Die Kläranlage in Ettal, rechts davon soll der neue Bauhof entstehen.
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Die Kläranlage in Ettal, rechts davon soll der neue Bauhof entstehen.

Geplantes Gebäude wird ein Stückweit verlegt

Ettal braucht einen neuen Bauhof: Jetzt ist die Gemeinde wieder einen Schritt weiter

  • Andreas Mayr
    vonAndreas Mayr
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Er ist zu klein geworden. Der Bauhof in Ettal benötigt mehr Platz. Die Gemeinde hat ihre Hausaufgaben erfüllt. Jetzt sind wieder andere an der Reihe.

Ettal – Das Innenministerium hat die Frage aller Fragen zügig beantwortet. Die Mail, die auch Vanessa Voit erhalten hat, umfasst neun Seiten samt Kernaussage: Gemeinderatssitzungen bleiben erlaubt, sollten aber auf die dringendsten Punkte verknappt werden. So saßen sieben Räte, eine Bürgermeisterin sowie null Bürger im Ettaler Sitzungssaal und unterhielten sich über eines dieser wichtigen Themen. Ettal braucht einen neuen Bauhof. Jetzt liegt eine erste Animation vor, die an das Landratsamt geht. Außerdem hat der Gemeinderat Flächennutzungsplan sowie Bebauungsplan verfeinert. Wichtige Haltestellen auf dem Weg zum neuen Gebäude.

Der bisherige Bauhof liegt zwar zentral im Ort, nur 70 Meter sind es vom Rathaus aus. Aber so günstig der Standort, so ungünstig die Expansionsmöglichkeiten. Größere Fahrzeuge und Geräte, etwa die Vorrichtungen der Schneepflüge, finden keinen Platz auf dem Areal. Innerorts fehlt es „völlig an sonstigen Flächen“, die für eine Erweiterung geeignet sind, rekurriert die Bürgermeisterin. Ein Gewerbegebiet – in anderen Kommunen gängiger Standort für einen Bauhof – hat die Gemeinde auch nicht ausgewiesen. Deshalb hatten sich die Ettaler schon 2019 auf den Flecken am Waldrand nördlich der Kläranlage geeinigt.

Gebäude wird leicht in den Hang hineingebaut

Zeitraubend wie begrüßenswert ist das Verfahren im Vorfeld, das maximale Transparenz gewährt. Alle betroffenen Stellen – Landratsamt, Naturschutz, Wasserwirtschaftsämter, Stromversorger, Anlieger, und noch einige weitere – durchsahen die Pläne, schickten Anmerkungen retour. Diese Hinweise bearbeitete das Gremium nun ausführlich.

Die meisten Verweise lieferte das Landratsamt. Der Naturschutz-Behörde ging’s um die Böschungsflächen, immerhin an die 800 Quadratmeter, die auf keinen bepflanzt, sondern mit gemähtem Gras belegt werden sollen. Passt besser ins Landschaftsbild. Die Kläranlage (und künftig auch der Bauhof) sind von grünen Wiesen umgeben. Das Wasserwirtschaftsamt verlangte einen Sickertest, auch der ist nun da. Damit der Bauhof Kies aller Art lagern darf, braucht es zudem geschlossene Boxen. Solche hat die Gemeinde eingeplant, auch wenn sie kaum belastetes Material lagern dürfte – sie nutzt den Kies ohnehin nur zum Unterhalt und der Reparatur der Wanderwege. Das Amt für ländliche Entwicklung verwies zudem auf den Laubwald in der Nähe mit zum Teil alten Bäumen. Morsche Äste und abgebrochene Baumkronen stellen zwar keine Gefahr da, weil sich ohnehin niemand dauerhaft im Bauhof aufhält.

Doch sicherheitshalber verlegten die Ettal das geplante Gebäude um sechs Meter. Die Grundfläche des Areals umfasst 2900 Quadratmeter. Das Haus – 348 Quadratmeter mit 29 Metern Länge auf 12 Metern Breite – wird leicht in den Hang hinein gebaut. Davor entsteht ein gepflasterter Platz, auf dem man Fahrzeuge und Maschinen abstellen kann. Die Ortspolitiker trafen sämtliche Abstimmungen im Einvernehmen. Im Grunde ging es ohnehin nur um Detailanpassungen.

Der Entwurf geht nun ein zweites Mal zurück an die Beteiligten. Einige Wochen dürften wieder vergehen, bis die nächsten Antworten eintrudeln. Die erste vorberatende Sitzung des Gemeinderats findet am 11. Januar statt.

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