Dr. Thomas Niggl † Foto: hut

Ettaler Altabt Dr. Thomas Niggl gestorben: Im Krieg der Botschaft von Fatima begegnet

Ettal - Im Alter von 89 Jahren ist in der Nacht zum Sonntag Altabt Dr. Thomas Niggl, ein gebürtiger Murnauer, im Kloster Ettal gestorben.

Die tiefe Marienverehrung, die auch in seinem Wahlspruch „Per Mariam ad Jesum“ („Durch Maria zu Jesus“) zum Ausdruck kam, sowie sein großes Anliegen um die Botschaft von Fatima, des bekannten Marien-Wallfahrtsortes in Portugal, prägten zeitlebens Denken und Handeln von Altabt Dr. Thomas Niggl. Daraus schöpfte er selbst in seinen letzten Lebensjahren - Weihnachten 2008 erkrankte er schwer - Kraft und Hoffnung. In der Nacht zum Sonntag verstarb der Benediktinermönch 89-jährig im Kloster Ettal. Niggl leitete als dritter Abt nach der Wiedergründung die Abtei Weltenburg bei Kelheim von 1976 bis 1995, ehe er wieder in sein Heimatkloster Ettal zurückkehrte.

Der Verstorbene erblickte am 22. April 1922 als erstes Kind der Eheleute Georg und Maria Niggl in Murnau das Licht der Welt. Gerne hätte sein Vater gewollt, dass Thomas mal die Hammerschmiede von ihm übernimmt, doch offenbar übte das Angebot des damaligen Pfarrers Martin Lohr, in das Scholastikat der Abtei Ettal und das dortige Gymnasium einzutreten, eine größere Anziehungskraft auf den jungen Mann aus. Dann jedoch brach der Zweite Weltkrieg aus. Als Schüler der 7. Klasse kam Niggl zunächst als Funker nach München und wurde dann Ende Dezember 1941 nach Russland abgestellt. Drei Jahre später, im Herbst, erlitt der damals 22-Jährige eine schwere Verwundung durch einen Kieferdurchschuss. In diesen schlimmen Kriegserfahrungen suchte der junge Soldat Halt und Trost in der Botschaft von Fatima - ihr verschrieb er sich fortan sein ganzes weiteres Leben.

Kaum aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft entlassen (Juli 1945), trat Thomas Niggl noch im September des gleichen Jahres in die Benediktinerabtei Ettal ein. 1946 legte er die einfache Profess ab, studierte anschließend in Eichstätt Theologie und Philosophie und wurde schließlich 1950 von Kardinal Faulhaber zum Priester geweiht. Am 9. Juli 1950 zelebrierte der Neugeweihte in der Murnauer Pfarrkirche St. Nikolaus seine Primizmesse.

Zunächst wirkte er als Präfekt und Lehrer in der Abtei Scheyern, ehe er nochmals in München das Studium aufnahm. Nach einer zweijährigen Referendarszeit kehrte Niggl zu seiner alten Schule nach Ettal zurück, wo er von 1957 bis 1973 als Lehrer für Latein, Griechisch und Geschichte am Gymnasium wirkte. 1961 zum Abt der Abtei Schäftlarn gewählt, musste der Mönch dann jedoch ablehnen, denn noch im selben Jahr wurde er zum Prior von Ettal ernannt. Dann ereilte ihn der Ruf der Abtei Weltenburg, deren Prior-Administrator der Murnauer 1973 wurde und noch einmal drei Jahre später wählten ihn seine Mitbrüder dort zum Abt. Dieses Amt übte Niggl bis zum 2. Oktober 1995 aus. Konsequent prägte er das Kloster am Donaudurchbruch als Marien-Gebetsstätte. Keinen Erfolg hatte eine seiner letzten Initiativen als Abt für ein neues Mariendogma. Darin sollte die Mutter Gottes als „Miterlöserin“ definiert werden. Das Vorhaben war auf theologische Kritik gestoßen.

Nach seiner Resignation als Abt erwählte der Benediktiner sein Heimatkloster Ettal zum Altersruhesitz.

Pontifikalrequiem

am Donnerstag, 15. Dezember, 10.30 Uhr, in der Abteikirche Weltenburg, anschließend Beisetzung in der Klostergruft

Ludwig Hutter

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