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Einen schweren Stand hatte Telekom-Vertreter Frank-Peter Käßler (3.v.l.) im Ettaler Gemeinderat. Vor allem Bürgermeister Josef Pössinger (li.) und Korbinian Ostler formulierten ihren Widerstand.

Kommune schlägt Alternativ-Standort vor

Mega-Sendemast in Graswang: Gemeinde zofft sich mit der Telekom

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Hoch schlagen die Wellen der Empörung im Graswangtal, seitdem bekannt ist, dass die Telekom auf dem Rauhbichel einen 30 Meter hohen Sendemast errichten will.

Ettal – Er wagte sich in die Höhle des Löwen und wusste wohl, dass es kein einfacher Abend für ihn werden würde. Doch an Widerstände und Vorhaltungen ist Frank-Peter Käßler in seiner Funktion als Kommunalbeauftragter der Deutschen Telekom AG gewöhnt. Er muss unter anderem den Bürgern neue Mobilfunk-Standorte als notwendig verkaufen. So wie am Montagabend im „Ettaler Haus“, als sich ihm eine massive Front aus Lokalpolitikern und Zuhörern gegen den geplanten 30-Meter-Funkmast in Graswang entgegenstellte: „Ich verstehe Ihre Sorgen, aber uns sitzt die Politik im Nacken. Wir müssen liefern. Das digitale Zeitalter wird sich rasend schnell weiter entwickeln.“ Sein Schlusswort, bezogen auf den Fall Graswang: „Wir werden sehen, wo die Reise hingeht.“

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Weitaus deutlicher als noch bei der ersten Gemeinderatssitzung Mitte Januar, als es um die neue Mobilfunkstation auf dem Rauhbichel ging, trat diesmal Bürgermeister Josef Pössinger auf. Seine Position: „Gemeinde und Bürger lehnen dieses Vorhaben vehement ab. Wir werden alle Möglichkeiten ausschöpfen, auch über die politische Schiene, um den Standort zu verhindern.“

Schließlich ging man nach eineinhalbstündiger, kontroverser und intensiver Diskussion mit dem Ergebnis auseinander, dass die Telekom nach Aussage ihres Abgesandten den von der Gemeinde vorgeschlagenen Alternativ-Standort am früheren Schießplatz an der Staatsstraße Richtung Linderhof bewerten werde, ob er sich eignet. Käßler deutete jedoch bereits an, dass dies keine Option sei, da er nicht mehr dem heutigen Standard entspreche: „Wir bauen heute keinen Standort mehr, der ein bis zwei Kilometer von der Siedlungsbebauung entfernt ist. Die Station muss funktionieren.“ Demgegenüber erklärte Pössinger, als der Telekom-Mitarbeiter den Sitzungssaal bereits verlassen hatte: „Wenn wir nichts vorschlagen, sind wir ganz aus dem Spiel heraußen.“

Vorher hatte Käßler jedoch schon mal angedeutet, was die Quintessenz sein könnte: Sollte das Areal Rauhbichel aus irgendwelchen Gründen nicht realisiert werden könnte, würde die Telekom nach Käßlers Worten „eventuell auch nach Graswang reingehen, wenn ein Bürger sein Anwesen zur Verfügung stellt“. Nicht ausgeschlossen, dass dann die Kommune vor vollendete Tatsachen gestellt würde, wenn die Verträge unterschrieben und alles bereits in trockenen Tüchern sei. Ob die Telekom mit dem Grundbesitzer am Rauhbichel schon in Kontakt getreten sei, was dieser vor kurzem bestritten hatte, dazu wollte sich Frank-Peter Käßler am Montag nicht öffentlich äußern.

Vehement rückte Korbinian Ostler das Votum der Graswanger in den Fokus, wonach sich 85 Prozent der Befragten gegen den Standort Rauhbichel ausgesprochen hatten: „Diese Meinung kann man doch nicht so einfach wegwischen. Wir wollen diesen Masten dort nicht.“ Beifall brandete auf. Bürgermeister Pössinger griff dann noch den Telekom-Beauftragten persönlich an: „Ob sich der Standort Schießplatz eignet, können Sie nicht beurteilen. Ich bezweifle Ihre Kompetenz, Sie haben wenig Hintergrund in Sachen Funktechnik.“ Ostler äußerte seine Befürchtung: „Wenn die Station mal steht, gehen andere Anbieter auch mit drauf, und wir haben auf einmal die drei- und vierfache Belastung.“ Auch beim Brunnenkopf sei die Bürgerschaft vor vollendete Tatsachen gestellt worden: „Früher hat man dort oben mit dem Handy nicht telefonieren können. Dann ist der Gipfel in Elmau gekommen, und auf einmal ist es gegangen.“ Ostler schloss mit den Worten: „Wildsteig wehrt sich seit Jahren erfolgreich gegen den Mobilfunk, Böbing auch. Das muss uns Mut machen.“

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