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700 000 Euro, aber keine Garantie

Kaltenbrunn - Grundsatzentscheidung des Gemeinderats für den Bau der geplanten Rollerstrecke im nordischen Zentrum Kaltenbrunn steht noch aus

Es ist ein positives Signal, mehr aber auch nicht. Die Marktgemeinde hat in den Haushalt 2012 einen Posten von 700 000 Euro für die Erweiterung des Biathlonzentrums in Kaltenbrunn eingestellt. Der Wille ist da, ideale Trainingsbedingungen für den sportlichen Nachwuchs zu schaffen. Eine Garantie, dass die Pläne zum Bau einer Rollerstrecke im Garmisch-Partenkirchner Ortsteil aber auch umgesetzt werden, gibt es freilich nicht. Das schränkt Rathaus-Sprecher Florian Nöbauer sofort ein. „Dass die Summe jetzt im Haushalt drinsteht, heißt nicht automatisch, dass das Vorhaben auch realisiert wird.“

Der Betrag von 700 000 Euro - nach Schätzungen des Bauamts - schreckte einige Gemeinderäte bei den Beratungen zunächst ab. Doch handelt es sich dabei um die Gesamtkosten für das Projekt. „Wir erhoffen uns natürlich Zuschüsse, sonst würden wir das nicht machen“, stellt Nöbauer klar. Die Belastung für die Gemeinde dürfte deutlich geringer ausfallen. Denn finanzielle Unterstützung wurde bereits in Aussicht gestellt.

In Kaltenbrunn soll im Langlaufzentrum eine asphaltierte Strecke für das Sommertraining entstehen. Um auf Rollerskiern laufen zu können, mussten Magdalena Neuner, Miriam Gössner und der Nachwuchs bisher auf den Hohen Brendten oder ans Isarhorn in der Region Mittenwald-Krün ausweichen.

Dies versuchen die Trainer und Funktionäre seit Jahren zu ändern. Sie streben den Status eines Nachwuchs-Bundesstützpunkts Biathlon an. Als letztes fehlendes Puzzleteil hierfür wurde von Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Skiverbands (DSV), die Finanzierung genannt. Und damit zweifelsohne auf die Gemeinde verwiesen, die als Bauherr tätig werden muss. Der DSV wäre dann in erster Linie für die Schaffung von professionellen Trainerstrukturen zuständig.

Fritz Dopfer, Chef des Skigaus Werdenfels, wertet die Berücksichtigung der Rollerbahn im Haushalt 2012 als „absolut positiv“. Etwas mehr Kopfzerbrechen bereitet ihm hingegen der DSV. „Wichtig ist nicht nur die Infrastruktur, sondern auch die Zusage für den Stützpunkt“, unterstreicht er. „Aber wir bekommen einfach kein konkretes Ja“, berichtet er aus einem neuerlichen Schriftwechsel mit Hörmann. „Ich verstehe nicht, warum der DSV da in so eine defensive Position geht. Wir haben immer wieder gute Leute hervorgebracht auch als sehr kleine Region. Da hab’ ich wirklich ein bisschen Bauchweh.“

Die Gemeinde scheint die Bemühungen der Athleten und Trainer voll zu unterstützen. Auch wenn noch keine Grundsatzentscheidung für Kaltenbrunn getroffen wurde. „Dazu muss der Punkt auf die Tagesordnung im Gemeinderat“, erklärt Nöbauer. Soweit ist es aber noch nicht. „Noch fehlen uns viele Informationen“, gibt der Pressesprecher zu. Letztlich geht es ums Geld. Die zentrale Frage: Wie tief muss die Kommune in die Tasche greifen, um Grund zu pachten oder gar zu kaufen? „Das wird in einem Gutachten ermittelt, das der Finanzausschuss bereits in Auftrag gegeben hat.“ Bisher musste die Gemeinde schon für die Loipen Ausgleichszahlungen an die Grundeigentümer leisten, für eine dauerhafte befestigte Straße allerdings muss komplett neu verhandelt werden. Einiges an Vorarbeit hat der Gau schon geleistet, die generelle Zustimmung eingesammelt. „Aber sicher ist alles erst, wenn es unterschrieben ist“, stellt Nöbauer klar.

Wie auch Dopfer hofft der Rathaus-Sprecher darauf, dass es in der Sache Kaltenbrunn zügig vorangeht. „Wir wollen die Bahn bauen, sonst hätten wir die Summe nicht in den Haushalt aufgenommen.“ (cf)

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