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Einen Kräutergarten gibt es seit 2010 im Kloster Wechselburg, das zur Ettaler Abtei gehört.

Landesausstellung 2018 in Ettal

Wiederbelebung des Kloster- Kräutergartens

Ettal - Vor mehr als 50 Jahren gab es einen Alpenklimagarten samt Wetterstation im Kloster Ettal. Dann verkam das Juwel. Zur Landesausstellung im kommenden Jahr soll es zu neuem Leben erweckt werden. Auch mit Leader-Förderung.

„Mythos Bayern – Wald, Gebirg und Königstraum“ – unter diesem Motto steht die Landesausstellung 2018 in Ettal. Rund um das Kloster soll sie den Besuchern historische Inhalte und das gelebte Brauchtum in der Zugspitz-Region näherbringen. Ein fester Bestandteil der Planungen sind die Außenanlagen des Klosters. Diese möchte dessen Sprecher Christian Loth um eine Attraktion erweitern. Vorgesehen ist, den verwilderten Kräutergarten, das „Alpinum“, zu reaktivieren. Finanzielle Unterstützung erhält das Kloster vom Freistaat: Die lokale Leader-Aktionsgruppe LAG hat einer Förderung von 58 649 Euro zugestimmt. Das entspricht 60 Prozent der förderfähigen Summe von 97 748 Euro.

Seinen Ursprung hat das „Alpinum“ in den 1930er Jahren. Die Ettaler Klostermönche schufen dort einen Querschnitt der wichtigsten Alpenpflanzenarten und erforschten diese. Unter der Leitung von Pater Albert Kratzer erfuhr der Alpenklimagarten seine Hochzeit. Mit viel Akribie pflegte und hegte der renommierte Klimaforscher die Pflanzen. Sogar eine Wetterstation baute er auf. Doch mit seinem Tod im Jahre 1975 verlor das „Alpinum“ nach und nach an Bedeutung. Sehr zum Bedauern von Loth. „Heute ist es ein Bereich, der schlichtweg nicht mehr genutzt wird.“

Das soll sich ändern. Die Kloster GmbH will ein pädagogisches Angebot rund um die Bereiche Klimaschutz und Alpenpflanzen erschaffen. Auch ein gläserner Pavillon mit einem 360-Grad-Überblick auf das Graswangtal schwebt ihr vor. Profitieren können davon neben den Gästen der Landesausstellung laut Loth vor allem die Schüler des Benediktinergymnasiums.

„Das Thema Klimaveränderungen in den Alpen erfährt eine immer höhere Relevanz.“ Hilfe erhält das Kloster vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Das Forschungszentrum unterhält einen Campus in Garmisch-Partenkirchen und möchte aussagekräftige Informationstafeln im wiedererweckten „Alpinum“ gestalten. „Mit seiner wissenschaftlichen Expertise ist das KIT für uns natürlich der Partner schlechthin“, sagt Loth erfreut. „Es wertet das Projekt ungemein auf.“

Bis es soweit ist, wartet aber noch einiges an Arbeit. Rodungen und die Wiederherstellung der alten Steinanlagen stehen an. So soll auch der frühere Fußgängerweg durch den Klostergarten wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Loth verspricht sich dadurch eine barriere- und verkehrsarme Anbindung der Schaukäserei an das Kloster. Im Allgemeinen könne die Region in den Augen des Kloster-Sprechers einen großen Nutzen aus dem Projekt ziehen. Für ihn ist klar: „Das Ammertal wird durch unseren Alpenklimagarten um eine touristische Attraktion reicher.“

Simon Nutzinger

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