Ungewohnter Rahmen: Der Garmisch-Partenkirchner Gemeinderat tagt wegen der Baumaßnahmen im Rathaus im Olympiasaal des Kongresshauses und leitet entscheidet dort gleich über dessen Zukunft. foto: thomas sehr

300 000 Euro für den ersten Schritt

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Garmisch-Partenkirchen - Der Startschuss zur Sanierung des Kongresshauses ist gefallen. Jetzt werden ein Realisierungs- und ein Ideenwettbewerb vorbereitet werden sollen.

Die Probleme im und ums Kongresshaus sind hinlänglich bekannt. Insbesondere die Verbindung zwischen den einzelnen Komplexen - der Richard-Straus-Saal stammt aus dem Jahr 1964, der Festsaal Werdenfels entstand für die Ski-Weltmeisterschaften 1978 - macht den Mitarbeitern von GaPa-Tourismus zu schaffen. Aber auch fehlende Ausstellungsflächen und die Parkplatz-Situation erschweren ihnen die Vermarktung des Hauses. Neubau oder Sanierung, das war jahrelang die Frage, um die sich die Debatten im Garmisch-Partenkirchner Gemeinderat drehten. Eine Entscheidung ließ derweil auf sich warten - bis zum Mittwoch. Mit 29:1-Stimmen haben die Gemeinderäte tatsächlich den Startschuss für einen Umbau des Hauses gegeben.

Gutachten, Studien und andere Papiere, die sich mit dem Zustand und der Zukunft des Komplexes am Richard-Strauss-Platz beschäftigen, füllen mittlerweile hunderte Seiten. Bei unzähligen Sitzungen debattierten die Kommunalpolitiker über dieses Thema. Letztlich trafen sie sich noch zu einer Klausur, um sich über das Vorgehen abzustimmen. Trotzdem war es Peppi Braun (Freie Wähler) „zu euphorisch“, jetzt schon darüber zu entscheiden. „Noch wissen wir nichts über die Kosten und die mögliche Finanzierung.“ Dass genau diese Fragen im Rahmen des Realisierungs- und Ideenwettbewerbs - letzterer wird für den Konzertsaal angestoßen - geklärt werden sollen, ließ er dabei offenbar außer Acht. Sein Vorschlag, eine Entscheidung bis ins Frühjahr zu vertagen, setzte sich nicht durch. Auch Alexandra Roos-Teitscheid (CSB) störte sich daran, dass noch zu wenig Fakten auf dem Tisch liegen. „Die Klausurtagung hat sehr jäh geendet, ich habe mich eher überrumpelt gefühlt.“ Die Notwendigkeit, dieses Projekt anzupacken, sah sie durchaus, „aber die Hausaufgaben müssen eben auch gemacht werden“. Nachdem ihr allerdings von Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) und Vize-Bauamtsleiter Markus Gehrle-Neff versichert worden war, dass sämtliche Schritte von den zuständigen Gremien abgesegnet werden sollen, konnte sie sich mit dem Vorgehen anfreunden. 300 000 Euro werden für die Vorbereitung und Realisierung der beiden Wettbewerbe im Haushalt 2015 eingestellt. Für die Bauverwaltung war das Votum des Gemeinderats, jedenfalls Gehrle-Neff zufolge, der Startschuss, „um mit den Voruntersuchungen, der Analyse der Haustechnik, einem Betriebskonzept et cetera zu beginnen“.

Dass die Gemeinde diesen ersten Schritt nun tut, erleichtert Tourismusdirektor Peter Nagel ungemein. „Es gibt Tagungskunden, die uns nicht mehr ernst nehmen“, sagt er. Seit Jahren wurden diese vertröstet, immer wieder bekamen sie zu hören, dass ein Neubau bevorsteht. Noch sehr gut erinnert sich Nagel daran, „wie der frühere Bürgermeister Thomas Schmid vor zwölf Jahren beim Aareon-Kongress verkündet hatte, dass wir im nächsten Jahr für sie bauen würden“. Diese Zusage des damaligen Rathaus-Chefs, der während seiner ersten Amtsperiode zur CSU gehörte und seine zweite als CSB-Mann bestritt, verliefen derweil im Sande. „Seither haben wir nur Glühbirnen ausgetauscht und Wände gestrichen.“ Sein Team optimierte derweil sämtliche Abläufe im Kongresshaus und führte ein Qualitätsmanagement ein. Zudem „haben die Mitarbeiter viel Hirnschmalz für diese machbare Sanierungsvariante investiert“, lobt er seine „tolle Truppe“.

Deshalb war Nagel auch sehr froh, dass Alfred Heinle im Gemeinderat ein Machtwort sprach und eine endgültige Entscheidung herbeiführte. „Ich muss mich wirklich fragen, wie lange wir noch diskutieren wollen“, betonte der SPD-Vertreter. „Mit diesem jahrelangen Hin und Her machen wir uns doch langsam lächerlich.“

Von Tanja Brinkmann

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