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Mit klingendem Spiel durch den Ort: die Musikkapelle Farchant.

Großer Festzug durch den Ort

175 Jahre Musikkapelle Farchant: Das ganze Dorf feiert mit

Die Sonne lachte über Farchant: In dem Ort wurde etwas Besonderes gefeiert - der Geburtstag der Blaskapelle.

Farchant – „Wer in einem Gottesdienst singt und spielt – der betet doppelt“, sagte der Geistliche, „denn die Musik ist nicht nur zur Unterhaltung da, sie hat vielmehr die Kraft, die Menschen zu verändern, weil sie die Herzen berührt“: In seiner Predigt im Rahmen des Gottesdiensts an der Farchanter Pfarrkirche St. Andreas, die Kaplan Tobias Prinzhorn, der die Messe zusammen mit Pater Francis Allumbuzerath zelebrierte, widmete er sich natürlich der Farchanter Musikkapelle, die an diesem Wochenende ihr 175-jähriges Jubiläum feierte. „Gegründet zu Zeiten, als Bayern noch ein Königreich war und es Deutschland als Nationalstaat noch gar nicht gab“, sagte Prinzhorn.

Musikkapelle und Kirche, das gehöre insbesondere in Farchant zusammen. Das Blasorchester gestalte immer wieder Gottesdienste mit, denn die Musik helfe trefflich, die frohe Botschaft in die Herzen zu transportieren. Nicht ohne Grund habe deshalb auch Papst Benedikt XVI. als wichtigster Theologe des 20. Jahrhunderts der Musik im Gottesdienst eine Bedeutung von theologischem Rang attestiert. Sie ermögliche, so der Papst, eine besonders intensive Teilhabe an der heiligen Feier. „Und auch wir als Farchanter freuen uns immer, wenn die Musik an Gottesdiensten mitwirkt, denn dort, wo das Wort Gottes auf harten oder dornigen Boden fällt, kann sie dazu beitragen, die Botschaft besser zu den Menschen zu geleiten“. Natürlich sei sie auch für das Dorfleben und insbesondere die Jugendarbeit von großer Bedeutung, denn wenn der eine oder andere junge Mensch sich stark im Dorf eingebunden und gebraucht fühle, werde er möglicherweise leichter die Entscheidung fällen, der Heimat verbunden zu bleiben.

Der Festgottesdienst wurde von einer nur selten gehörten Musik umrahmt, nämlich der ebenso innigen wie kraftvollen „Bläsermesse“ von Hans Hübner, des ersten Dirigenten nach Wiedergründung der Kapelle im Anschluss an den 2. Weltkrieg: Der einstige Stabsmusikmeister nahm dieses Amt fast 30 Jahre von 1947 bis 1976 wahr. Noch heute schwärmen manche ältere Bürger von seinem Können.

Nach dem Gottesdienst führte der große Festzug von insgesamt 15 Musikkapellen samt attraktiven Symbolwagen, die etwa das Frickenkreuz, die Farchanter Kirche und die Musikkappelle anno dazumal darstellen, durch die Straßen des Dorfes. Dann ging zum hinaus zum Waldfestgelände beim Trachtenheim, wo bei Sang und Klang, bei Speis’ und Trank ein griabiger Nachmittag gefeiert wurde.

Festumzug unter blauem Himmel: Farchant feiert 175 Jahre Musikkapelle

Wolfgang Kaiser

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