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Prächtig geschmückt ziehen die Rinder mit (v. l.) Josef Hiebler und Leni Ostler samt Tochter Gitti beim Abtrieb vor sechs Jahren ins Dorf.

Almabtrieb in Farchant

170 Rinder und 10 Haflinger kommen wohlbehalten zurück ins Tal

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Nur wenn auf der Sommerweide nichts passiert ist, werden die Farchanter Rinder und Haflinger prächtig aufgekranzt abgetrieben. Am Sonntag, 8. Oktober, ist es soweit – nach sechs Jahren Pause ziehen die geschmückten Tiere wieder durchs Dorf.

Farchant – Blitz, Steinschlag oder ein tödlicher Absturz – es gibt viele Gefahren, die auf der Sommerweide lauern. Von Mitte Juni bis Mitte September treibt Hirte Peter Leitenbauer das Vieh – heuer waren’s 170 Jungrinder und 10 Haflinger – auf die Farchanter Alm. Auf gut 2000 Hektar genießen die Tiere dann das saftige Grün – und den Auslauf. „Das Gebiet ist groß“, räumt Andreas Leitenbauer, Vorsitzender der Farchanter Weidegenossenschaft, ein. Vom Esterberg über den Krottenkopf bis an die Krüner Gemeindegrenze reicht das Areal, das seinen Mitgliedern zur Verfügung steht. Da besteht immer die Möglichkeit, dass ein Tier verunglückt und nicht zurück ins Dorf kommt.

Ein besonderer Moment: 2011 führt der Hirte Peter Leitenbauer zuletzt das aufgekranzte Vieh durch Farchant.

„Aber nur wenn nichts passiert, machen wir auch einen aufgekranzten Abtrieb“, erklärt Andreas Leitenbauer. So wie heuer. Am Sonntag, 8. Oktober, zieht das festlich geschmückte Vieh durchs Dorf. Eine Attraktion, auf die die Farchanter und ihre Gäste jetzt sechs Jahre warten mussten. 2011 fand’s zum letzten Mal statt. Für seinen jüngeren Bruder, der seit zwölf Jahren als Hirte fungiert, ist es erst der zweite feierliche Abtrieb. Ein besonderer Anlass, den die Farchanter ganz traditionell zelebrieren. Bei ihnen geht’s nicht um die Show. Vielmehr „ist das der Tag des Hirten“, betont Leitenbauer. Und den sollen dieser und die 25 Bauern, deren Vieh auf der Farchanter Alm weiden durfte, in vollen Zügen genießen.

Für den Schmuck sorgen die Frauen. Die Kronen, mit denen ältere, besonders schöne Tiere ausgestattet werden, binden die stolzen Besitzer in der kommenden Woche daheim. Aus Latschen, Blumen, Zweigen und mit kirchlichen Symbolen wird der kunstvolle Kopfputz gefertigt. „Das Ganze wird um ein Gestell gebunden“, verdeutlicht Leitenbauer das Vorgehen. Die anderen Tiere werden mit Kränzen um den Hals verziert, die die Frauen aber erst relativ kurz vor dem Almabtrieb gestalten.

Noch stehen die Tiere auf der Weide am Farchanter Ried. Von dort werden sie nach ihrem großen Auftritt am Sonntag in einer Woche auf eine andere Fläche in Dorfnähe getrieben. „Da bleiben sie bis 31. Oktober, dann geht’s in den Stall“, erklärt Leitenbauer. Gut geschützt bleiben sie den Winter über dort, ehe sie Anfang Mai wieder ausgetrieben werden und Mitte Juni auf die saftige Alm zurückdürfen.

Der Almabtrieb

beginnt am Sonntag, 8. Oktober, ab 10 Uhr mit dem Schmücken des Jungviehs auf der Farchanter Weide im Ried. Um 11 Uhr startet der Festzug über die Esterbergstraße zur Loisachbrücke und die Loisachstraße zum alten Fußballplatz. Im Anschluss treffen sich alle Teilnehmer am Vereinsheim des Volkstrachtenvereins zum gemütlichen Ausklang. Dazu spielt die 3012er Tanzlmusi auf.

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