+
Mit erhobenem Zeigefinger: Andreas Bräu, der neue Fastenprediger. 

Starkbieranstich im Gasthof Schatten

Andreas Bräu ist der neue Fastenprediger 

  • schließen

Und schon wieder ein Neuer. Nach Wolfi Hostmann, der zweimal als Fastenprediger auftrat, schlüpft in die Rolle des Mönchs, der Politikern die Leviten liest und das Ortsgeschehen aufs Korn nimmt, heuer der Schauspieler Andreas Bräu.

Garmisch-Partenkirchen – Er vereint die urtypischen Geschlechterrollen in einer Person. Andreas Bräu geht seit rund einem halben Jahr als Jäger und Sammler zugleich auf Beutetour. Hungrig nach Anekdoten und Entgleisungen wildert der 30-Jährige in der politischen Landschaft. Mithilfe seines „Kompetenzteams“, wie er Vertreter aus Politik und Vereinen bezeichnet, die ihn bei der Futtersuche unterstützen. Die Rolle gefällt dem Schauspieler. Am Samstag, 11. März, schlüpft er in die nächste. Bräu streift sich die Mönchs-Kutte über und hält zum ersten Mal die Fastenpredigt im Gasthof Schatten. Die „schöne, aber nicht leichte Aufgabe“ reizt ihn. Weil sie das Schriftstellerische, Schauspiel und Moderation – all seine Passionen – zusammenfasst. Deshalb zögerte er nicht lange und nahm das Angebot von Schatten-Chef Martin Baudrexl junior an. „Ich fühl’ mich geehrt“, sagt der Nachfolger von Wolfi Hostmann, der nach seinem Auftritt im vergangenen Jahr seinen Rücktritt erklärt hatte.

Einen Mönch hat er schon mal gespielt

Schon 2016 hatte es die Überlegung gegeben, Bräu in dessen Fastenpredigt miteinzubauen. „Ich hätte die zweite Hälfte als Luggi bestreiten sollen“, erzählt der Garmisch-Partenkirchner. Dazu kam es nicht. Umso mehr freut er sich jetzt, im Rampenlicht zu stehen, wenngleich er seine Premiere nicht auf die leichte Schulter nimmt. Einen Mönch hat er schon einmal gespielt, aber nie einen eigenen Text dazu geschrieben. Seine Rede ist mittlerweile fertig. Zumindest das Grobkonzept. „Sie wird bis zur letzten Sekunde aktualisiert“, sagt Bräu. Ein bisschen hofft er darauf, dass bis zum Samstag nichts Weltbewegendes mehr passiert. So kann er sich aufs Eindampfen, Schärfen und Entschärfen seiner „moralischen Predigt“ konzentrieren.

So manchem Politiker wird er die Leviten lesen

Und der Mönch will einiges loswerden. Etwa 45 Minuten dauert sein Blick auf den Landkreis, München und die Landespolitik. Das Jagen und Sammeln war erfolgreich. Richtig fette Beute hat er gemacht. „Es gibt genug zum Abwatschen“, sagt Bräu und lacht. Einigen Personen wird er die Leviten lesen. Da bleiben auch zwei führende Damen der Kommunalpolitik oder „Exoten kleinerer Parteien“ nicht verschont. Sein Metier, die Kultur, kommt ebenfalls nicht zu kurz – ob Richard Strauss, Michael Ende oder der Kultursommer. Bräu hat zudem eine Idee, wie der Wahlkampf sein soll. Die verrät er natürlich erst am Samstag. Außerdem möchte der 30-Jährige, der Politik und Soziologie studiert hat, unangenehmeren Themen nicht aus dem Weg gehen. Beispiel: Abrams-Komplex. Die Kunstfigur verleiht ihm für seinen „humoristischen Fingerzeig“ mehr Freiheiten. „Ich will niemanden verletzen, dabei hilft mir das Kirchliche.“ Charmant, aber mit ernstem Unterton, lautet sein Credo. Dass sich der eine oder andere vielleicht auf den Schlips getreten fühlt, darüber zerbricht er sich nicht den Kopf. „Besser das, als gar nicht erwähnt zu werden“, sagt er schelmisch. Vielmehr ist er gespannt, „wer sich hertraut“.

Bräus Auftritt ist ein Test

Einige von denen, die sich unter die Zuschauer mischen, kennt er nur zu gut. Familie, Freunde, Bekannte. Sein kritischtes Publikum. „Das erhöht die Spannung schon“, sagt Bräu, der seit 15 Jahren auf der Bühne steht und parallel zur Fastenpredigt noch ein Stück für den Kirchentag schrieb, Dinermoderationen in München übernahm sowie in Hotels seine „Kulinarischen Geschichten“ vorstellte. Lampenfieber, ja, das wird er haben, gibt er zu. Angst, zu versagen, dagegen nicht. „Es ist ein Test“, betont er. Wenn sein Auftritt beim Publikum ankommt, steht er gern wieder als Fastenprediger zur Verfügung. Wenn nicht, „hat der Versuch nicht funktioniert“. Auf jeden Fall sollen seine Zuhörer „mit einem Josefi-Bock rausgehen“. Denn er sammelt eines so oder so: weitere Erfahrung.

Der Starkbieranstich

samt Fastenpredigt von Andreas Bräu findet am Samstag, 11. März, von 19 bis 22 Uhr im Gasthof Schatten im Ortsteil Partenkirchen statt.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Bierzelt-Pause in Ohlstadt
„Ziag o“ hieß es heuer des Öfteren in Ohlstadt. Und zwar immer dann, wenn ein Festzelt aufgebaut wurde. Damit ist nächstes Jahr Schluss. Im Bobfahrerdorf soll kommendes …
Bierzelt-Pause in Ohlstadt
Solidarität nach Brandkatastrophe: Vereine organisieren Benefizspiel
„Gemeinsam Gutes tun“: Unter diesem Motto laden der WSV Unterammergau und TSV Altenau am Sonntag, 24. September, zum Benefiz-Fußballspiel ein. Damit unterstützen sie …
Solidarität nach Brandkatastrophe: Vereine organisieren Benefizspiel
Fragestellung mit „Fehler“-Potenzial
Am Sonntag zählt’s: Dann geben die Farchanter nicht nur ihre Stimme bei der Bundestagswahl ab, sondern auch beim Bürgerentscheid zum geplanten Hotel-Projekt nahe der …
Fragestellung mit „Fehler“-Potenzial
Hauseigenes Wahllokal für Senioren
Am Sonntag werden 61,5 Millionen Bürger zur Wahl des 19. Deutschen Bundestages aufgerufen. Dazu gehören auch Pflegebedürftige. Ein Murnauer Seniorenheim macht vor, wie …
Hauseigenes Wahllokal für Senioren

Kommentare