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Inspiriert von ihrem Spitz „Böhm“ taucht in Nicola Förgs neuem Alpen-Krimi der Hund Raffi auf.

Nicola Förg präsentiert ihren zehnten Alpen-Krimi

Wölfe, Landwirte, Lehrer - auf der Alm hoch über Linderhof prallen Emotionen aufeinander

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Sie kann‘s nicht lassen und gönnt ihrer Ermittlerin keine Pause: Nicola Förg schickt Irmi Mangold  in „Wütende Wölfe“ zum zehnten Mal auf Verbrecherjagd. Der neue alpen-Krimi erscheint am, Freitag.

Linderhof – Irmi Mangold hat ein Problem. Ein gewaltiges sogar. Ihr Problem heißt Nicola Förg. Die setzt der Kommissarin ganz schön zu. Ihre Auszeit auf einer Alm hat sich die Schwaigenerin definitiv anders vorgestellt. Dumm nur, dass sie die Rechnung ohne ihre Schöpferin gemacht hat. „Angesichts ihrer neuen Lebenssituation hätte sie die Pause sicher verdient“, meint die Autorin und lacht. Ihre Irmi, die sie seit zehn Jahren im Landkreis Garmisch-Partenkirchen auf Verbrecherjagd schickt, hadert schließlich gewaltig mit der neuen Situation daheim auf dem Bauernhof. Nicht weil sie mit Zsofia, der frisch angetrauten Frau ihres Bruders nicht auskommt, sondern weil sie sich plötzlich wie das fünfte Rad am Wagen fühlt. Inmitten der Kühe am Berg will sie überlegen, wie es bei ihr weitergehen soll. Macht Sinn, allerdings lässt Förg ihr nicht die erhoffte Ruhe. Kaum hat sich Irmi Mangold auf der Alm eingelebt, passieren seltsame Dinge, und dann stolpert sie auch noch über eine Leiche.

Von der Bäckenalm, die auf 1309 Metern Höhe oberhalb von Linderhof lag, sind heute nur noch ein paar Balken übrig.

„Wütende Wölfe“ heißt Förgs zehnter Alpen-Krimi, der am Freitag im Pendo-Verlag erscheint. Wieder greift die Autorin, die auf einem Hof in Prem bei Lechbruck lebt, Themen auf, die ihr am Herzen liegen. Zum einen, das verrät schon der Titel, geht’s um die Urangst vor dem Wolf. „Bei diesem Thema prallen sehr schnell emotional aufgeheizte Positionen aufeinander“, sagt Förg. „Einige romantisieren seine Rückkehr, andere nutzen eine regelrechte Kriegsterminologie, wenn es um seine Vertreibung geht.“ Gerade der stark genutzte Alpenraum, in dem der Schutz von Nutztieren besonders schwierig ist, sei ein problematisches Pflaster für Wölfe. Kein Wunder also, dass Irmi und ihre Mitbewohner auf der Alm die vermeintlichen Spuren des Raubtiers erst einmal unter Verschluss halten wollen. Auch die Kommissarin erfasst für den Bruchteil einer Sekunde irrationale Angst. „Eine Angst, die aus der Tiefe kam: Ein Wolf starrte sie an“, schreibt Förg.

Nicola Förg lockt ihre Leser auf eine falsche Fährte 

Geschickt lockt sie ihre Leser auf diese Fährte, lässt sie lange eine Verbindung zwischen dem toten Kunstlehrer und den laut polternden Wolfsgegnern vermuten. Dass der Pädagoge zudem hinter einer ganz anderen Geschichte steckt und immer mehr seiner früheren Schülerinnen am Berg auftauchen, scheint Nebensache. Mit Udo Wolf, der den jungen Leuten viel zu nahe kommt, arbeitet Förg ein Stück der Schulrealität in den 1980er Jahren auf. Auch sie hatte einen Lehrer, den einige angebetet, die anderen aber gehasst haben. „Sehr manipulativ“ sei der Mann gewesen. „In jeder Stunde hat er’s geschafft, dass eine heulend rausgegangen ist“, erzählt die Schriftstellerin. Dahinter vermutet sie im Nachhinein gar keine böse Absicht. „Wahrscheinlich wollte er etwas aus uns rauskitzeln, aber seine Methoden waren wirklich viel zu viel.“ Genau wie bei Wolf.

Inspiration für die Bergweiden fand Förg in Martin Heigls Buch „Die Almen im Ammergau und ihre Geschichte“. Besonders faszinierte sie die Geschichte der Bäckenalm, die oberhalb von Linderhof am Ende des Sägertals zu finden war. Dass in alten Chroniken so viel über sie zu finden ist, „liegt am Zank und Zwist“, betont die Autorin. Die Weidekriege zwischen dem Kloster Ettal und Schwangau führten sogar so weit, dass sich 1756 Kurfürst Maximilian einmischen musste. Bis 1960 wurde Vieh auf die Bäckenalm aufgetrieben, dann war Schluss. Für Förg, die sich im Zug ihrer Recherche mit Heigl auf Spurensuche begab und nur mehr ein paar Balken von der früheren Hütte entdeckte, eine traurige Entwicklung.

Ideen für Mordfälle gehen der Autorin nicht aus

Spätestens seit dem Volksbegehren zum Artenschutz müsste doch jedem klar sein, „dass man unsere Landwirtschaft anders subventionieren muss“, findet sie. Zuschüsse sollten nicht dafür fließen, dass die Betriebe immer größer werden. Stattdessen „sollten sie belohnt werden, wenn sie klein bleiben, tiergerecht arbeiten und im Einklang mit der Natur wirtschaften“. Es sind echte Anliegen, die Förg in ihren Krimis an ihre Leser bringt. Und das kommt an. „Es passiert so viel Irrsinn mit der Natur, die von immer mehr Interessensgruppen immer intensiver genutzt wird“, sagt Förg. Der Trend zum Waldbaden sei ein Beispiel dafür, „da legen die Leute dann Mandalas aus Blättern“. Logisch, dass sie davon auch künftig zehrt und Irmi sich weiterhin mit Mördern und anderen Verbrechern auseinandersetzen muss.

Den neuen Fall

von Irmi Mangold präsentiert Nicola Förg mit der Schauspielerin Michaela May, die auch die Hörbücher von Förgs Alpen-Krimis einliest, am Freitag, 5. April, in der Spielbank Garmisch-Partenkirchen. Die Lesung beginnt um 19.30 Uhr. Karten für 15 Euro gibt’s direkt in der Spielbank, zudem können Tickets unter www.spielbanken-bayern.de/events/ reserviert werden. Einen Vorgeschmack auf das Buch gibt’s außerdem am Freitag, 1. März, in der Abendschau im Bayerischen Fernsehen.

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