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Robert Köhler, Sprecher des Vereins Ettaler Misshandlungs- und Missbrauchsopfer

Ettaler Missbrauchsopfer werfen Kirche Versagen vor

Ettal/München - Die Opfer von sexuellem Missbrauch im Kloster Ettal werfen der Kirche Versagen bei der Aufarbeitung des Skandals vor. Die Kanzlei Dr. Lang & Kollegen stellte ihren Abschlussbericht vor.

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Entschädigung für die Ettaler Opfer

“Niemand greift ein, wenn die Organisation der jeweiligen Täter sich nicht bewegen will“, kritisierte der Sprecher des Vereins Ettaler Misshandlungs- und Missbrauchsopfer, Robert Köhler, am Freitag in München. “Daher steht der Einzelne der Kirche komplett machtlos gegenüber.“ Es fehlten in der Kirche Experten zur Krisenbewältigung. Der Verein forderte, dass die Schwachstellen in den Diözesen und Orden abgestellt werden. Jährlich solle ein Bericht darüber vorgelegt werden. Im Kloster Ettal war vor gut einem Jahr ein umfangreicher Missbrauchsskandal bekanntgeworden.

Abschlussbericht der Kanzlei Dr. Lang & Kollegen

Genau ein Jahr nach Aufdeckung des Missbrauchsskandals sieht die Münchner Kanzlei Dr. Lang & Kollegen wesentliche Ziele für die Betroffenen erreicht. Die Kanzlei stellte am Freitagvormittag in München ihren Abschlussbericht vor.

Die Ankündigung des Klosters vom 17. Februar zur Einrichtung eines Opferfonds in Höhe von mindestens 500.000 Euro, bewertete Rechtsanwalt Stephan J. Lang als positive Entwicklung im Sinne der Betroffenen: "Im Gegensatz zum Runden Tisch der Bundesregierung und den zähen Verhandlungen innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz zeigt sich in Ettal endlich die notwendige Dynamik". Außerdem sei durch den vom Kloster zugesagten Sieben-Punkte-Plan und der Bereitschaft zur wissenschaftlichen Aufarbeitung ein wesentlicher Bestandteil der Forderungen erfüllt. Der nächste Schritt besteht darin, das angekündigte Kuratorium zügig einzuberufen, um die Entschädigung für Betroffene individuell bearbeiten zu können.

Dennoch fühlten sich viele Betroffene bis zum Sommer 2010 allein gelassen und sahen kaum eine Chance, sich und ihre Anliegen zu artikulieren. Durch Hinzuziehung der Kanzlei Dr. Lang & Kollegen und in Zusammenarbeit mit Mediatoren gelang es schließlich, eine Strategie des "modifizierten Täter-Opfer-Ausgleichs" zu entwickeln. Dieser Weg wurde auch vom Kloster akzeptiert.

Stephan Lang, selbst Altettaler, wertet die genannte Entschädigungssumme zwar als "indiskutabel", aber dennoch als "Zeichen des guten Willens" und erwartet die vollständige Umsetzung des Sieben-Punkteprogramms als Basis für eine Aussöhnung der Beteiligten.

Ettaler Misshandlungs- und Missbrauchsopfer e.V.

Der Verein ist ein Zusammenschluss von Betroffenen, die am Benediktinerkloster Ettal das Internat beziehungsweise die Schule besuchten. Nach Offenlegung der Gewalt- und Missbrauchsvergangenheit im Februar 2010 hat sich der Verein organisiert, um unter anderem die Aufarbeitung durch das Kloster voranzutreiben.

dpa/ots

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