendemasten

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Von: Ludwig Hutter

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Im Wald direkt oberhalb der Ausflugsgaststätte Gröblalm wird der 30 Meter hohe Sendemast der Telekom entstehen.

Das Mobilfunk-Zeitalter erreicht das kleine Graswang: Die Telekom hat große Pläne.

Graswang – Wer in Graswang mit seinem Handy telefonieren möchte, muss sich dafür einen guten Platz aussuchen – und Glück haben. Maximilian Schwarz (26) kennt das Dilemma: „Egal, welches Handy und welcher Anbieter. Ein, zwei Balken von fünf, das ist die Regel. Wenn man ein Gespräch führt, bricht häufig die Verbindung ab. Der Internet-Empfang ist noch schlechter.“ Dieser Zustand könnte schon bald der Vergangenheit angehören, denn die Deutsche Telekom AG beabsichtigt, im Wäldchen oberhalb der Gröblalm, am Rauhbichel, eine Mobilfunkstation zu errichten, sprich einen hohen Sendemasten. Damit wäre es dann aber auch vorbei mit der strahlungsfreien Insel der Glückseligkeit in Graswang.

Auf Anfrage bestätigte Bürgermeister Josef Pössinger die Telekom-Pläne: „Wir besprechen das Thema in unserer nächsten Gemeinderatssitzung am kommenden Montag. Im Endeffekt werden wir es nicht verhindern können. Wichtig ist uns vor allem, solche Anlagen aus den unmittelbaren Wohngebieten rauszuhalten. Für die geplante Station trifft das in etwa zu, aber natürlich wird man den Masten sehen.“ Wie hoch dieser wird, ist Pössinger nicht bekannt. Der Gemeindechef schätzt „deutlich über 20 Meter“.

Knapp 30 Tage hat die Kommune jetzt Zeit, im Rahmen des Mobilfunkpakts zwischen der Telekom und dem Freistaat einen technisch vergleichbaren Alternativstandort in Graswang anzubieten. Pössinger glaubt nicht, hier fündig zu werden: „Wir haben da eigentlich nichts in der Hinterhand. Aber warten wir mal ab, was es für Meinungen dazu im Gemeinderat gibt.“ Im übrigen rechnet Pössinger nicht damit, dass der Funkmasten einen großen Bürgerprotest lostreten wird: „Alle brauchen doch heute ihr Handy.“ Zudem ist die Strahlenbelastung in den vergangenen Jahren im Ammertal kein großes Thema mehr gewesen.

Im Gemeindebereich von Ettal gibt es bislang drei Mobilfunkanlagen: Zwei in Ettal (auf dem Dach der Klostertenne und gegenüber des Gasthofs Ettaler Mühle) und eine in Linderhof (auf der Holzerhütte am Ortseingang). Graswang ist – noch – ein weißer Fleck.

Dass die Lücke jetzt geschlossen werden soll, hängt nach Aussage eines Sprechers von Telekom damit zusammen, „dass diese Verbindung nach Schloss Linderhof für uns eine gewisse Bedeutung hat“. Klar: Viele Ausflügler und Touristen sind dorthin unterwegs. Nach Aussage von Telekom-Sprecher Markus Jodl werde die Station mit neuester Technik (GSM, UMTS, LTE) ausgestattet, wobei der freistehende Masten eine Höhe von rund 30 Metern erreichen werde. Zum Baubeginn konnte Jodl noch nichts sagen, „da der Anmietvertrag mit dem Grundstücksbesitzer noch nicht unterschrieben ist“. Die Aktivitäten von Telekom liegen übrigens voll auf einer Linie mit der derzeitigen Politik in Bayern. Der neue Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger von den Freien Wählern will das Mobilfunknetz massiv ausbauen: Bis 2020 sollen mindestens 1000 neue Sendeanlagen entstehen, „um die weißen Flecken (wie Graswang) zu beseitigen“.

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