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Innerhalb dieses „Suchkreises“ am Rauhbichel (dunkelrote Linien) will die Telekom in Graswang ihre Mobilfunk-Basisstation mit neuen Technologien errichten.

Mobilfunk-Pläne der Telekom erhitzen die Gemüter im Naturpark Ammergauer Alpen

30-Meter-Sendemast in Graswangtal: Bürger rebellieren

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Die Nachricht hat im Graswangtal wie eine Bombe eingeschlagen: Die Telekom AG will einen 30 Meter hohen Mobilfunkmast errichten.

Ettal/Graswang – Gemeinderatssitzungen in Ettal gehen nicht selten unter Ausschluss der Öffentlichkeit über die Bühne. Das Interesse an der Lokalpolitik hält sich allgemein in Grenzen. Ein ganz anderes Szenario bot sich am Montagabend im „Ettaler Haus“, als knapp 20 Bürger aus Graswang im Zuhörerbereich Platz nahmen. Das Thema, das sie mobilisiert hatte – der geplante, 30 Meter hohe Sendemast auf dem Rauhbichel, den die Telekom AG im kommenden Frühjahr errichten will.

Schnell wurde deutlich, als Bürgermeister Josef Pössinger die Anfrage aufrief, dass es bei der geplanten Mobilfunkstation massive Widerstände in dem 250-Seelen-Weiler gibt. Allen voran Gemeinderat Korbinian Ostler machte sich zum Anwalt der Graswanger: „Es gibt eine Grundversorgung hier, damit sind die Leute zufrieden. Wir brauchen so ein Riesending nicht, von dem wir nicht wissen, welche gesundheitlichen Risiken davon ausgehen, und das die Landschaft und das Ortsbild extremst verschandeln würde.“ Bürgermeister Pössinger bemerkte, dass er vom Grundbesitzer des besagten Standorts erfahren habe, nicht in Kontakt mit der Telekom zu stehen.

Ostler brachte in der knapp einstündigen, lebhaften Diskussion im Gemeinderat eine Bürger-Befragung zur Sprache, die Christine Hornsteiner in den vergangenen Tagen in Eigeninitiative in Graswang durchgeführt hatte. Danach sprachen sich 77 Prozent gegen den Sendemasten aus, 6,5 Prozent dafür, der Rest enthielt sich der Stimme. „Das ist ein eindeutiges Ergebnis“, stellte Ostler fest, und plädierte dafür, die Telekom darüber zu unterrichten. Rathauschef Pössinger gab zu, dass er selbst mal gesundheitliche Probleme offenbar aufgrund von Mobilfunkstrahlung gehabt habe, stellte jedoch fest, dass man auch an die Zukunft denken müsse: „Die Digitalisierung schreitet immer weiter voran, das ist auch die klare Linie der Politik in Bayern. Wir können uns dem auf Dauer nicht mehr verschließen und müssen auch an unsere jungen Leute denken, von denen wir nicht wollen, dass sie unser Tal aus beruflichen Gründen verlassen. Dann müssen aber auch die technischen Voraussetzungen bei uns passen, zum Beispiel, dass Homeoffice problemlos möglich ist.“

Der Bürgermeister verwies weiter darauf, „dass es sehr wichtig ist, dass wir im Spiel bleiben und unser Mitspracherecht gegenüber Telekom behalten“. Wenn man sich auf ein kategorisches Nein versteife, und keine Alternativen anböte, wie eventuell den ehemaligen Schießplatz zwischen Graswang und Linderhof, „dann können wir ganz schnell draußen sein“. Das befürchtet auch Georg Gall: „Wenn die Telekom zum Beispiel mit den Bayerischen Staatsforsten gemeinsame Sache macht, dann steht eventuell so einen Masten ganz schnell in der Dickelschwaig. Und wir haben keine Chance mehr, Einspruch zu erheben.“ Auch Korbinian Daisenberger und Vanessa Voit vertreten die Ansicht, „dass wir so eine Station auf die Dauer nicht mehr bei uns verhindern können“.

Pater Johannes Bauer schlug schließlich vor, nochmal eine offizielle Befragung der Graswanger Bürger durch die Gemeinde zu veranlassen, mit Argumenten Pro und Contra: „Das Ergebnis können wir dann der Telekom übermitteln.“ Mit diesem Prozedere zeigte sich der Gemeinderat dann auch einverstanden. Bürgermeister Josef Pössinger fasste noch einmal kurz zusammen, was ihm wichtig ist – „nämlich, dass wir bei der Standortwahl mit im Boot bleiben, und dass wir, sollte denn eine neue Station kommen, diese soweit möglich von der Wohnbebauung wegbekommen“. Die Bürger-Befragung in Graswang soll nun in Kürze rausgehen, wobei das Mindestalter auf 16 Jahre festgelegt wurde.

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